Carlsplatz

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Carlsplatz
Wappen der Landeshauptstadt Duesseldorf.svg
Platz in Düsseldorf
Carlsplatz
Der Carlsplatz von oben gesehen
Basisdaten
Ort Düsseldorf
Ortsteil Altstadt
Angelegt Mittelalter
Neugestaltet 1995
Einmündende Straßen Benrather Straße, Berger Straße, Mittelstraße, Hohe Straße, Bilker Straße
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr
Platzgestaltung Ganzjähriger Markt
Technische Daten
Platzfläche ca. 7.000 m²

Der Carlsplatz, lange Zeit Karlplatz, ist der älteste noch betriebene Marktplatz in Düsseldorf. Er liegt südlich der Altstadt, in der Carlstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Markt- und Jahrmarktrechte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markttag

Mit der Erhebung zur Stadt im Jahre 1288 erhielt Düsseldorf Stadt- und Marktrechte. Im Einzelnen wurden folgende Markt- und Jahrmarktrechte von Graf Adolf V. zugestanden:[1]

  • zwei freie Jahrmärkte zu Pfingsten und dem Jahrestag des Hl. Lambertus, jeweils 3 Tage vor und 3 Tage nach dem Feiertag sowie
  • an jedem Dienstag der Woche einen allgemeinen freien Markttag

Lag der Marktplatz ursprünglich im Bereich von Altestadt und Krämerstraße, so wurde er später vor dem Rathaus und dem dortigen Marktplatz abgehalten.

1371 wurden die Marktrechte von Graf Wilhelm I. erweitert.[1] Die Stadt erhielt das Recht, für die Abhaltung der Märkte Maß- und Waagegeld zu erheben. Hierdurch erhielt die Stadt eine wichtige finanzielle Einnahmequelle. Zusätzlich wurde ein Markt am Sonntag erlaubt, der von Samstagabend bis Montagmorgen durchgeführt werden durfte.

Ein weiterer Markt wurde 1482 durch Herzog Wilhelm III. als sechstägiger Jahrmarkt am St.-Albanstag bewilligt.[1] Zusätzlich durfte nun auch jeden Mittwoch ein freier Kornmarkt abgehalten werden. Da in dieser Zeit die Stadt expandierte, wurden diese verschiedenen Wochenmärkte regional bedeutender. Der Warenverkehr über die Rheinschifffahrt verstärkte diesen Effekt, dies kam den Märkten ebenfalls zugute.

1546 wurde eine neue Marktordnung durch den Herzog Wilhelm V. erlassen. Auf dem Marktplatz, wie andernorts in der Stadt, wurden freie Wochenmärkte am Dienstag abgehalten. Hierfür durften nun Standgebühren erhoben und Qualitätskontrollen eingeführt werden.

Mit der Erhebung zur Hauptstadt der Herzogtümer Berg, Jülich, Kleve und der Grafschaft Mark im 16. Jahrhundert stieg die Bedeutung des Düsseldorfer Marktes, mit den Händlern der Reichsstadt Köln entstand ein Handelskonflikt.

Später wurde in Düsseldorf erlaubt, Märkte an allen Tagen in der Woche außer samstags und sonntags abzuhalten. Unter Kurfürst Karl Theodor wurde 1774 eine entsprechende Marktordnung für den Großen Markt (vor dem Rathaus) und den Fischmarkt (auf einen Platz zwischen Rhein und Zolltor) erlassen.[2]

Markt auf dem Carlsplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Errichtung der Carlstadt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde dort auch ein neuer Platz, der Carlsplatz, angelegt. Dieser wurde zuerst während der französischen Besetzung von Düsseldorf 1797 als Exerzier- und Paradeplatz für die französische Garnison ausgebaut und benutzt.[3] Auch die Preußen benutzten zusätzlich den Carlsplatz um Mitte des 19. Jahrhunderts zum Exerzieren für ihrer Soldaten, die in den Kasernen an der Kasernenstraße stationiert waren. Das Gelände bei den Kasernen war für die Ausbildung aller Soldaten nicht ausreichend.[4]

Im Jahre 1804 fand der Severins-Jahrmarkt erstmals auf dem Carlsplatz statt, allerdings unter großen Protesten, die Polizeischutz für die Markthändler nötig machten.

Vier Jahre später, im Jahr 1808, setzte sich der Carlsplatz als Standort für die vier einwöchigen Jahrmärkte Düsseldorfs gegen den Markt der Altstadt durch. 1821 wurde der St. Nicola-Jahrmarkt ebenfalls auf den Carlsplatz verlegt.

