Carlos Chagas

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Carlos Chagas

Carlos Justiniano Ribeiro das Chagas (* 9. Juli 1879 in Oliveira; † 8. November 1934 in Rio de Janeiro) war ein brasilianischer Arzt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chagas wurde als Sohn einer angesehen Familie geboren. Er studierte bei den Jesuiten in Ouro Preto, São Paulo und Rio de Janeiro. Chagas beschrieb 1909 erstmals die nach ihm benannte Chagas-Krankheit bei Gleisbauarbeitern, die vermeintlich an Malaria litten. Er untersuchte auch den Zusammenhang zwischen blutsaugenden Insekten und dem endemischen Kretinismus.[1] Er benannte den Erreger der Chagas-Krankheit nach seinem Mentor Oswaldo Cruz als Trypanosoma cruzi. Chagas wurde im Jahr 1926 zum Mitglied der Leopoldina[2] gewählt.

Carlos Chagas leitete im Jahr 1918 die Initiative zur Bekämpfung der Spanischen Grippe in Brasilien. Im Jahr 1919 reiste er in die Vereinigten Staaten von Amerika, um sich über die Möglichkeiten des Aufbaus einer modernen Gesundheits- und Krankenpflege zu informieren. Er konnte die Rockefeller-Foundation für dieses Anliegen gewinnen und so konnte die brasilianische Krankenschwester Edith de Magalhães Fraenkel mithilfe eines Stipendiums der Rockefeller Foundation im Jahr 1922 ebenfalls in die USA reisen und an der Philadelphia General School of Nursing an einem Studienprogramm teilnehmen. Edith de Magalhães Fraenkel wurde in den Folgejahren eine der Hauptfiguren beim Aufbau moderner Pflegestrukturen in Brasilien.[3]

1999 wurde der Asteroid (9483) Chagas nach ihm benannt.

Sein Sohn Carlos Chagas Filho (1910–2000) war ebenfalls Mediziner und Biophysiker.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nova tripanozomiase humana. Estudos sobre a morfologia e o ciclo evolutivo se Schizotrypanum cruzi n. gen. n. sp. agente etiologico de nova entidade morbida do homem, Mem. Inst. Oswaldo Cruz (1909): Neue Trypanos., in: Arch. für Schiffs- und Trop.hyg., 1909, 120-122 (s. Wolfgang U. Eckart: Ärztelexikon.)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang U. Eckart und Christoph Gradmann: Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart, 2. Aufl. 2001 Springer Verlag Heidelberg, Berlin, New York, S. 75, 3. Aufl. S. 77.
  2. Mitgliedseintrag von Carlos Chagas bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 8. März 2017.
  3. Taka Oguisso, Genival Fernandes de Freitas, Magali Hiromi Takashi: Edith de Magalhães Fraenkel: O maior vulta da Enfermagem brasileira, scielo.br, abgerufen am 8. März 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carlos Chagas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien