Carlo Ancelotti

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Carlo Ancelotti
Carlo Ancelotti (2016)
Personalia
Geburtstag 10. Juni 1959
Geburtsort ReggioloItalien
Größe 179 cm
Position Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1973–1975 US Reggiolo
1975–1976 AC Parma
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1976–1979 AC Parma 55 (13)
1979–1987 AS Rom 171 (12)
1987–1992 AC Mailand 112 (10)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1979–1980 Italien Olympia 11 0(1)
1980 Italien U21 3 0(0)
1981–1991 Italien 26 0(1)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1992–1995 Italien (Co-Trainer)
1995–1996 AC Reggiana
1996–1998 AC Parma
1999–2001 Juventus Turin
2001–2009 AC Mailand
2009–2011 FC Chelsea
2011–2013 Paris Saint-Germain
2013–2015 Real Madrid
2016–2017 FC Bayern München
2018–2019 SSC Neapel
2019–2021 FC Everton
2021– Real Madrid
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.

Carlo Ancelotti (* 10. Juni 1959 in Reggiolo) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer.

Ancelotti ist einer der erfolgreichsten Trainer der europäischen Vereinsgeschichte. Er ist der bislang einzige Trainer, der die Meisterschaft in allen fünf europäischen Topligen gewinnen konnte (Italien, England, Frankreich, Deutschland und Spanien).[1] Mit vier Titeln als Trainer ist er Rekordsieger der Champions League, er gewann je zwei Mal mit der AC Mailand und Real Madrid. Seit 2021 ist er in seiner zweiten Amtszeit Trainer von Real Madrid.

Als Spieler gewann Ancelotti mit der AC Mailand zwei Mal den Europapokal der Landesmeister und drei Mal die Italienische Meisterschaft. Mit der italienischen Fußballnationalmannschaft wurde der Mittelfeldspieler bei der Weltmeisterschaft 1990 Dritter.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AC Parma und AS Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines Milch- und Käsebauern[2] begann Ancelotti im Alter von 17 Jahren seine Profilaufbahn beim damaligen Zweitligisten AC Parma. 1979 wechselte er zur AS Rom, mit der er 1982/83 unter Nils Liedholm die Meisterschaft und zwischen 1980 und 1986 viermal die Coppa Italia gewann. In dieser Zeit entwickelte sich Ancelotti als Mittelfeldspieler zum Leistungsträger der Mannschaft und Nationalspieler. In der Zeit von 1984 bis 1987 war er zudem Kapitän.

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1987 bis 1992 spielte Ancelotti für die AC Mailand. Bis 1991 wurde er von Arrigo Sacchi trainiert. Ancelotti war ein Spieler des Teams (u. a. mit Franco Baresi, Alessandro Costacurta, Roberto Donadoni, Ruud Gullit, Paolo Maldini, Frank Rijkaard und Marco van Basten), das den Spitznamen Gli Immortali („Die Unsterblichen“) trug und in zwei Jahren sechs Titel gewann, darunter den Europapokal der Landesmeister 1989 und 1990.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er zuvor elfmal für die U21- und dreimal für die Olympia-Auswahlmannschaft Italiens zum Einsatz gekommen war, nahm Ancelotti mit der A-Nationalmannschaft an der vom 30. Dezember 1980 bis 10. Januar 1981 in Uruguay ausgetragenen Mundialito teil und erzielte im dritten Gruppenspiel beim 1:1 gegen die Niederlande sein erstes Länderspieltor mit dem Treffer zum 1:0 in der siebten Minute.

Ancelotti gehörte dem von Enzo Bearzot betreuten italienischen Kader bei der WM 1986 in Mexiko, bei der Europameisterschaft 1988 in Deutschland und auch dem Aufgebot bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien, bei der er mit der Mannschaft Dritter wurde, an. In der Zeit von 1981 bis 1991 bestritt er für die A-Nationalmannschaft 26 Länderspiele.