Nach Ende der Franzosenzeit unter den Preußen waren die von den Franzosen verbotenen Belustigungen zu den drei Karnevalstagen von Sonntag bis Dienstag auch auf Straßen und Plätzen in der Stadt wieder erlaubt. Der Höhepunkt dieser öffentlichen Aktivitäten erfolgten ab den 1820er Jahren Dienstags auf dem Carlsplatz. Bereits zu dieser Zeit waren polizeiliche Vorgaben hinsichtlich Wagen- und Reitverkehr für diesen Dienstag auf Straßen und Plätzen zu beachten.[5] Von 1841 bis 1860 befanden sich ein Carnevalsdenkmal und ein Hoppeditz-Denkmal auf dem Platz. Ab 1888 durften Zirkusse und Schaubuden nicht mehr auf den Carlsplatz, da man den Lärm den Anwohnern nicht mehr zumuten wollte.

Ab 1910 war der Karlplatz, nun mit K und ohne s geschrieben, endgültig als Wochenmarkt etabliert. Ab 1940 wurde er allerdings auf den Schwanenmarkt verlegt, da unter dem Karlplatz ein Luftschutzbunker errichtet wurde. Nach dem Krieg kehrte ab Mai 1951 der Markt auf den Karlplatz zurück.[6] Das Parkhaus am Rande des Platzes wurde 1970 erbaut.

1997 bildete sich eine Interessengemeinschaft der Händler, die den Platz seitdem von der Stadt pachtet und in Eigenregie vermarktet. 1998 wurde die Glasüberdachung errichtet, die Glaspavillons 2002.

Karlplatz und Carlsplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Carlsplatz veränderte seine Schreibweise im Laufe der Zeit. Insbesondere büßte er im 20. Jahrhundert das rheinische Fugen-s ein. Die Bevölkerung akzeptierte dies jedoch nie und nannte den Platz stets Karlsplatz, auch wenn dies grammatikalisch fragwürdig war (Karls Platz, der Platz des Karl, aber Karlplatz als ein Wort). Über Jahrzehnte hinweg weigerte sich die Stadt, die Sprechweise der Bevölkerung zu übernehmen. Inzwischen ist das S allerdings auf Initiative der Bürgergesellschaft Alde Düsseldorfer zurückgekehrt, auch die Schreibweise mit C zu Beginn wurde wieder eingeführt.

Brunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Carlsplatz befindet sich ein von dem Bildhauer Ferdinand Heseding (1893–1961) im Jahre 1958 geschaffener Brunnen.

Hauptartikel: Brunnen am Carlsplatz

Der Carlsplatz heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carlsplatz an einem Samstag

Der Carlsplatz ist auch heute noch der wichtigste Marktplatz der Stadt, an dem an sechs Wochentagen, außer an Feiertagen, Markt abgehalten wird. 60 Markthändler[7] bieten vor allem Lebensmittel, Obst und Gemüse, Eier, Fleisch, Fisch, Geflügel und Backwaren sowie die traditionellen Reibekuchen mit Apfelmus und fertiger Backfisch an. Es existieren auch Stände mit abweichendem Warenangebot, seit 2002 beispielsweise ein Anbieter von Töpfen und Pfannen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf Düsseldorfer Geschichtsverein: Teil 3, H. Eschenbach, in Kapitel: Zur Verfassungsgeschichte der Stadt Düsseldorf, S. [72]55.
  2. Karl Theodor ‹Pfalz, Kurfürst›, in: Ordnung für den Großen- und Fischmarkt der Haupt- und Residenz-Stadt Düsseldorf, 1774, bei C.Ph.L.Stahl, 8 S. (Internetfassung)
  3. Düsseldorfer Geschichtsverein, in: Festschrift zum 600jährigen Jubiläum, 1888, S. [466]449.
  4. In: Zeitschrift des Düsseldorfer Geschichtsverein. 1883, Nr. 1, S. [20]15. Onlineausgabe
  5. In: Düsseldorfer Zeitung. Ausgabe vom 12. Februar 1825. S. [176]. Onlineausgabe
  6. Verwaltungsbericht der Landeshauptstadt Düsseldorf. In: vom 1. April 1951 bis 31. März 1953. S. [225]221. Onlinefassung
  7. Valentina Meissner: Düsseldorf hat den schönsten Markt in Nordrhein-Westfalen. Artikel vom 17. August 2014 im Portal derwesten.de, abgerufen am 17. August 2014

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carlsplatz (Düsseldorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 13′ 25″ N, 6° 46′ 25″ O