Carnivore (Band)

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Carnivore
Carnivore auf dem Wacken Open Air 2006
Carnivore auf dem Wacken Open Air 2006
Allgemeine Informationen
Herkunft New York City, Vereinigte Staaten
Genre(s) Thrash Metal, Hardcore[1]
Gründung 1982
Auflösung 1989
Gründungsmitglieder
Peter Steele † 2010
Stan Pillis
Louie Beato
Weitere Mitglieder
Keith Alexander † 2005
E-Gitarre
Marc Piovanetti

Carnivore war eine Thrash-Metal-Band aus Brooklyn, New York City, USA, die hauptsächlich von ihrer Gründung 1983 bis zur Auflösung 1988 aktiv war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende des gemeinsamen Bandprojektes Fallout gründeten Bassist und Sänger Peter Ratajczik sowie Schlagzeuger Louis Beato Anfang 1982 die Band Disciple. Der erste Gitarrist Larry wurde kurz nach Bandgründung durch Stan Pillis ersetzt.[2] Nach mehrern Monaten gemeinsamen Probens änderte die Band Mitte 1982 ihren Namen in Carnivore.[3] Im Laufe des Jahres 1983 schrieb PeterRatajczik Songs wie Predator und World War III & IV, der erste Live-Auftritt als Carnivore fand am 6. Juni 1983 statt, dabei trugen die Musiker erstmals die charakteristischen Kostüme.[4]

Mitte 1985 wurde das Debütalbum Carnivore aufgenommen. Zu kontroversen Reaktionen führten die mehrdeutigen Texte, trotzdem bot Roadrunner Records der Band 1984 einen Plattenvertrag an[5]. Gitarrist Keith Alexander (am 11. Juli 2005 aufgrund eines Fahrradunfalls verstorben) stieg nach der Veröffentlichung des Albums 1986 aus der Band aus und wurde durch Marc Piovanetti ersetzt. Nach der Veröffentlichung des zweiten Albums, Retaliation (1987), und auf dem vorläufigen Bekanntheits-Höhepunkt der Band, stieg Marc Piovanetti im Februar 1988 aus, um bei der Band Crumbsuckers mitzuspielen. Carnivore löste sich in der Folge auf. Knapp ein Jahr später gründete Peter Steele die Band Type O Negative, die bis zu ihrem zweiten Album stilistisch und inhaltlich noch deutlich durch Carnivore geprägt waren.

Von 1994 bis 1996 gab es diverse Reunion-Minitourneen an der Ostküste der USA, zumeist beschränkten sich die Auftritte allerdings auf den Bundesstaat New York. Bei diesen Auftritten (mit dem letzten Line-Up der Band) wurde die gesamte Bühnenshow auf eine Reproduktion von Sowjetunion-Ästhetik und -Symbolen ausgerichtet und Informationsbroschüren der Kommunistischen Partei der USA verteilt.

2006 spielten Carnivore zwei Gigs in Deutschland (der eine beim Wacken Open Air, der andere in einem Club in Hamburg, als Ersatz für den ausgefallenen Gig bei einem Monsters of Rock in Bulgarien), allerdings mit einem neuen Line-Up: Außer Peter Steele spielten Steve Tobin (ehemals Dust to Dust) als Drummer, Joey Zampela (Life of Agony) als Gitarrist und Paul Bento (Sitar- und Tamburinspieler auf mehreren Type-O-Negative-Alben) als Gitarrist. Dieselbe Besetzung war auch für sieben weitere Gigs an der Ostküste der USA eingeplant. Für die ersten zwei Gigs dieser Mini-Tournee trat die Heavy-Metal-Band Seventh Void (bestehend aus den Type-O-Negative-Mitgliedern Kenny Hickey und Johnny Kelly sowie Matt Brown von Trespassers William und Ryan Juhrs von Flaw) als Vorgruppe auf.

2007 spielten Carnivore auf einer Tournee, die sie auch nach Europa führte.

Auftreten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carnivore auf dem Wacken Open Air 2006 mit weiblicher Unterstützung, die Kunstblut ins Publikum feuert

Carnivore war berüchtigt für ihre Auftritte, bei denen die Bandmitglieder in martialischen, an Mad-Max-Szenarien erinnernden Kostümen auftraten und regelmäßig Tierblut und -kadaverteile in das Publikum warfen. Ebenso provozierend waren die Liedtexte, in denen in extremer und misanthropischer Weise Geschlechterrollen, Antitheismus, Homophobie und radikaler und bis zur Apokalypse gewendeter Kulturpessimismus in Hinsicht auf den technologischen Fortschritt und Rassentheorien thematisiert und auch zelebriert wurden. Besonders großen Ärger brachte der Band ihr Song „Jesus Hitler“ ein, in dessen Intro ein Ausschnitt aus einer Hitler-Rede vom Reichsparteitag 1934 („Das Ziel aber muss sein, alle anständigen Deutschen werden Nationalsozialisten. Nur die besten Nationalsozialisten sind Parteigenossen.“; auch verwendet in Triumph des Willens) und Choralgesänge übereinandergespielt wurden. Der Text behandelt auf äußerst zynische Weise den inneren Konflikt des Sohnes einer Nonne, die im Zweiten Weltkrieg von einem Soldaten der Wehrmacht vergewaltigt wurde.

Manche Kritiker vermuteten hinter den Provokationen eine Affirmation der extremen Positionen in den Liedern und warfen der Band Rassismus, Misogynie[6]/Sexismus und Nationalismus vor.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Carnivore
  • 1987: Retaliation
  • 1991: Retaliation/Carnivore (Wiederveröffentlichung)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Holger Stratmann: Carnivore. Retaliation. In: Rock Hard. Nr. 22 (rockhard.de [abgerufen am 26. September 2014]).
  2. Jeff Wagner: Soul On Fire. S. 36f.
  3. Jeff Wagner: Soul On Fire. S. 41.
  4. Jeff Wagner: Soul On Fire. S. 44.
  5. RockHard-Enzyklopädie: 700 der interessantesten Rockbands aus den letzten 30 Jahren, RockHard-Verlag, Dortmund 1998, S. 60, ISBN 3-9805171-0-1
  6. Joachim Prein: Carnivore. Carnivore. In: Rock Hard. Nr. 16 (rockhard.de [abgerufen am 26. September 2014]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carnivore – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien