Carola Sachse

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Carola Sachse (* 1951 in Kassel) ist eine deutsche Historikerin, die an der Universität Wien Zeitgeschichte unterrichtet hat. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Zeit des Nationalsozialismus sowie die Geschlechtergeschichte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachse studierte von 1969 bis 1974 Geschichte, Romanistik, Politikwissenschaften, Pädagogik und Philosophie an den Universitäten Fribourg (Schweiz), Frankfurt am Main und an der Freien Universität Berlin. 1975 absolvierte sie das erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Geschichte, Sozialkunde, Erziehungswissenschaften und Philosophie. Von April 1977 bis September 1982 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung der FU Berlin im Arbeitsbereich Vergleichende Faschismusforschung. Von Dezember 1984 bis September 1986 war sie Stipendiatin des Hamburger Instituts für Sozialforschung. 1987 promovierte sie an der TU Berlin mit der Arbeit Siemens, der Nationalsozialismus und die moderne Familie. Eine Untersuchung zur sozialen Rationalisierung in Deutschland im 20. Jahrhundert.

2001 habilitierte sie sich an der Fakultät 1 der TU Berlin mit der Arbeit Hausarbeitstag. Gerechtigkeit und Gleichberechtigung in Ost und West 1939–1994. Sachse war Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Frankfurter Institut für Sozialforschung, Wissenschaftliche Angestellte des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin und Geschäftsführerin des Förderprogramms Frauenforschung des Senats von Berlin. Von 2000 bis 2004 war sie Projektleiterin im Forschungsprogramm der Max-Planck-Gesellschaft zur Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus, in deren Rahmen sie mehrere Bände edierte. Sachse war seit Februar 2004 Professorin für Zeitgeschichte an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Die Historikerin gehört dem Beirat der Zeitschrift Feministische Studien an. Zum 1. Oktober 2016 wurde Sachse an der Universität Wien emeritiert.[1]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siemens, der Nationalsozialismus und die moderne Familie. Eine Untersuchung zur sozialen Rationalisierung in Deutschland im 20. Jahrhundert. Rasch & Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-374-5.
  • Hrsg., mit Benoit Massin: Biowissenschaftliche Forschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten und die Verbrechen des NS-Regimes. Informationen über den gegenwärtigen Wissensstand (= Ergebnisse. Bd. 3). Forschungsprogramm „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“, Berlin 2000 (PDF; 200 kB).
  • Der Hausarbeitstag. Gerechtigkeit und Gleichberechtigung in Ost und West 1939–1994. Wallstein-Verlag, Göttingen 2002, ISBN 3-89244-508-7 (Zugl.: Berlin, Techn. Univ., Habil.-Schr., 2001).
  • Hrsg.: Die Verbindung nach Auschwitz. Biowissenschaften und Menschenversuche an Kaiser-Wilhelm-Instituten. Dokumentation eines Symposiums (= Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Bd. 6). Wallstein-Verlag, Göttingen 2003, ISBN 3-89244-699-7.
  • Hrsg. mit Mark Walker: Politics and Science in Wartime. Comparative International Perspectives on the Kaiser Wilhelm Institutes (= Osiris. 2nd Ser., Bd. 20). University of Chicago Press, Chicago IL 2005, ISBN 0-226-73328-9.
  • Von Männern, Frauen und Hunden. Der Streit um die Vivisektion im Deutschland des 19. Jahrhunderts. In: Feministische Studien. 1, 2006, S. 9–28.
  • mit Susanne Heim, Mark Walker: The Kaiser Wilhelm Society under National Socialism. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2009, ISBN 978-0-521-87906-4.
  • Hrsg.: „Mitteleuropa“ und „Südosteuropa“ als Planungsraum. Wirtschafts- und kulturpolitische Expertisen im Zeitalter der Weltkriege. Wallstein, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0490-1.
  • Apology, responsibility, memory. Coming to terms with Nazi medical crimes: the example of the Max Planck Society. In: European Archive of Psychiatry and Clinical Neuroscience (2011) 261, Supplement 2, S202-S206.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe die Homepage von Sachse an der Universität Wien, abgerufen am 15. April 2018.