Titel als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International

(alle AC Mailand)

Italien

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Karriere als Spieler entschied sich Ancelotti, als Fußballtrainer zu arbeiten. Als Co-Trainer unter seinem ehemaligen Vereinstrainer Arrigo Sacchi betreute er die italienische A-Nationalmannschaft. Mit ihr erreichte er das Finale der Weltmeisterschaft 1994, das mit 2:3 im Elfmeterschießen gegen Brasilien verloren wurde.

Im Sommer 1995 unterzeichnete Ancelotti beim Zweitligisten AC Reggiana seinen ersten Vertrag als Cheftrainer. Ihm gelang in seiner Premierensaison der Aufstieg in die Serie A. Nach einer Saison wechselte er im Sommer 1996 zur AC Parma, mit der er 1996/97 Vizemeister wurde und 1997/98 als Sechster die Spielzeit beendete.

Juventus Turin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 1999 folgte Ancelotti dem zurückgetretenen Marcello Lippi als Trainer bei Juventus Turin nach. Er übernahm die Mannschaft auf dem neunten Platz und beendete die Saison 1998/99 als Sechster. Juventus Turin gewann unter ihm 1999 den UEFA Intertoto Cup und wurde 1999/2000 und 2000/01 jeweils knapp hinter Lazio Rom bzw. der AS Rom Zweiter der Meisterschaft. In der Spielzeit 2000/01 war er mit der Mannschaft in der Gruppenphase der Champions League gescheitert, woraufhin ihm im Sommer 2001 sein Vorgänger Lippi nachfolgte.

Die zwei Jahre in Turin schilderte Ancelotti in einem Interview Jahre später als negatives Erlebnis. Er fühlte sich von Teilen der Fans der Alten Dame aufgrund seiner Milan-Vergangenheit gehasst und konnte teilweise seine Wohnung nur unter Polizeischutz verlassen.[3]

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carlo Ancelotti als Trainer der AC Mailand (2007)

Nach der Entlassung von Fatih Terim unterschrieb Ancelotti einen Dreijahresvertrag bei Milan und übernahm am 7. November 2001 den Trainerposten. Ancelotti war bei seiner Ernennung die Wunschlösung der Verantwortlichen der AC Mailand.[4] Zum Zeitpunkt seines Amtsantritts befanden sich die Rossoneri, mit denen er als Spieler u. a. zwei Scudetti und zwei Landesmeisterpokale gewonnen hatte, in einer Krise. Ancelotti führte den Verein ins UEFA-Pokal-Halbfinale und beendete die Saison auf dem vierten Tabellenplatz, womit man sich für die Champions League qualifizierte. Nachdem er anfangs öffentlich von Klubpräsident Silvio Berlusconi wegen der defensiven Spielweise der Mannschaft kritisiert worden war, brachten ihm die disziplinierten Auftritte des Teams letztendlich Respekt ein.

Für die Saison 2002/03 verpflichtete Milan mit Andrea Pirlo und Rui Costa zwei wichtige Neuzugänge. Außerdem entwickelten sich Filippo Inzaghi und Andrij Schewtschenko unter Ancelotti zu einem starken Sturmduo. In seiner ersten vollen Saison führte er das Team ins Finale der Champions League. In einem rein italienischen Endspiel traf man dort auf Ancelottis Ex-Verein Juventus Turin und Marcello Lippi. Das Spiel in Old Trafford wurde nach 120 torlosen Minuten mit 3:2 im Elfmeterschießen gewonnen und Ancelotti sicherte sich seinen ersten Champions-League-Titel als Trainer. Mit dem Gewinn der Champions League 2003 wurde Ancelotti nach Miguel Muñoz, Giovanni Trapattoni und Johan Cruyff zur vierten Person, die die Champions League bzw. den Landesmeisterpokal sowohl als Spieler als auch als Trainer gewann. Wenige Tage nach dem Finale folgte der Sieg in der Coppa Italia über die AS Rom, womit das „europäische Pokal-Double“ vervollständig wurde.

