Carlo Ancelotti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Carlo Ancelotti

Carlo Ancelotti (2012)

Spielerinformationen
Geburtstag 10. Juni 1959
Geburtsort ReggioloItalien
Größe 179 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1973–1975
1975–1976
U.S. Reggiolo
AC Parma
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1976–1979
1979–1987
1987–1992
AC Parma
AS Rom
AC Mailand
55 (13)
171 (12)
112 (10)
Nationalmannschaft
1979–1980
1980
1981–1991
ital. Olympiaauswahl
Italien U-21
Italien
11 0(1)
3 0(0)
26 0(1)
Stationen als Trainer
1992–1995
1995–1996
1996–1998
1999–2001
2001–2009
2009–2011
2012–2013
2013–2015
2016–
Italien (Co-Trainer)
AC Reggiana
AC Parma
Juventus Turin
AC Mailand
FC Chelsea
Paris Saint-Germain
Real Madrid
FC Bayern München
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Carlo Ancelotti (* 10. Juni 1959 in Reggiolo) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer. Sowohl als Spieler als auch als Trainer gewann er zahlreiche nationale und internationale Titel, so u. a. zweimal den Europapokal der Landesmeister als Spieler und dreimal die Champions League als Trainer. Seit der Saison 2016/17 trainiert er den FC Bayern München.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AC Parma und AS Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines Milch- und Käsebauern[1] begann Ancelotti im Alter von 17 Jahren seine sportliche Karriere beim Zweitligisten AC Parma. 1979 wechselte er zur AS Roma, mit der er 1983 die Meisterschaft und bis 1987 viermal den Vereinspokal gewann. In dieser Zeit entwickelte er sich als Mittelfeldspieler zum Leistungsträger der Mannschaft und Nationalspieler. In der Zeit von 1984 bis 1987 war er zudem Kapitän.

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1987 bis 1992 spielte Ancelotti für den AC Mailand. Bis 1991 wurde er von Arrigo Sacchi trainiert. Ancelotti war ein Spieler des Teams (u. a. mit Franco Baresi, Alessandro Costacurta, Roberto Donadoni, Ruud Gullit, Paolo Maldini, Frank Rijkaard und Marco van Basten), das den Spitznamen Gli Immortali („Die Unsterblichen“) trug und in zwei Jahren sechs Titel gewann, darunter den Europapokal der Landesmeister 1989 und 1990.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er zuvor elfmal für die U-21- und dreimal für die Olympia-Auswahlmannschaft zum Einsatz gekommen war, nahm er mit der A-Nationalmannschaft an der vom 30. Dezember 1980 bis 10. Januar 1981 in Uruguay ausgetragenen Mundialito teil und erzielte im dritten Gruppenspiel beim 1:1 gegen die Niederlande sein erstes Länderspieltor mit dem Treffer zum 1:0 in der siebten Minute.

Ancelotti gehörte dem von Enzo Bearzot betreuten italienischen Kader bei der WM 1986 in Mexiko, bei der Europameisterschaft 1988 in Deutschland und auch dem Aufgebot bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien, bei der er mit der Mannschaft Dritter wurde, an. In der Zeit von 1981 bis 1991 bestritt er für die A-Nationalmannschaft 26 Länderspiele.

Erfolge als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AS Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Karriere als Spieler entschied sich Ancelotti, als Fußballtrainer zu arbeiten. Als Co-Trainer unter seinem ehemaligen Vereinstrainer Arrigo Sacchi betreute er die italienische A-Nationalmannschaft. Mit ihr erreichte er das Finale der Weltmeisterschaft 1994, das mit 2:3 im Elfmeterschießen gegen Brasilien verloren wurde.

Im Sommer 1995 unterzeichnete Ancelotti beim Zweitligisten AC Reggiana seinen ersten Vertrag als Cheftrainer. Ihm gelang in seiner Premierensaison der Aufstieg in die Serie A. Nach einer Saison wechselte er im Sommer 1996 zum AC Parma, mit dem er 1997 als Zweiter der Meisterschaft die Spielzeit beendete.

Juventus Turin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 1999 folgte er dem zurückgetretenen Marcello Lippi als Trainer bei Juventus Turin nach. Juventus Turin gewann unter ihm 1999 den UEFA Intertoto Cup und wurde 2000 und 2001 Zweiter der Meisterschaft. In der Spielzeit 2000/01 scheiterte er mit der Mannschaft in der Gruppenphase der Champions League, woraufhin ihm im Sommer 2001 sein Vorgänger Lippi nachfolgte.

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 7. November 2001 übernahm er von Fatih Terim den Trainerposten beim AC Mailand; der Verein befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Krise. Ancelotti führte den Club, mit dem er selbst vor über zehn Jahren noch als Spieler große Erfolge gehabt hatte, ins Halbfinale des UEFA-Pokal-Wettbewerbs 2001/02 und beendete die Saison auf dem vierten Tabellenplatz. Nachdem er anfangs öffentlich von Klubchef Silvio Berlusconi wegen der defensiven Spielweise der Mannschaft kritisiert worden war, brachten ihm die disziplinierten Auftritte des Teams Respekt ein. Für die Saison 2002/03 verpflichtete Milan mit Andrea Pirlo und Rui Costa zwei wichtige Neuzugänge. Außerdem entwickelten sich Filippo Inzaghi und Andrij Schewtschenko unter Ancelotti zu einem starken Sturmduo. In der UEFA Champions League 2002/03 führte er das Team ins Finale gegen Juventus Turin und bezwang diese im Elfmeterschießen mit 3:2. Wenige Tage später folgte der Sieg in der Coppa Italia.

