Carsten Nicolai

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Carsten Nicolai (2006)

Carsten Nicolai (* 18. September 1965 in Karl-Marx-Stadt)[1] ist ein deutscher Künstler, Musiker und Labelbetreiber. Als Musiker ist er unter den Pseudonymen noto und alva noto bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der neunziger Jahre studierte Nicolai Landschaftsarchitektur in Dresden. Seine ersten Ausstellungen als Bildender Künstler hatte er bei der Galerie EIGEN + ART Berlin/Leipzig. 1997 nahm er an der documenta X in Kassel teil, 2001 an der Venedig Biennale, woraufhin Einzelausstellungen in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt 2005, in der Neuen Nationalgalerie in Berlin 2005, im Haus Konstruktiv in Zürich 2007 sowie bei PaceWildenstein (seit 2010 Wildenstein & Company) in New York 2007 folgten.

1994/1995 gründete Nicolai das Label noton.archiv für ton und nichtton, das aufgrund sehr ähnlicher inhaltlicher Ausrichtungen 1999 mit dem Chemnitzer Label raster music als raster-noton zusammenging. Heute lebt Nicolai in Berlin und Chemnitz.

Als Musiker ist Nicolai einer der bekanntesten Vertreter der zeitgenössischen elektronischen Musik. Er hat vielfach in Kollaborationen z. B. mit Scanner, Thomas Knak, Mika Vainio, Michael Nyman, Ryoji Ikeda oder Ryuichi Sakamoto gearbeitet und ist Teil des Projektes signal (mit Olaf Bender und Frank Bretschneider). Als Formation Diamond Version bestritt Nicolai zusammen mit Olaf Bender das Vorprogramm der Osteuropa-Tour von Depeche Mode im Jahr 2013.[2]

Zurzeit (2010) arbeitet er unter seinem Pseudonym Alva Noto mit Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten) an dem Projekt ANBB. Erschienen ist bisher eine EP mit dem Namen Ret Marut Handshake.[3] sowie das Album Mimikry.

Im Oktober 2010 präsentierte Nicolai im Rahmen eines Events anlässlich der Ausstellung Not in Fashion. Mode und Fotografie der 90er Jahre im Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt am Main seine Licht- und Tonkunst zusammen mit Modeschöpfungen des Dresdners Kostas Murkudis.[4] Bei der Ruhrtriennale 2012 arbeitete er zusammen mit Ryūichi Sakamoto und dem Ensemble Modern.

2015 war Carsten Nicolai als Alva Noto gemeinsam mit Ryūichi Sakamoto für die Filmmusik von The Revenant – Der Rückkehrer verantwortlich. Der Soundtrack wurde bei den Golden Globe Awards 2016 in der Kategorie Beste Filmmusik nominiert.

Carsten Nicolai ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund.[5]

Auswahl von Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl von Gruppenausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva Huttenlauch u. a.: Carsten Nicolai, Unidisplay. Die Gestalten Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-89955-486-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sächsische Akademie der Künste
  2. Jan Küveler: Stell dir vor, Depeche Mode rufen dich an. In: Die Zeit. 2. Juni 2013
  3. Neue EP, veröffentlicht am 21. Juni 2010 (am 18. Juni 2010 im raster-noton-Onlineshop). Newsletter der Einstürzenden Neubauten vom 1. Juli 2010.
  4. Minimalistische Mode im Museum für Moderne Kunst. In: FAZ. 2. November 2010, S. 41.
  5. kuenstlerbund.de: Mitglieder "N" / Carsten Nicolai (abgerufen am 25. November 2015)
  6. Ausstellung vom 21. September bis 6. Januar 2013 in der Hangar Bicocca, Mailand
  7. Pressemitteilung zu Carsten Nicolai: „static fades“, vom 31. Mai bis 1. August 2007 im Haus Konstruktiv, Zürich
  8. Archiv 2006 beim Kunstmuseum Stuttgart
  9. AUDIO VISUAL SPACES 12. November 2005 bis 15. Januar 2006, S.M.A.K.
  10. ANTI REFLEX, 20. Januar - 28. März 2005.
  11. syn chron, Architektonischer Körper als Interface. Ausstellung und Konzerte, 25. Februar - 3. April 2005.
  12. Konstellationen II - Neue Schenkungen im Kontext der Sammlung, Von Gerhard Richter bis Carsten Nicolai. 26. April 2007 bis 7. Oktober 2007 Ausstellungsarchiv 2007
  13. SPACE FOR YOUR FUTURE, 27. Oktober 2007 bis 20. Januar 2008.
  14. sonambiente berlin 2006
  15. Katalog erschienen bei Nicolai'Sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 2003, ISBN 3-89479-060-1.
  16. FREQUENZEN (Hz), 9. Februar - 25. April 2002.
  17. Wild Zone (Memento vom 6. Februar 2008 im Internet Archive), 25. Februar bis 15. April 2001.