Zur Saison 2003/04 unterzeichnete der brasilianische Mittelfeldspieler Kaká einen Vertrag bei der AC Mailand. Mit ihm als Schlüsselspieler führte Ancelotti Milan in dieser Spielzeit zum Gewinn des europäischen Supercups und der Meisterschaft. Für Ancelotti war es der erste Meistertitel als Trainer. In den beiden K.o.-Wettbewerben scheiterte jeweils die Titelverteidigung. In der Champions League verlor man im Viertelfinale mit 5:4 knapp gegen Deportivo La Coruña, wobei Ancelottis Schützlinge das Hinspiel im San Siro zunächst sogar noch 4:1 gewonnen, das Rückspiel zwei Wochen später dann allerdings überraschend mit 0:4 verloren hatten.[5] Im Pokal scheiterte Milan unterdessen im Halbfinale mit einer Gesamtniederlage von 1:6 nach Hin- und Rückspiel deutlich an Lazio Rom und Roberto Mancini. Im Sommer 2004 verlängerte Ancelotti seinen Vertrag um drei Jahre bis 2007.[6]

In der folgenden Spielzeit misslang die Verteidigung des Scudetto. Dafür erreichte Ancelottis Mannschaft nach Siegen über Manchester United, den Stadtrivalen Inter und PSV Eindhoven erneut das Finale der Champions League, wo man es mit dem FC Liverpool zu tun bekam. In das Finale im Atatürk-Olympiastadion in Istanbul ging man als Favorit. Dem wurde man zunächst auch gerecht, indem man die erste Halbzeit mit einer 3:0-Führung beendete. In einer der bekanntesten Aufholjagden der Fußballgeschichte kassierte Milan in der zweiten Halbzeit drei Gegentore, womit es nach 90 Minuten 3:3 stand. Auch in der Verlängerung änderte sich nichts mehr am Spielstand und Ancelottis AC Mailand unterlag im Elfmeterschießen 2:3.[7]

Nach der Entlassung von Trainer Juan Ramón López Caro im Januar 2006 versuchte Real Madrid Ancelotti als neuen Übungsleiter nach Madrid zu holen.[8] Trotz der Avancen durch die Madrilenen entschied sich dieser allerdings gegen einen Wechsel und verlängerte im März 2006 seinen noch bis 2007 laufenden Vertrag um ein Jahr bis Juni 2008.[9] Im Rahmen des italienischen Fußball-Skandals 2005/2006 erhielten die Rossoneri im Sommer 2006 einen Punktabzug für die folgende Serie-A-Saison, was einen Gewinn des Scudetto unwahrscheinlich werden ließ. In Reaktion darauf richtete sich Ancelottis Fokus auf die Champions League, die nun die beste Chance auf einen Titel bot. Am Ende der Saison wurde das Finale in Athen erreicht, wo man erneut auf den FC Liverpool traf. Anders als in Istanbul zwei Jahre zuvor setzte sich dieses Mal die AC Mailand nach zwei Toren von Filippo Inzaghi mit 2:1 durch. Ancelotti gewann damit seinen zweiten Champions-League-Titel. Anfang Juni 2007 verlängerte er seinen Vertrag um weitere drei Jahre.[10]

Die Saison 2007/08 verlief äußerst durchwachsen. Im August 2007 gelang Ancelotti zunächst der Gewinn seines zweiten europäischen Supercups. Mit 3:1 setzten sich Ancelottis Schützlinge dabei gegen UEFA-Pokal-Gewinner FC Sevilla durch. Im Dezember gewann Ancelotti zudem seine erste FIFA-Klub-Weltmeisterschaft durch einen 4:2-Sieg über die Boca Juniors. Die anderen Wettbewerben verliefen dafür deutlich schwächer. So endeten sowohl die Kampagne in der Coppa Italia als auch die Titelverteidigung in der Champions League gleich im Achtelfinale, der ersten K.o.-Runde. In der Königskalsse unterlag Milan dabei mit 0:2 Arsenal London und in der Coppa Italia mit 2:3 Catania Calcio. Die Meisterschaft beendete die AC Mailand unterdessen schlussendlich auf Rang fünf, womit unter der Führung Ancelottis erstmals die Qualifikation für die Champions League verpasste wurde. Nach Saisonende bekräftigte die Vereinsführung in Form von Vizepräsident Adriano Galliani öffentlich Ancelottis Verbleib und lehnte eine Anfrage von Chelsea London, das mit Ancelotti über ein Engagement als Nachfolger des entlassenen Avram Grant sprechen wollte, ab.[11]

Die Spielzeit 2008/09 wurde Ancelottis letzte als AC-Mailand-Trainer. In der Meisterschaft wurde der Verein Dritter, womit man sich nach einem Jahr Unterbrechung wieder für die Champions League qualifizierte. Die Kampagne im UEFA-Pokal verlief für Ancelottis Schützlinge überaus enttäuschend. Gleich in der ersten K.o.-Runde unterlag man Werder Bremen aufgrund der Auswärtstorregel, mit einem Gesamtergebnis von 3:3. Am 31. Mai 2009, ein Jahr vor Vertragsende, wurde das Arbeitsverhältnis beendet. Einen Tag später unterschrieb Ancelotti dann einen Vertrag beim FC Chelsea,[12] nachdem im Sommer zuvor ein derartiger Wechsel noch durch die Vereinsführung unterbunden worden war.[13] Ancelottis Nachfolger wurde sein ehemaliger Spieler Leonardo.

FC Chelsea[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carlo Ancelotti als Trainer des FC Chelsea (2010)

Am 1. Juni 2009 wurde Carlo Ancelotti als neuer Trainer des FC Chelsea vorgestellt. Sein Vertrag war bis 2012 befristet.[14] In seinem ersten Pflichtspiel gewann er mit dem FC Chelsea den FA Community Shield gegen Manchester United im Elfmeterschießen. Am 9. Mai 2010 sicherte sich Ancelotti mit seiner Mannschaft die Meisterschaft mit einem Punkt Vorsprung vor Manchester United. Der FC Chelsea stellte in dieser Saison den besten Angriff der Liga mit 103 Toren. Ebenso gewann Ancelotti mit Chelsea in dieser Saison den FA-Cup und damit das erste Double der Vereinsgeschichte. In der Champions League scheiterte er mit seiner Mannschaft frühzeitig im Achtelfinale an Inter Mailand.[15]

In der folgenden Spielzeit konnte Chelsea mit Ancelotti nicht an die Erfolge des Vorjahrs anknüpfen. In der Liga wurde man Vizemeister, neun Punkte hinter Manchester United mit Dauertrainer Alex Ferguson. Auch in der Champions League zog Chelsea im Viertelfinale gegen das Ferguson-Team den Kürzeren. Ebenso endeten beide nationalen Pokalwettbewerbe für Ancelottis Schützlinge frühzeitig. Bereits vor Saisonende wurde über Ancelottis Nachfolge spekuliert[16] und die Trennung kurz nach dem letzten Saisonspiel schließlich vollzogen.[17]

Paris Saint-Germain[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Jahreswechsel 2011/12 übernahm er den französischen Erstligisten Paris Saint-Germain als Nachfolger von Antoine Kombouaré.[18] Nachdem sich der Verein in der Sommerpause mit namhaften Spielern wie Zlatan Ibrahimović und Thiago Silva verstärkt hatte, gewann Ancelotti in der Saison 2012/13 die Meisterschaft. Dennoch bat er den Verein um eine Freigabe, um José Mourinho als Trainer bei Real Madrid zu beerben. Diese wurde ihm von der Vereinsführung zunächst verwehrt.[19] Nachdem PSG mit Laurent Blanc einen Nachfolger gefunden hatte, einigte man sich auf eine Vertragsauflösung.[20]

Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2013 übernahm Ancelotti die Zügel beim spanischen Rekordmeister Real Madrid. Er trat die Nachfolge von José Mourinho an und unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2016 gültigen Vertrag.[21] Mit Ancelottis Engagement wurden hohe Erwartungen bei Fans und Beobachtern verbunden. So war das für seine Amtszeit öffentlich ausgegebene Ziel, der Gewinn von Madrids zehnten Champions-League-Titel, nachdem der letzte Triumph in der Königsklasse mittlerweile 11 Jahre zurücklag.[22] Sein neuer Assistenztrainer wurde sein Ex-Spieler und Madrid-Legende Zinédine Zidane.[22] Ancelottis erste Spielzeit beendeten seine Schützlinge mit 87 Punkten auf dem dritten Platz. In der Copa del Rey kam er dafür bis ins Finale und setzte sich dort mit 2:1 gegen den Erzrivalen FC Barcelona unter Tata Martino durch.[23] In der Champions League führte er die Königlichen nach Siegen über den FC Schalke 04, Borussia Dortmund und den Titelverteidiger FC Bayern München ebenfalls ins Endspiel.[24] Im Finale in Lissabon stand man in einem Derbi madrileño dem von Diego Simeone trainierten Lokalrivalen Atlético Madrid gegenüber.[25] Nachdem Ancelottis Team ab der 36. Minute mit 0:1 hinten gelegen hatte, gelang Sergio Ramos in der Nachspielzeit per Kopf der Ausgleich zum 1:1. In der Verlängerung schossen Gareth Bale, Marcelo und Cristiano Ronaldo drei weitere Tore zum deutlichen 4:1-Endstand.[26] Durch den Sieg wurde Ancelotti nach Bob Paisley zum zweiten Trainer, der dreimal die Champions League bzw. den Europapokal der Landesmeister gewann.[27]

Zu Beginn seiner zweiten Saison konnte Ancelotti gleich einen weiteren Erfolg feiern. Am 12. August 2014 setzte man sich dank eines „Doppelpacks“ von Cristiano Ronaldo mit 2:0 gegen den FC Sevilla im UEFA Super Cup durch.[28] Für Ancelotti war es der dritte UEFA-Super-Cup-Gewinn als Trainer. Einige Monate später im Dezember 2014 konnte Ancelotti dann seine zweite und Real Madrid seine erste FIFA-Klub-Weltmeisterschaft gewinnen.[29] In der Liga wurde Ancelottis mit seiner Mannschaft am Ende der Saison mit 92 Punkten Vizemeister, mit zwei Punkten Rückstand auf den FC Barcelona und Luis Enrique. In der Copa del Rey misslang die Titelverteidigung durch eine 2:4-Achtelfinalniederlage gegen Stadtrivale Atlético Madrid.[30] In der Champions League schafften es die Titelverteidiger nach einem 5:4-Achtelfinalsieg über Schalke[31] und 1:0-Viertelfinalsieg über Atlético ins Halbfinale.[32] Dieses ging knapp mit 2:3 gegen Ancelottis Ex-Verein Juventus Turin unter Massimiliano Allegri verloren, womit die Titelverteidigung verpasst wurde.[33] Nachdem am Ende der Saison kein großer Titel gewonnen worden war, trennte der Verein sich entgegen des Wunsches der Spieler[34] ein Jahr vor Vertragsende[35] von Ancelotti und ersetzte ihn durch SSC Neapels Rafael Benítez.[36] Benítez sollte es im Anschluss nur eine halbe Spielzeit bei Real Madrid halten, bevor er Anfang Januar wegen schlechter Ergebnisse entlassen und durch Ancelottis Ex-Assistenztrainer Zinédine Zidane ersetzt wurde.[37]

FC Bayern München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2016/17 verpflichtete ihn der FC Bayern München als Nachfolger des zu Manchester City wechselnden Trainers Pep Guardiola. Er erhielt beim deutschen Rekordmeister einen bis zum 30. Juni 2019 datierten Vertrag.[38][39] Am 11. Juli 2016 wurde er im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.[40] In seinem ersten Pflichtspiel gewann er mit den Münchnern am 14. August 2016 durch einen 2:0-Sieg gegen Borussia Dortmund den DFL-Supercup. Nach dem Auswärtssieg in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 5:0 gegen Carl Zeiss Jena gewann Ancelotti am 26. August 2016 auch sein erstes Bundesligaspiel mit 6:0 gegen Werder Bremen. Am Saisonende gewann er mit Bayern die deutsche Meisterschaft. 2017 war Ancelotti damit der erste Trainer, der in vier der fünf großen europäischen Ligen – Deutschland, Frankreich, England und Italien – die nationale Meisterschaft gewonnen hat. In der Bundesliga am sechsten Spieltag infolge eines 2:2-Unentschiedens nach 2:0-Führung zur Pause gegen den VfL Wolfsburg auf den dritten Tabellenplatz abgerutscht, stellte der FC Bayern Ancelotti nach einer 0:3-Niederlage in der Champions-League-Gruppenphase bei Paris St. Germain am 28. September 2017 frei.[41]