Zur Saison 2003/04 unterzeichnete der brasilianische Mittelfeldspieler Kaká einen Vertrag beim AC Mailand. Mit ihm als Schlüsselspieler führte Ancelotti den AC Mailand in dieser Spielzeit zum Gewinn des europäischen Supercups und der Meisterschaft. Mit dem Gewinn der UEFA Champions League 2002/03 gehört Ancelotti zu den Personen, die als Spieler und Trainer diesen Wettbewerb gewannen. Die anderen sechs sind Miguel Muñoz, Giovanni Trapattoni, Johan Cruyff, Frank Rijkaard, Pep Guardiola und Zinédine Zidane.

In der Saison 2004/05 erreichte die Mannschaft erneut das Finale der Champions League. Nach einer 3:0-Führung zur Halbzeit verspielte sein Team die Führung und nach 90 Minuten stand es 3:3. Mailand unterlag im Elfmeterschießen gegen den FC Liverpool.

Zwei Jahre später, in der Saison 2006/07, standen sich beide Teams erneut im Finale gegenüber. Diesmal setzte sich der AC Mailand nach zwei Toren von Filippo Inzaghi mit 2:1 durch. Anfang Juni 2007 verlängerte er seinen Vertrag um drei Jahre.[2] Am 31. Mai 2009 wurde das Arbeitsverhältnis beendet; der Verein belegte in dieser Spielzeit den dritten Tabellenplatz. Sein Nachfolger wurde sein ehemaliger Spieler Leonardo.

FC Chelsea[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 2009 wurde Ancelotti als neuer Trainer des FC Chelsea vorgestellt. Sein Vertrag war bis 2012 befristet.[3] In seinem ersten Pflichtspiel gewann er mit dem FC Chelsea den FA Community Shield gegen Manchester United im Elfmeterschießen. Am 9. Mai 2010 sicherte sich Ancelotti mit seiner Mannschaft die Meisterschaft mit einem Punkt Vorsprung vor Manchester United. Der FC Chelsea stellte in dieser Saison den besten Angriff der Liga mit 103 Toren. Ebenso gewann Ancelotti mit Chelsea in dieser Saison den FA Cup und damit das erste Double der Vereinsgeschichte.

In der Spielzeit 2010/2011 war Ancelotti mit seinem Team weniger erfolgreich und wurde am 22. Mai 2011 beurlaubt.[4]

Paris Saint-Germain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Jahreswechsel 2011/12 übernahm er den französischen Erstligisten Paris Saint-Germain als Nachfolger von Antoine Kombouaré.[5] Nachdem sich der Verein in der Sommerpause mit namhaften Spielern wie u. a. Zlatan Ibrahimović und Thiago Silva verstärkt hatte, gewann Ancelotti in der Saison 2012/13 die Meisterschaft. Dennoch bat er den Verein um eine Freigabe, um José Mourinho als Trainer bei Real Madrid zu beerben. Diese wurde ihm von der Vereinsführung zunächst noch verwehrt.[6] Nachdem PSG mit Laurent Blanc einen Nachfolger gefunden hatte, einigte man sich auf eine Vertragsauflösung.[7]

Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2013/14 übernahm Ancelotti den spanischen Rekordmeister Real Madrid als Nachfolger von José Mourinho. Er unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2016 gültigen Vertrag.[8] Am Ende seiner ersten Saison gewann er die Copa del Rey und führte Real Madrid nach zwölf Jahren zum zehnten Champions-League-Titel. Er ist der zweite Trainer nach Bob Paisley, der dreimal die Champions League gewann. Zu Beginn der Saison 2014/15 gewann Ancelotti mit der Mannschaft den UEFA Super Cup und im Dezember 2014 die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft. Nachdem Real Madrid am Saisonende in der Liga mit zwei Punkten Rückstand auf den FC Barcelona lediglich Vizemeister geworden, in der Copa del Rey im Achtelfinale gegen den Stadtrivalen Atlético Madrid und in der Champions League im Halbfinale gegen Juventus Turin ausgeschieden war, trennte sich der Verein einen Tag nach dem Saisonende von Ancelotti.[9]

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2016/17 verpflichtete ihn der FC Bayern München als Nachfolger des zu Manchester City wechselnden Trainers Pep Guardiola. Ancelotti erhielt beim deutschen Rekordmeister einen bis zum 30. Juni 2019 datierten Vertrag.[10][11]

Erfolge als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italienische Nationalmannschaft (Co-Trainer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Juventus Turin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

FC Chelsea[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paris Saint-Germain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönliche Auszeichnungen als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carlo Ancelotti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auf eines reagiert Ancelotti extrem empfindlich, welt.de, vom 2. Juni 2016
  2. Ancelotti läutet «Ära Carlo» bei Milan ein www.fussball24.de, 29. März 2007
  3. Ancelotti neuer Chelsea-Manager
  4. Chelsea trennt sich von Ancelotti
  5. Meldung vom 30. Dezember 2011 bei France Football
  6. PSG-Trainer: Ancelotti möchte Mourinho bei Real beerben, Spiegel Online vom 19. Mai 2013.
  7. Le Paris Saint-Germain choisit Laurent Blanc, 25. Juni 2013 (französisch)
  8. Carlo Ancelotti, new Real Madrid coach, 25. Juni 2013 (englisch)
  9. Perez verjagt Erfolgstrainer: Ancelotti muss gehen, kicker online, 25. Mai 2015
  10. Presseerklärung des FC Bayern, abgerufen am 20. Dezember 2015
  11. kicker.de, abgerufen am 20. Dezember 2015
  12. Carlo Ancelotti erhält Gastrolle in neuem Star Trek-Film