Carsten Könneker

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Carsten Könneker (* 15. Februar 1972 in Leverkusen) ist ein deutscher Wissenschaftsjournalist. Er ist Chefredakteur der Zeitschriften Spektrum der Wissenschaft, Gehirn&Geist und Spektrum neo sowie des Wissenschaftsportals Spektrum.de. Seit 2012 ist er außerdem Inhaber des Lehrstuhls für Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsforschung am Karlsruher Institut für Technologie.

Carsten Könneker (2014)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Könneker studierte Physik (Diplom 1998) sowie Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte (Magister Artium 1997) an der RWTH Aachen, der Universität zu Köln, der Universität Blaise Pascal Clermont-Ferrand II sowie der Washington University in St. Louis. 2000 promovierte er an der Universität zu Köln mit der Arbeit Auflösung der Natur, Auflösung der Geschichte über den Einfluss der populärwissenschaftlichen Rezeption moderner Physik auf die Literatur der Weimarer Republik und die Entstehung des Nationalsozialismus.[1] In seiner Dissertation bemühte sich Könneker, einen maßgeblichen Einfluss der Physik auf die nationalsozialistische Ideologie und Politik nachzuweisen, was kontrovers diskutiert wurde.[2][3]

Seit 2000 war Könneker Nachwuchs-Führungskraft bei Spektrum der Wissenschaft (Heidelberg). 2001/02 war er maßgeblich an der Entwicklung des Psychologiemagazins Gehirn&Geist beteiligt, das er seit 2004 auch als Chefredakteur leitet. Seit 2007 ist er verantwortlich für das von ihm gegründete wissenschaftliche Blogportal SciLogs.de sowie von 2007 bis 2012 für die Zeitschrift epoc. Im September 2010 wurde Könneker zusätzlich von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck zum Chefredakteur der Zeitschrift Spektrum der Wissenschaft sowie des Webportals Spektrum.de berufen. 2011 erschien das erste Heft der von Könneker entwickelten Kinderzeitschrift Spektrum neo, für die Könneker 2012 den Werner und Inge Grüter-Preis für Wissenschaftsvermittlung zugesprochen erhielt.[4] Neben seiner Tätigkeit bei Spektrum der Wissenschaft ist Könneker auch als Herausgeber[5] und Wissenschaftsjournalist[6] aktiv.

Seit 2012 ist Könneker auch W3-Professor für Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftsforschung am KIT.[7] Von 2012 bis 2015 leitete er dort zudem als Gründungsdirektor das von der Klaus Tschira Stiftung geförderte Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik).[8]

Könneker ist Vorsitzender des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (Leipzig), Mitglied des Max-Planck-Instituts für Kernphysik (Heidelberg),[9] Mitglied der Jury des Georg von Holtzbrinck-Preises für Wissenschaftsjournalismus sowie Mitglied des Beirats des Centrums für Hochschulentwicklung.[10]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien

  • Wissenschaft kommunizieren. Ein Handbuch mit vielen praktischen Beispielen. Wiley-VCH, Weinheim 2012, ISBN 978-3-527-32895-6.
  • Carsten Könnecker: Was ist Wissenschaftskommunikation? – Eine Buchbesprechung. In: Wissenschaft kommuniziert (Blog). 8. Juli 2012, abgerufen am 9. Januar 2014.
  • „Auflösung der Natur – Auflösung der Geschichte“. Moderner Roman und NS-„Weltanschauung“ im Zeichen der theoretischen Physik. J. B. Metzler, Stuttgart u. a. 2001, ISBN 978-3-476-45262-7 (Zugleich: Köln, Universität, Dissertation, 2000).[2]

Herausgeberbände

  • Wer erklärt den Menschen? Hirnforscher, Psychologen und Philosophen im Dialog (= Fischer-Taschenbücher 17331 Gehirn & Geist). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-596-17331-0.[5]
  • Kultur und Wissenschaft beim Übergang ins „Dritte Reich“. Tectum, Marburg 2000, ISBN 3-8288-8120-3.