SSC Neapel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2018/19 unterschrieb Ancelotti einen Dreijahresvertrag als Cheftrainer beim italienischen Erstligisten SSC Neapel[42] und löste somit Maurizio Sarri ab. In seiner ersten Saison wurde er mit 79 Punkten Vizemeister hinter dem mit elf Punkten enteilten Titelverteidiger Juventus Turin. Für Napoli war es die zweite Vizemeisterschaft in Folge. In der Champions League schied er mit der SSC Neapel bereits in der Gruppenphase aus und gelangte dadurch in die Europa League. Dort kam er bis ins Viertelfinale, wo er mit 0:3 am FC Arsenal unter Unai Emery scheiterte.

Im Folgejahr erreichte die SSC Neapel unter Ancelotti in der Königsklasse die Finalrunde, verlor in der heimischen Liga jedoch immer mehr den Anschluss an die Spitzengruppe. Wettbewerbsübergreifend hatte Napoli darüber hinaus die letzten neun Pflichtspiele nicht gewinnen können. Daraus resultierend entließ der Verein ihn am 10. Dezember 2019 im Anschluss an einen 4:0-Sieg gegen KRC Genk im letzten Champions-League-Gruppenspiel.[43]

FC Everton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach acht Jahren kehrte der Italiener Ende Dezember 2019 in die Premier League zurück und wurde Cheftrainer des FC Everton, der sich zu diesem Zeitpunkt auf dem 16. Tabellenplatz befand. Sein Vertrag war bis zum Ende der Saison 2023/24 gültig.[44] Die Saison 2019/20 schloss der Verein auf dem 12. Platz ab. In die Saison 2020/21 startete die Mannschaft mit vier Siegen. Bis inklusive des 6. Spieltags war man Tabellenführer. Im September 2020 wurde Ancelotti mit dem Titel Premier League Manager of the Month ausgezeichnet. Die starken Leistungen konnten nicht gehalten werden und Everton wurde letztlich Zehnter.

Rückkehr zu Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Saison 2021/22 kehrte Ancelotti zu Real Madrid zurück. Er unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 und folgte auf den zurückgetretenen Zinédine Zidane.[45] Auf Anhieb führte Ancelotti den Verein zum Gewinn der 35. Meisterschaft und avancierte damit zum ersten Trainer mit Meistertiteln in den fünf großen europäischen Ligen: Italien, England, Deutschland, Frankreich und Spanien.[46] In der Champions League führte er die Königlichen nach Erfolgen über seine Ex-Vereine Paris Saint-Germain und den FC Chelsea sowie Manchester City ins Endspiel.[47] Durch den Einzug ins Finale wurde Ancelotti zum ersten Trainer, der an fünf Champions-League-Endspielen teilnahm.[48] Im Finale in Paris traf er mit seinen Schützlingen in einer Neuauflage der Endspiele von 1981 und 2018 auf den FC Liverpool. Für Ancelotti war es die dritte Finalbegegnung mit den Reds nach 2005 und 2007. Die Partie in Paris konnte dank eines Treffers von Vinícius Júnior mit 1:0 gewonnen werden. Durch den 1:0-Finalsieg gewann Ancelotti zum vierten Mal als Trainer die Champions League und wurde Rekordsieger des Wettbewerbs.[49]

