Carrie Fisher

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Carrie Fisher, 2013

Carrie Frances Fisher (* 21. Oktober 1956 in Burbank; † 27. Dezember 2016 in Los Angeles)[1] war eine US-amerikanische Schauspielerin, Komikerin und Autorin. Weltbekannt wurde sie als Prinzessin Leia in den Star-Wars-Filmen.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carrie Fisher und Wim Wenders, 1978

Fisher war die Tochter des Sängers Eddie Fisher und der Schauspielerin Debbie Reynolds. Als sie zwei Jahre alt war, ließen sich ihre Eltern scheiden, und ihr Vater heiratete kurz danach Elizabeth Taylor. Ihr Bruder ist Todd Fisher, ihre Halbschwestern sind die Schauspielerinnen Joely Fisher und Tricia Leigh Fisher, deren Mutter die Schauspielerin Connie Stevens ist. Carrie Fisher besuchte die Beverly Hills High School und später die Central School of Speech and Drama in London.

Ihren ersten Filmauftritt hatte sie 1975 in Shampoo. 1977 spielte sie erstmals Prinzessin Leia in der Star-Wars-Trilogie. 1980 verkörperte sie in dem Film Blues Brothers eine Attentäterin. 1987 veröffentlichte sie ihren ersten Roman Postcards From the Edge (deutscher Titel: Grüße aus Hollywood), der autobiografische Elemente enthält; die Hauptperson des Romans durchlebt mit ihrer Drogenabhängigkeit und mit ihrer Mutter ähnliche Probleme wie Fisher selbst. 1989 wurde der Roman mit Meryl Streep, Shirley MacLaine und Dennis Quaid unter dem Buchtitel verfilmt. 1995 hatte Fisher einen Gastauftritt in der Fernsehserie Ellen, in der ihre Halbschwester Joely Fisher ab der zweiten Staffel eine Hauptrolle spielte. Aus ihrer Lebensgeschichte machte Fisher die One-Woman-Show Wishful Drinking, die erfolgreich am Broadway lief. Die Show war Grundlage für ihr gleichnamiges und von ihr auch als Hörbuch eingelesenes Buch, das 2008 erschienen ist. Darin beschrieb Fisher auch ihre bipolare Störung.[2]

Neben ihrer Tätigkeit als Schauspielerin arbeitete Fisher auch viele Jahre als Script Doctor. Sie überarbeitete Dialogzeilen in Drehbüchern, wobei ihr Name im Abspann der jeweiligen Filme nicht genannt wurde. Unter anderem war sie an den Drehbüchern zu den Filmen Sister Act – Eine himmlische Karriere, Hook und Brennpunkt L.A. – Die Profis sind zurück beteiligt.[3]

Carrie Fisher mit Mark Hamill und Harrison Ford auf der San Diego Comic-Con, 2015

Nach mehr als 30 Jahren übernahm Fisher 2014 im siebten Film der Star-Wars-Saga erneut die Rolle der Leia Organa. Unter der Regie von J. J. Abrams spielt sie neben Mark Hamill und Harrison Ford, die ebenfalls in ihren bekannten Star-Wars-Rollen zu sehen sind. Die Dreharbeiten zu Star Wars: Das Erwachen der Macht begannen im Mai 2014. Der Film kam im Dezember 2015 in die Kinos. In dem Jahr wirkte sie in der britischen Comedyserie Catastrophe mit, wofür sie posthum eine Emmy-Nominierung in der Kategorie Gastdarstellerin in einer Comedyserie erhielt.

Kurz vor ihrem Tod erschienen die Memoiren The Princess Diarist über ihre Star-Wars-Jahre. Für die Hörbuch-Version wurde ihr ebenfalls posthum ein Grammy Award verliehen.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carrie Fisher und der Musiker Paul Simon heirateten am 16. August 1983. Sie trennten sich elf Monate später, 1985 wurde die Ehe geschieden. Am 17. Juli 1992 kam Tochter Billie Lourd zur Welt; der Vater des Kindes ist Bryan Lourd (* 1960), von dem sich Fisher 1995 nach zwei Jahren Ehe trennte.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Fans geschmückter Stern zur Andacht Fishers auf dem Hollywood Walk of Fame.
Fishers Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, von Fans zu ihrem Gedenken geschmückt

Fisher starb am 27. Dezember 2016 im Alter von 60 Jahren. Sie hatte vier Tage zuvor, gegen Ende eines Fluges von London nach Los Angeles, einen Herzstillstand.[4][5][6] Erste Ermittlungen zur genauen Todesursache brachten kein Ergebnis. Mitte Juni 2017 veröffentlichte der zuständige Coroner in Los Angeles ein Gutachten zur Todesursache, in dem er eine Atemstörung im Schlaf in Verbindung mit anderen Faktoren als Todesursache feststellte. Neben auffälligen Fettablagerungen in den Arterien und einer Herzerkrankung wurden auch verschiedene Wirkstoffe und Spuren von Kokain, Heroin, anderen Opiaten und Ecstasy festgestellt. Wie genau das Zusammenwirken dieser Faktoren schließlich zum Tod führte, konnte in der Untersuchung nicht geklärt werden.[7] Fisher hatte vermutlich drei Tage zuvor letztmals Kokain zu sich genommen.[8] Ihre Mutter starb einen Tag nach ihr an den Folgen eines Schlaganfalls.[9] Fishers Bestattung fand am 6. Januar 2017 im Forest Lawn Memorial Park in Los Angeles statt. Ihre Urne hat die Form einer Prozac-Pille. Fisher nahm zeitweise dieses Antidepressivum, da sie an manisch-depressiven Erkrankungen litt.[10]

Synchronsprecherin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da Carrie Fisher meist Nebenrollen spielte, wurde sie in den deutschen Filmversionen von 23 verschiedenen Synchronsprecherinnen gesprochen. Am häufigsten lieh ihr Susanna Bonaséwicz ihre Stimme.[11]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Schauspielerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Drehbuchautorin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Script Doctor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carrie Fisher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carrie Fisher auf IMDb. – Viele Quellen geben als Geburtsort die früher verbreitete Angabe Beverly Hills an.
  2. Bipolare Störung: Wie Carrie Fisher mit ihrer Psyche kämpfte, Spiegel Online, 28.12.2016
  3. Verstorbene Star Wars-Ikone: Warum es ohne Carrie Fisher "Sister Act"und „Hook“ nie gegeben hätte. Abgerufen am 15. Juli 2017.
  4. Schauspielerin Carrie Fisher ist tot. In: „Die Zeit“ Online, 27. Dezember 2016.
  5. Carrie Fisher: „Star Wars“-Star mit 60 Jahren gestorben. In: „Die Welt“ Online, 27. Dezember 2016.
  6. Carrie Fisher, Star Wars actress, dies aged 60. In: BBC, 27. Dezember 2016.
  7. Carrie Fisher died from sleep apnea and other factors, coroner says. In: „The Guardian“, 17. Juni 2017.
  8. Kokain, Heroin und Ecstasy: Carrie Fisher hatte bei Tod Drogen im Blut. In: n-tv.de, 19. Juni 2017.
  9. Debbie Reynolds: Hollywood-Ikone und Mutter von Carrie Fisher ist tot. In: „Spiegel“, abgerufen am 15. Juli 2017.
  10. Carrie Fisher in riesiger Prozac-Urne beigesetzt. In: „Spiegel“, Online-Ausgabe, 7. Januar 2017.
  11. Carrie Fisher. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 23. April 2017.