Carl zu Castell-Castell (1897–1945)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Carl Friedrich Fürst zu Castell-Castell (* 8. Mai 1897 in Castell; † 10. Mai 1945 bei Caslau, Böhmen) war von 1923 bis 1945 das Oberhaupt der Familie Castell-Castell.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl war der Sohn des Fürsten Friedrich Carl zu Castell-Castell (1864–1923) und der Gräfin Gertrud zu Stolberg-Wernigerode (* 5. Januar 1872; † 29. August 1924). Er hatte sieben Geschwister: Antonie (* 1896), Constantin Friedrich (* 1898), Margarethe (* 1899), Wilhelm Friedrich (* 1901), Georg Friedrich (* 1904), Emma (* 1907) und Renata (* 1910). Carl zu Castell-Castell war ein Unternehmer, Grundbesitzer, Bankinhaber[2] und Soldat. Nach dem Tod seines Vaters wurde er Chef des Hauses Castell-Castell.

Carl Fürst zu Castell-Castell trat im Mai 1933 in die NSDAP ein und stieg 1935 zum Reiterführer der SA-Gruppe Franken auf.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl zu Castell-Castell heiratete am 12. September 1923 in Lich Anna-Agnes Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich (* 11. Januar 1899; † 8. September 1987). Das Paar hatte sechs Kinder:

  • Philipp Friedrich Carl Graf zu Castell-Castell (1924–1944), gefallen
  • Albrecht Graf zu Castell-Castell (1925–2016)
  • Jutta Gräfin zu Castell-Castell (1927–1993)
  • Elisabeth Gräfin zu Castell-Castell (* 1928)
  • Angelika Gräfin zu Castell-Castell (* 1933)
  • Christiana Gräfin zu Castell-Castell (* 1934)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Medicus: In den Augen meines Grossvaters. Deutsche Verlags-Anstalt, 2004, ISBN 3-421-05577-7, S. 210.
  • Jesko Graf zu Dohna: Die „Jüdischen Konten“ der Fürstliche Castell`schen Credit-Cassen und des Bankhauses Karl Meyer KG. (=Veröffentlichung der Gesellschaft für fränkische Geschichte, Neujahrsblätter Bd. 45). mit einem Vorwort von Fürst zu Castell-Castell. 2005, ISBN 3-86652-045-X.
  • Jesko Graf zu Dohna: Carl Fürst zu Castell-Castell, in: Casteller Hefte, Heft 26, Castell 1998, S. 17.
  • Stephan Malinowski: Vom König zum Führer. Deutscher Adel und Nationalsozialismus, Fischer Taschenbuch Verlag, 3. Auflage, Berlin 2010, S. 395 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 1901 wurden die Castell-Castell und die Castell-Rüdenhausen in den erblichen bayerischen Fürstenstand erhoben, das jeweilige Familienoberhaupt der beiden Linien führte daraufhin den Erstgeburtstitel Fürst. Mit dem Artikel 109 WRV (Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919) wurde festgelegt, dass die öffentlich-rechtlichen Vorrechte oder Nachteile der Geburt oder des Standes aufzuheben sind. Die ehemaligen Adelsbezeichnungen wurden als Titel abgeschafft und sind seither nur noch Teil des Familiennamens. In der Monarchie übliche Erstgeburtstitel wie hier Fürst oder Nachfolgetitel wie hier Erbgraf sind keine Namensbestandteile. Der reguläre und bürgerliche Familienname lautet seit der Abschaffung der Monarchie hier Graf bzw. Gräfin zu Castell-Castell oder Graf bzw. Gräfin zu Castell-Rüdenhausen.
  2. Roland Horster: Carl Fürst zu Castell-Castell. Unternehmer, Grundbesitzer und Bankinhaber in schwerer Zeit 1923–1945. Vortrag anläßlich des 100. Geburtstages S. D. Carl Fürst zu Castell-Castell, Schloß Castell 10. Mai 1997