Carsten Frerk

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Carsten Frerk (2007)

Carsten Frerk (* 24. Oktober 1945 in Dangersen, heute Buchholz in der Nordheide) ist ein deutscher Politologe, Journalist und Autor.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frerk wuchs als jüngster von vier Söhnen des Arztes Frank Frerk und dessen Frau Elisabeth Frerk in Hamburg auf. 1965 beendete er seine Schullaufbahn am Matthias-Claudius-Gymnasium mit dem Abitur und leistete anschließend seinen Grundwehrdienst ab. Von 1967 bis 1974 studierte er Germanistik, Kunstgeschichte und Politische Wissenschaften an den Universitäten in Freiburg und in Berlin. Er schloss sein Studium als Diplom-Politologe ab und promovierte im Jahr 1979 zum Dr. rer. pol. mit der Note summa cum laude. Von 1975 bis 1980 war er wissenschaftlicher Assistent und Dozent der Freien Universität Berlin. Von 1980 bis 1991 war er Geschäftsführer der Quorum Verlag und Druck GmbH in Berlin. Seit 1993 ist Frerk als freier Autor, Journalist und Texter tätig. Er lebt in Berlin und ist verheiratet mit der Fotografin Evelin Frerk, Betreiberin des Portals „Gesichter im gegenwärtigen Humanismus“[1].

Tätigkeiten und Standpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frerk wurde durch kirchen- und religionskritische Werke bekannt. Daneben ist er Autor historischer Romane. Im Mittelpunkt seines Werks stehen Buchveröffentlichungen über die finanziellen Verflechtungen von Staat und den beiden Amtskirchen in der Bundesrepublik Deutschland. Unter anderem deshalb gilt er als Kirchen- und Religionskritiker.

2005 wurde er Leiter der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid). 2006 bis 2013 war er als Redaktionsleiter des Humanistischen Pressedienstes (hpd) tätig. Außerdem ist Frerk für das Informationsportal Staatsleistungen[2] verantwortlich. Er war bis 2012 ein Mitglied des Kuratoriums der Giordano Bruno Stiftung und wechselte dann in den wissenschaftlichen Beirat.

Gemeinsam mit Peder Iblher, Philipp Möller und anderen initiierte er 2009 die Atheistische Buskampagne in Deutschland.

Im Zusammenhang mit der Spardebatte 2010 beruft sich Spiegel TV auf die Aussage von Carsten Frerk, dass die sieben Bistümer des Freistaats Bayern alleine über jährliche Kircheneinnahmen von rund 1,2 Milliarden Euro verfügten, das Land aber trotzdem die Gehälter mancher Geistlicher übernehme; in anderen Bundesländern sei es ähnlich.[3]

Im November 2010 berichtete Spiegel Online mit Verweis auf Frerk, die großen Kirchen erhielten jährlich etwa 19 Milliarden Euro an direkten und indirekten Subventionen vom Staat.[4] Frerk summiert hier Gelder des Staates für Einrichtungen wie z. B. Kindergärten, Schulen, die als freie Träger Staatsaufgaben übernehmen, alte Rechtstitel, theologische Fakultäten, Entwicklungshilfe und die staatliche Einziehung der Kirchensteuer, für die von den Religionsgemeinschaften ein Entgelt an die Länder gezahlt wird.[5][6]

In einem Interview zum Fall zweier katholischer Kliniken in Köln, die Untersuchungen eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers wegen der Problematik der Pille danach abgewiesen hatten, stellte Frerk fest, „dass Krankenhäuser, wenn sie im Krankenhausplan des Landes vorhanden sind, [...] zu 100 Prozent öffentlich finanziert werden.“[7]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachthemen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Möglichkeiten und Grenzen der Praxisorientierung des Studiums von Politologen. Eine empirische Analyse. 2 Bände, Quorum, Berlin 1980, ISBN 3-88726-002-3 (Dissertation FU Berlin 1980, 385 und 466 Seiten).
  • Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland. Alibri, Aschaffenburg 2002. ISBN 3-932710-39-8
  • Caritas und Diakonie in Deutschland. Alibri, Aschaffenburg 2005. ISBN 3-86569-000-9
  • Die Kirche im Kopf – Von „Ach Herrje“ bis „Zum Teufel“. Lexikon. Zusammen mit Michael Schmidt-Salomon. Alibri, Aschaffenburg 2007. ISBN 3-86569-024-6
  • Violettbuch Kirchenfinanzen. Wie der Staat die Kirchen finanziert. Alibri, Aschaffenburg 2010. ISBN 978-3865690395
  • Gottes Werk und unser Beitrag. Kirchenfinanzierung in Österreich. (zusammen mit Christoph Baumgarten), Czernin, Wien 2012, ISBN 978-3-7076-0430-6
  • Kirchenrepublik Deutschland. Christlicher Lobbyismus. Alibri, Aschaffenburg 2015, ISBN 978-3-86569-190-3

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesichter im gegenwärtigen Humanismus
  2. http://www.staatsleistungen.de/
  3. SPIEGEL ONLINE vom 8. Juni 2010: Spardebatte: Staat zahlt 442 Millionen Euro für Kirchengehälter
  4. SPIEGEL ONLINE vom 8. November 2010: Neue Berechnungen: Staat stützt Kirchen mit Milliarden
  5. Zahlt der Staat den Kirchen wirklich 19 Milliarden Euro jährlich? –kirchenfinanzen.de – Internetangebot der [[Evangelische Kirche in Deutschland|EKD]]. Abgerufen am 27. Juli 2011.
  6. Debatte um die Finanzen der Kirche. Abgerufen am 27. Juli 2011.
  7. Carsten Frerk über den Umgang mit einem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer Deutschlandradio, abgerufen am 25. Januar 2013