Ausgewählte Aufsätze und Buchbeiträge

  • Public Science 2.0 Back to the Future. In: Science, 4. Oktober 2013, Vol. 342 no. 6154, S. 49–50. (doi:10.1126/science.1245848)
  • Gesicht zeigen in der digitalen Welt. Wissenschaftskommunikation via Internet. In: Forschung & Lehre 8/2012, S. 662–663.
  • Zwischen Wahrheit und Dichtung. Journalistisch vermittelte Technikkatastrophen. In: Rudolf Drux (Hrsg.): Entfesselte Kräfte. Technikkatastrophen und ihre Vermittlung (= Inklings Jahrbuch für Literatur und Ästhetik. Bd. 25). Brendow, Moers 2007, ISBN 978-3-86506-232-1, S. 92–106.
  • „Katastrophal für bürgerliche Hirne“. Relativitätstheorie und völkische Propaganda in der Weimarer Republik. In: Michael Hagner (Hrsg.): Einstein on the Beach. Der Physiker als Phänomen (= Fischer-Taschenbücher 16515). Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16515-6, S. 79–95.
  • Das Zeitalter der Komplementarität. Moderne Physik als Bezugsgröße postmoderner Toleranz. In: Christine Maillard (Hrsg.): Littérature et théorie de la connaissance. 1890–1935. = Literatur und Erkenntnistheorie. Presses Universitaires de Strasbourg, Strasbourg 2004, ISBN 2-86820-262-4, S. 141–157.
  • Dupliks, ULOs und Upgrades des Menschen: Romanliteratur im Zeichen der neuen Biotechnologie. In: Gegenwartsliteratur. Bd. 1, 2002, ISSN 1617-8491, S. 134–154.
  • „Ungereimtheiten und Abstrusitäten“. Zur Vulgarisierung der Relativitätstheorie im 2. und 3. Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. In: Christine Maillard, Michael Titzmann (Hrsg.): Literatur und Wissen(schaften) 1890–1935. Metzler, Stuttgart u. a. 2002, ISBN 3-476-45282-4, S. 51–72.
  • Raum der Zeitlosigkeit. Thomas Manns Zauberberg und die Relativitätstheorie. In: Thomas-Mann-Jahrbuch. Bd. 14, 2001, ISSN 0935-6983, S. 213–224.
  • Harry Potter – ein neuer Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur. In: Praxis Deutsch. Bd. 27 = H. 161, Mai 2000, ISSN 0341-5279, S. 7–9.
  • Moderne Wissenschaft und moderne Dichtung. Hermann Brochs Beitrag zur Beilegung der „Grundlagenkrise“ der Mathematik. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Bd. 73, 1999, ISSN 0012-0936, S. 319–351.
  • Hermann Brochs Unbekannte Größe. In: Orbis Litterarum. Bd. 54, 1999, ISSN 0105-7510, S. 439–463.
  • Hermann Brochs Rezeption der modernen Physik. Quantenmechanik und „Unbekannte Größe“. In: Zeitschrift für deutsche Philologie. Bd. 118, 1999, ISSN 0949-1678, S. 205–239.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Kühne: Naturwissenschaft und Weltanschauung - Tante Bibi im All. In: Süddeutsche Zeitung. 4. Februar 2002, abgerufen am 9. Januar 2014.
  2. a b pro-physik.de: Rezension der Dissertation
  3. Peter Mittelstaedt: Von Einstein zu Hitler: Eine Wirkungsgeschichte der modernen Physik. In: Spektrum der Wissenschaft. 3. September 2001, abgerufen am 9. Januar 2014.
  4. Für „Spektrum neo“: Carsten Könneker wird mit dem Werner und Inge Grüter-Preis für Wissenschaftsvermittlung 2012 ausgezeichnet. bei spektrum.de; abgerufen am 3. Juli 2012
  5. a b Viel Neuro, wenig Kritik. literaturkritik.de, 31. Januar 2007. Abgerufen am 23. Februar 2016.
  6. Ideales Feindbild: Wie die Nazis Einstein für ihre Zwecke missbrauchten. In: Spiegel Online. 19. Januar 2005, abgerufen am 9. Januar 2014.
  7. Carsten Könneker auf der Seite des KIT
  8. Pressemitteilung der Klaus Tschira Stiftung
  9. Kuratorium MPI für Kernphysik
  10. CHE-Beirat