Carlisle-Park

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Carlisle-Park
DEU Flensburg COA.svg
Park in Flensburg
Carlisle-Park
Basisdaten
Ort Flensburg
Ortsteil Südstadt
Angelegt ca. 1927
Umgebende Straßen Bahnhofstraße (Jernbanegade)[1],
Mühlendamm (Mølledæmningen)[2]
Bauwerke Froschbrunnen mit Einfassung des Bismarckbrunnens, Gedenkstein für die Opfer der Gewaltherrschaft, Strassenbahn-Denkmal, Ruheplätze
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Freizeit
Technische Daten
Parkfläche ca. 10.000 m²

Der Carlisle-Park ist ein Park in der Stadt Flensburg, der nach deren Partnerstadt Carlisle benannt wurde. Er liegt nahe dem Flensburger Bahnhof. Er besteht aus einer nicht ganz geschlossenen Allee, die um eine große Rasenfläche herumführt. Dank seiner zentralen Lage dürfte er der bekannteste Park der Stadt sein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhofspark[3] wurde ungefähr im Jahre 1927, mit dem Bau des Flensburger Bahnhofs, gestaltet. Er liegt auf einem Teil der Fläche des zugeschütteten Mühlenteiches.[4] Am Park fuhr mit dem Jahr 1927 zudem die Linie 1 der Flensburger Straßenbahn entlang.[5]

Der Park war als Teil des neu gestalteten Bahnhofviertels zunächst namenlos.[5] 1934 beschlossen die Dezernenten der Stadt, den Bahnhofsvorplatz mit seinen Anlagen, heutiger Bereich der Straße Am Bundesbahnhof, nach Adolf Hitler benennen zu lassen. Der Polizeipräsident Konrad Fulda lehnte den Beschluss im Januar 1935 mit der Begründung, keine Benennung nach Lebenden, ab. Er schlug Hindenburganlagen (nach Paul von Hindenburg) vor. Der Oberbürgermeister Wilhelm Sievers bestand auf dem Vorschlag. Am 23. März 1935 erfolgte die Benennung Adolf-Hitler-Anlagen (vgl. Adolf Hitler als Namensgeber von Straßen und Plätzen oder weitere ähnliche Benennungen), die im Mai 1945 aufgehoben wurde.[5][6]

1940 wurde ein Barackenlager namens „Norwegenlager“ auf dem Parkgelände errichtet, das von der Wehrmacht genutzt wurde. Nach dem Krieg diente es als Lager für Flüchtlinge.[5][7] 1952 wohnten in dem Lager in vier Holzbaracken 62 Personen.[8] Eine Statistik vom 1. April 1954 wies für das Norwegenlager noch 43 Personen aus.[9] Für das Folgejahr ist überliefert, dass es vollständig geräumt worden war.[10] 1959 erfolgte der Abriss der Baracken.[11] Danach wurde die Parkanlage wiederhergestellt und im südlichen Bereich der Parkanlage zum Bahnhof der Froschbrunnen[12][5] errichtet, bei dem die Brunneneinfassung des Bismarckbrunnen verwendet wurde.[13] Zudem entstanden eine Reihe von Schmuckbeeten sowie die Gestaltung um den Brunnen (Brunnengarten).[12]

1969 wurde im nordöstlichen Teil des Parks von der Vereinigung demokratischer Widerstandskämpfer der Gedenkstein für die Opfer der Gewaltherrschaft aufgestellt.[5] Am nördlichen Rand steht heutzutage das Strassenbahn-Denkmal, das an die seit dem Jahr 1973 eingestellte Straßenbahnlinie erinnert. Das Denkmal besteht aus einem Triebsatz, der auf einem kurzen Gleisstück steht.[12]

1988/89 erhielt der Park seinen Namen nach der britischen Partnerstadt Carlisle.[5][4]

Ende der 90er erkrankten und erlagen einige der alten Ulmen der Ulmenkrankheit. 1998 schufen 24 Künstler Skulpturen aus den betroffenen Ulmen.[12][5][14] Von diesen Baumskulpturen sind zurzeit nur noch zwei übrig geblieben. Es wurden offenbar Linden nachgepflanzt.

Im Sommer wird der Park heutzutage nicht nur zum Spazierengehen, sondern teilweise auch zum Frisbeespielen oder ähnlichem genutzt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktive Pensionister, torsdagsholdet (Hrsg.): Flensborgs gadenavne. Flensburg 1995, S. 9.
  2. Aktive Pensionister, torsdagsholdet (Hrsg.): Flensborgs gadenavne. Flensburg 1995, S. 18.
  3. a b Marsch und Förde, Carlisle Park; abgerufen am: 1. Juli 2014.
  4. a b Gärten & Parks, Carlisle-Park; abgerufen am: 1. Juli 2014.
  5. a b c d e f g h Vgl. Carlisle-Park. In: Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg! Flensburg 2009.
  6. Dieter Pust: Flensburger Straßennamen (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte. Band 61). Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Am Bundesbahnhof, S. 10.
  7. Flüchtlinge aus Lisken/Ostpreußen und Danzig im "Norwegenlager" In Flensburg, Bahnhofstraße. v.l.n.r., vom: 1. Mai 2018
  8. Gerhard Paul u. Broder Schwensen (Hrsg.): Mai '45. Kriegsende in Flensburg, Flensburg 2015, S. 162 und 233
  9. Gerhard Paul u. Broder Schwensen (Hrsg.): Mai '45. Kriegsende in Flensburg, Flensburg 2015, S. 170
  10. Gerhard Paul u. Broder Schwensen (Hrsg.): Mai '45. Kriegsende in Flensburg, Flensburg 2015, S. 176
  11. Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg! Flensburg 2009, Artikel: Carlisle-Park
  12. a b c d Vgl. Carlislepark. auf: flensburg-mobil.de, abgerufen am: 1. Juli 2014.
  13. Wolfgang Borm: Geführter Spaziergang – Flensburg – Stadt der Brunnen. In: Flensburger Tageblatt. 4. August 2010, abgerufen am 1. Juli 2014.
  14. Vgl. Flensburg Online, Totale Carlisle Park, Skulpturen in Flensburg

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Carlisle Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien