Casa di Goethe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Casa di Goethe
Daten
Ort Via del Corso 18, 00186 Roma ItalienItalien Italien
Eröffnung 1997
Leitung Maria Gazzetti
Website www.casadigoethe.it

Die Casa di Goethe ist ein Museum und Kulturzentrum in Rom, das Johann Wolfgang von Goethe und seiner Italienischen Reise gewidmet ist. Es wird vom Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute (kurz AsKI) getragen und ist laut der eigenen Homepage[1] das einzige deutsche Museum im Ausland. Seit 2013 wird sie von Maria Gazzetti geleitet. Finanzierung: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ansicht des Gebäudes in der Via del Corso Nr. 18. Die Casa di Goethe befindet sich in der ersten Etage.
Eingang der Casa di Goethe in der Via del Corso mit Werbung für eine Ausstellung des Jahres 2015

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1973 bis 1982 betrieb das Freie Deutsche Hochstift/Frankfurter Goethemuseum eine kleine Gedenkstätte in gemieteten Räumen im zweiten Stock eines Hauses in der Via del Corso 18 in Rom, wo Goethe während seiner italienischen Reise von 1786 bis 1788 bei seinem Freund Johann Heinrich Wilhelm Tischbein lebte. Das Museum musste 1982 aus finanziellen Gründen schließen. Ein paar Jahre später beauftragte man den AsKI e.V., ein neues Museumskonzept zu entwerfen. Unter der Leitung des damaligen AsKI-Geschäftsführers Dr. Konrad Scheurmann wurde das Projekt vorangetrieben. 1990 konnte der gesamte erste Stock, in dem Goethe nachweislich gewohnt hatte, erworben werden. Am 30. Mai 1997 wurde die Casa di Goethe vom damals zuständigen Innenminister Manfred Kanther eröffnet. Seit diesem Jahr erinnert sie mit der Dauerausstellung "Goethe in Italien" und 2-4 Wechselausstellungen pro Jahr an Goethes Italienerfahrung und die Tradition der Italienreisen gestern und heute.

Kopie des berühmten Tischbein-Gemäldes Goethe in der Campagna

Von 1998 bis 2006 finanzierte die DaimlerChrysler AG ein Stipendiatenprogramm für Literaten, Publizisten, Wissenschaftler, Übersetzer und Künstler. 2009 konnte mit Unterstützung des Deutschen Bundestag die Wohnung im 2. Stock erworben werden, in der sich das erste "Goethe Museum Rom" befunden hatte. Am 20. September 2012 wurden neue Räume (rund 250 m²) in Anwesenheit von Staatsminister Bernd Neumann und seines italienischen Kollegen Lorenzo Ornaghi eröffnet. Öffentlich zugänglich wurde nun die historische Bibliothek des deutschen Künstlervereins in Rom, die bisher auf verschiedene Institute verteilt war. Sie enthält zahlreiche Dokumente zu den Organisationen und zum Leben der deutschen Künstler im Rom des 19. Jahrhunderts. Hinzu kommen in der 2. Etage Seminar- und Bibliotheksräume und ein neuer Veranstaltungssaal [2] Das Museum stand von 1997 bis April 2013 unter der Leitung von Ursula Bongaerts. Zur neuen Leiterin wurde die italienische Literaturwissenschaftlerin Maria Gazzetti berufen.[3]

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaltlicher Schwerpunkt der Dauerausstellung ist Goethes italienische Reise mit ihren Auswirkungen auf den Dichter und sein Werk. Sie beleuchtet zudem Aspekte zur Tradition der Italienreise bis in die Gegenwart. Die Casa di Goethe besitzt eine eigene Sammlung von Graphiken, Zeichnungen, Autographen, Skulpturen und Gemälden. In den Wechselausstellungen werden deutsch-italienische Themen bis in die Gegenwart behandelt oder sie zeigen die Auseinandersetzung unterschiedlicher Künstlerpersönlichkeiten wie Max Beckmann, Heinrich und Thomas Mann, Andreu Alfaro, Günter Grass und Johann Gottfried Schadow mit dem Werk und der Person Goethes. Zu den Ausstellungen erscheinen zweisprachige Publikationen, die über die Homepage des Museums oder des AsKI e.V. zu beziehen sind.[4]

