Carmen de Jong

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Carmen de Jong ist eine deutsche[1] Geografin und Hydrologin. Sie ist Professorin für Hydrologie an der Fakultät für Geografie und Raumplanung der Universität Straßburg.[2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Jong absolvierte 1989 an der Universität Aberdeen ein Masterstudium der physikalischen Geografie, promovierte 1993 an der Freien Universität Berlin in physikalischer Geografie und habilitierte sich 2005 an der Universität Bonn in Geografie.[2] Von 2006 bis 2015 war sie Professorin für Geografie an der Université Savoie-Mont-Blanc.[2] Im Jahr 2015 nahm sie einen Ruf an die Universität Straßburg an.[2]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Jongs Forschungsschwerpunkte sind die nachhaltige Entwicklung in Berggebieten und die Überbrückung der Kluft zwischen Forschern, politischen Entscheidungsträgern, Interessengruppen und Medien von lokaler bis internationaler Ebene.[2]

Sie zeichnet angesichts der Klimakrise ein nüchternes Bild von der Zukunft des Wintersports. So sagte sie etwa 2017: „In 5 bis 10 Jahren ist Schluss mit dem Wintersport im Schwarzwald.“[3]

De Jong gilt als Kritikerin des Einsatzes von Kunstschnee in Skigebieten. Sie mahnt an, dass durch eine künstliche Beschneiung die Gefahr einer Austrocknung drohe.[4] Nach kritischen Studien zum Kunstschnee wurden de Jong Forschungsmittel und Projekte entzogen; sie sah sich daraufhin als Opfer einer Mobbingkampagne derjenigen, die am „Skizirkus“ in den Alpen gut verdienten.[1] „Schneekanonen haben eine starke Lobby in Frankreich“, sagte de Jong.[1] „Der Präsident der Landesregierung und die Betreiber der großen Skistationen setzten den Uni-Präsidenten unter Druck. Es sei Sache von Politikern und Seilbahnvertretern, zu entscheiden, ob über Kunstschnee geforscht werde – oder eben nicht, weil er nämlich kein Problem darstelle.“[4]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • O. Schulz, C. de Jong: Snowmelt and sublimation: field experiments and modelling in the High Atlas Mountains of Morocco. In: Hydrology and Earth System Sciences Discussions. Band 8, Nr. 6, 2004, S. 1076–1089.
  • C. de Jong, D. Lawler, R. Essery: Mountain hydroclimatology and snow seasonality—perspectives on climate impacts, snow seasonality and hydrological change in mountain environments. In: Hydrological Processes: An International Journal. Band 23, Nr. 7, 2009, S. 955–961.
  • C. de Jong: Challenges for mountain hydrology in the third millennium. In: Frontiers in Environmental Science. Band 3, 2015, S. 38.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Umweltschützer warnen vor Schneekanonen. MOZ, 10. März 2011, abgerufen am 7. Dezember 2019.
  2. a b c d e https://loop.frontiersin.org/people/87694/bio
  3. Wintersport im Schwarzwald: Forscherin sieht schwarz. Baden Online, 30. Oktober 2010, abgerufen am 7. Dezember 2019.
  4. a b Wasserknappheit in den Alpen: «Dieses Wettrüsten ist ein Irrsinn». Die Wochenzeitung, 7. April 2011, abgerufen am 7. Dezember 2019.