Zu Beginn der Spielzeit 2022/23 gewann Ancelotti dank Toren von David Alaba und Karim Benzema den UEFA-Super-Cup gegen Eintracht Frankfurt und wurde somit zum ersten Trainer mit vier UEFA-Super-Cup-Siegen.[50] Mitte Januar 2023 gewann er dann seinen ersten spanischen Supercup und im Februar wurde er zum dritten Mal Klub-Weltmeister.[51] In der Meisterschaft scheiterte die Titelverteidigung und er wurde mit 10 Punkten Rückstand auf Barcelona und Xavi Vizemeister. Durch einen 2:1-Finalsieg über CA Osasuna, gewann er dafür nach 2014 zum zweiten Mal die Copa del Rey. In der Champions League gelang ihm nach Siegen über Liverpool und Chelsea der Einzug ins Halbfinale, wo man nach 2022 erneut auf Manchester City und Pep Guardiola traf. Das Hinspiel in Madrid endete zunächst 1:1. Im Halbfinalrückspiel in Manchester stand Ancelotti im 191. Spiel an der Seitenlinie, womit er den CL-Rekord von Alex Ferguson (190 Spiele) übertraf.[52] Die Partie im Etihad-Stadion endete blamabel 0:4, womit die Titelverteidigung verpasst wurde.[53] Im Dezember 2023 verlängerte Ancelotti seinen noch bis Saisonende datierten Vertrag bis 30. Juni 2026.[54]

Titel als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International
Italien

(alle AC Mailand)

England

(alle FC Chelsea)

Frankreich
Spanien

(alle Real Madrid)

Deutschland

(alle FC Bayern München)