Im Casa di Goethe finden künstlerische, wissenschaftliche und kulturelle Begegnungen mit Vorträgen, Lesungen und Kolloquien statt. Nach der im Jahr 2012 abgeschlossenen räumlichen Erweiterung wurde ab 2013, zunächst für die Dauer von vier Jahren, auch das Casa di Goethe-Stipendium in Rom wieder aufgelegt; dafür steht ein Gästezimmer für die Unterbringung von Autoren, Publizisten, Übersetzern und Wissenschaftlern zur Verfügung. Als Förderer wurde die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung aus Bremen gewonnen. Über die Vergabe entscheidet eine paritätisch zusammengesetzte deutsch-italienische Jury. [5]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Am Fuße der Pyramide. 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom
  • 2015/2016: Lady Hamilton: Eros und Attitüde. Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit. Katalog.[6]
  • 2012: „den ganzen Tag gezeichnet.“ Die italienischen Zeichnungen Goethes. In Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar
  • 2007: Der Landschafts- und Genremaler Franz Ludwig Catel (1778-1856)

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nicholas Stanley-Price, Mary K. Guigan und John F. McGuigan. Am Fuße der Pyramide. 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom. Publikation zur Ausstellung in der Casa di Goethe. Rom: AsKI e.V., 2016 ISBN 978-3-930370-38-2
  • Jan Koneffke/Mario Fortunato. Berlin trifft Rom. Roma incontra Berlino. Herausgegeben von Maria Gazzetti, Casa di Goethe, 2016, ISBN 978-3930370375
  • Lady Hamilton: Eros und Attitüde. Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit, de./it. Publikation zur Ausstellung in der Casa di Goethe, Rom 2015, ISBN 978-3-7319-0269-0.
  • Ursula Bongaerts. Die Casa di Goethe in Rom. Rom: Casa di Goethe, 2004. ISBN 3-930370-08-5
  • Schadow in Rom. Zeichnungen von Johann Gottfried Schadow aus den Jahren 1785 bis 1787. Publikation zur Ausstellung in der Casa di Goethe. Berlin: Archiv der Akademie der Künste, 2003. ISBN 3-88331-075-1
  • Konrad Scheurmann, Ursula Bongaerts-Schomer. "--endlich in dieser Hauptstadt der Welt angelangt!" Goethe in Rom. Publikation zur Eröffnung der Casa di Goethe in Rom. Mainz: Philipp von Zabern, 1997. ISBN 3-8053-2013-2
  • Ursula Bongaerts-Schomer, Konrad Scheurmann, Gabriele Weidle-Kehrhahn. Casa di Goethe. Eine Ausstellung zum Goethe-Museum Rom im Bundeskanzleramt Bonn 10. November 1993 bis 28. Januar 1994. Bonn: Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V., 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.casadigoethe.it, abgerufen am 9. AUGUST 2016
  2. http://www.casadigoethe.it/de/news.html, Homepage Casa di Goethe, abgerufen am 20. September 2012
  3. Die Bundesregierung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung Pressemitteilung 136 vom 24. April 2013: Neue Leitung der Casa di Goethe in Rom, abgerufen am 25. April 2013
  4. http://www.casadigoethe.it/it/catalogo-e-commerce.html
  5. http://www.aski.org/portal2/cms-askiev-casa-di-goethe/stipendium/, Homepage AsKI e.V., abgerufen am 24. September 2012
  6. Die erste der siegreichen Emmas in FAZ vom 27. November 2015, Seiet 13

Koordinaten: 41° 54′ 32,4″ N, 12° 28′ 37,9″ O