Persönliche Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Carlo Ancelotti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Real Madrid zum 35. Mal Meister orf.at, 30. April 2022, abgerufen am 2. Mai 2022
  2. Auf eines reagiert Ancelotti extrem empfindlich, welt.de, vom 2. Juni 2016.
  3. Ancelotti: “Alla Juve mi odiavano. Calciopoli? Bisognava ripulire il calcio italiano”. tuttosport.com, 26. April 2022, abgerufen am 5. Mai 2022 (italienisch).
  4. Handstreich bei Milan: Ancelotti ersetzt Terim, FAZ, 6. November 2001
  5. Deportivo stun the holders BBC.com, 8. April 2004 (englisch)
  6. "Rossoneri" verlängern mit Carlo Ancelotti, Kicker, 31. August 2004
  7. Liverpool siegt nach sensationeller Aufholjagd, Spiegel, 25. Mai 2005
  8. Real will Ancelotti, Rheinische Post, 20. März 2006
  9. Carlo Ancelotti verlängert vorzeitig, Kicker, 21. März 2006
  10. Ancelotti läutet «Ära Carlo» bei Milan ein (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) www.fussball24.de, 29. März 2007.
  11. Milan turn down Chelsea approach for Ancelotti 20. Juni 2008, The Guardian (englisch)
  12. Ancelotti neuer Chelsea-Manager
  13. Milan turn down Chelsea approach for Ancelotti 20. Juni 2008, The Guardian (englisch)
  14. Ancelotti neuer Chelsea-Manager
  15. Spielbericht Chelsea gegen Inter, 16. März 2010, Kicker
  16. Zwei Favoriten für Ancelotti-Nachfolge, spox.com, 10. Mai 2011, abgerufen am 10. März 2022
  17. Chelsea entlässt Trainer Ancelotti, spox.com, 22. Mai 2011, abgerufen am 10. März 2022
  18. Meldung vom 30. Dezember 2011 bei France Football (französisch)
  19. PSG-Trainer: Ancelotti möchte Mourinho bei Real beerben, Spiegel Online vom 19. Mai 2013.
  20. Le Paris Saint-Germain choisit Laurent Blanc, 25. Juni 2013 (französisch)
  21. Carlo Ancelotti, new Real Madrid coach (Memento vom 28. Juni 2013 im Internet Archive), 25. Juni 2013 (englisch)
  22. a b Zidane wird Ancelottis Assistent bei Real Madrid, Welt, 26. Juni 2013
  23. Dank Bales Supersprint: Madrid gewinnt die Copa, Kicker, 16. April 2014
  24. Real Madrid demütigt Bayern, SPOX, 29. April 2014
  25. Atletico folgt Stadtrivale Real ins Finale, SPOX, 30. April 2014
  26. Der Traum ist wahr: Real gewinnt "La Décima", Kicker, 24. Mai 2014
  27. Carlo Ancelotti stellt Rekord von Bob Paisley ein, SPOX, 23. Mai 2014 (spanisch)
  28. Real Madrid gewinnt den UEFA-Supercup, BRF, 13. August 2014
  29. Real Madrid gewinnt Club-WM, DW, 20. Dezember 2014
  30. Real fliegt aus dem spanischen Pokal, tz, 15. Januar 2015
  31. Ein Tor fehlt Schalke zum Wunder, FAZ, 10. März 2015
  32. Spielbericht Real Madrid vs. Atlético Madrid, BBC Sport, 22. April 2015 (englisch)
  33. Real scheitert an Juventus, ZEIT, 15. Mai 2015
  34. Real Madrid wirft Trainer Ancelotti raus, FAZ, 26. Mai 2015
  35. Perez verjagt Erfolgstrainer: Ancelotti muss gehen, Kicker online, 25. Mai 2015.
  36. Benítez wird neuer Trainer bei Real Madrid, Spiegel, 3. Juni 2015
  37. Benitez entlassen - Zidane übernimmt, Rheinische Post, 4. Januar 2016
  38. Presseerklärung des FC Bayern, abgerufen am 20. Dezember 2015.
  39. kicker.de, abgerufen am 20. Dezember 2015.
  40. Ancelotti verspürt 'große Lust' auf den FC Bayern fcbayern.de, abgerufen am 9. August 2016.
  41. Pressemitteilungen des FC Bayern München, abgerufen am 28. September 2017
  42. Pressemitteilungen des SSC Neapel, abgerufen am 23. Mai 2018
  43. Comunicato Stampa della SSC Napoli, sscnapoli.it, abgerufen am 11. Dezember 2019 (italienisch)
  44. Ancelotti appointed Everton manager, evertonfc.com, abgerufen am 21. Dezember 2019 (englisch)
  45. Offizielle Pressemitteilung: Ancelotti, realmadrid.com, 1. Juni 2021, abgerufen am 1. Juni 2021.
  46. Ancelotti makes history. In: marca.com. 30. April 2022, abgerufen am 30. April 2022 (englisch).
  47. Volker Schulte: CL-Halbfinale: Comeback-Helden von Real Madrid - wie haben die das gegen Manchester City gemacht? Abgerufen am 6. Januar 2024.
  48. Champions League: Fünfter Finaleinzug! Carlo Ancelotti schreibt mit Real Madrid Geschichte. 4. Mai 2022, abgerufen am 6. Januar 2024.
  49. Real-Coach Ancelotti nun auch Champions-League-Rekordsieger, Sportschau, 29. Mai 2022
  50. Real Madrid schlägt Frankfurt und gewinnt den UEFA Super Cup. In: FIFA.com. 8. Oktober 2022, abgerufen am 6. Januar 2024.
  51. Real Madrid gewinnt souverän die Klub-Weltmeisterschaft. 11. Februar 2023, abgerufen am 6. Januar 2024.
  52. UEFA.com: Neuer Rekord: Carlo Ancelotti schreibt mit 191. Spiel Champions-League-Geschichte als Trainer. 17. Mai 2023, abgerufen am 17. Mai 2023.
  53. Liveticker | Manchester City - Real Madrid 4:0 | Halbfinale | Champions League 2022/23. Abgerufen am 17. Mai 2023.
  54. Filip Knopp: Offiziell! Real Madrid verlängert Vertrag mit Carlo Ancelotti bis 2026 - REAL TOTAL. 29. Dezember 2023, abgerufen am 29. Dezember 2023 (deutsch).
  55. Bendoni Consulting: Mohamed Salah ( Best Arab Player of the Year ). In: Globe Soccer Awards. Abgerufen am 18. November 2022 (amerikanisches Englisch).
  56. https://www.die-tagespost.de/aus-aller-welt/aus-aller-welt/Beim-Namen-genannt;art309,173195
  57. Carlo Ancelotti erhält Gastrolle in neuem Star Trek-Film
  58. Carlo Ancelotti (Trainerprofil) in der Datenbank von transfermarkt.de, abgerufen am 5. Mai 2022.
  59. Saarbrücker Zeitung: Fußball: Italienischer Trainer Ancelotti jetzt auch Ehrendoktor. 11. Oktober 2023, abgerufen am 11. Oktober 2023.