Casamance

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den Fluss siehe Casamance (Fluss)
Karte der Lage der Casamance in Senegal
Typische Landschaft

Die Casamance ist eine Region, die sich entlang des gleichnamigen Flusses im Süden Senegals zwischen Gambia und Guinea-Bissau erstreckt. Sie unterscheidet sich vor allem in der Landschaft und in der Zusammensetzung der Bevölkerung vom Rest Senegals. Die Einwohner der Casamance – insbesondere diejenigen aus der Volksgruppe der Diola – besitzen eine starke eigene Identität. Bereits 1942 führte Aline Sitoe Diatta einen Aufstand gegen die französische Kolonialmacht an und wurde so zur berühmtesten Widerstandskämpferin gegen den Kolonialismus im Senegal.

Das Streben der Diola nach Autonomie ist eine Ursache für die Entstehung des Mouvement des forces démocratiques de la Casamance (MFDC) und des Casamance-Konflikts, der seit 1982 militärisch zwischen MFDC, diversen Rebellengruppen und der Regierung Senegals in der Casamance ausgetragen wird.

Geographie und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Casamance ist eine Region im Südwesten Senegals, die im Norden an Gambia und im Süden an Guinea-Bissau grenzt. Grenze im Westen ist der Atlantische Ozean und im Osten der Koulountou und der Gambia. Die Fläche der Casamance macht ein Siebtel der Gesamtfläche des Senegal aus.

Die Casamance ist in drei Verwaltungsbezirke unterteilt, die nach dem städtischen Verwaltungssitz der Region benannt sind. Dies sind die Region Ziguinchor (früher Untere Casamance genannt) im Westen, die 2008 neu geschaffene Region Sédhiou in der Mitte und die Region Kolda im Osten. Die Regionen sind nochmals in Départments unterteilt. Die Namen der Départments entsprechen auch hier den städtischen Sitzen der jeweiligen Verwaltung.

Die Regenzeit in der Casamance dauert ungefähr vier bis fünf Monate und liegt zwischen Juni und Oktober. In der Region fallen mehr Niederschläge als im Norden des Senegals. Die Vegetation besteht daher anders als im Sahel-geprägten Norden Senegals aus subtropischem Regenwald.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Casamance wird hauptsächlich von der Volksgruppe der Diola bewohnt, die ungefähr 60 % der Bevölkerung ausmachen. Die Wolof, die in Senegal die größte Volksgruppe sind, machen in der Casamance nur fünf Prozent aus.

Mit 75 % bekennt sich der größte Teil der Einwohner zum Islam. 17 % sind Christen, zumeist Katholiken (Bistümer Kolda und Ziguinchor). 8 % bekennen sich zu regionalen Kulten. Die Region hat demnach im Gegensatz zu anderen Teilen des Senegals einen größeren Anteil an Christen in der Bevölkerung.

Auch sprachlich unterscheidet sich die Region vom Rest des Senegals. Verbreitet ist hier das Crioulo, eine portugiesisch basierte afrikanische Kreolsprache, die auf die Zeit der portugiesischen Kolonialherren zurückgeht. Der Senegal hat Beobachterstatus in der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Partei in der Casamance ist der 1947 gegründete MFDC (=Mouvement des forces democratiques de la Casamance), der die regionalen Interessen des Casamance gegenüber der senegalesischen Regierung geltend macht. Er ist ein wesentlicher Akteur im sogenannten Casamance-Konflikt. Politischer und militärischer Flügel des MFDCs haben sich allerdings seit Beginn des bewaffneten Kampfes 1982 nach und nach voneinander entfremdet. Heute kämpfen eigenständige Rebellenverbände der sogenannten Front Nord und der Front Süd autonom und teilweise losgelöst von politischen Zielen in der Casamance.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Casamance ist vor allem durch Wirtschaft im Primärsektor geprägt. Holz wird für den Bau und zur Möbelherstellung gewonnen. In den Flusstälern des Casamanceflusses und seiner Seitenarme wird vor allem Reis angebaut, in den Hochebenen Getreide, Gemüse, Salat, Cashewnüsse, Mangos, Zitrusfrüchte und Palmöl. Entlang des Casamanceflusses und seiner Nebenarme gibt es Fischfang und Austernzucht.

Eine andere Säule der Wirtschaft ist eine saisonal bedingte oder länger anhaltende Arbeitsmigration der Bewohner in den Norden nach Gambia und in die Städte Senegals.

Seit dem Beginn der militärischen Austragung des Casamance-Konflikts im Jahr 1982 ist die Produktivität der Region stark geschrumpft. Anhaltende Unsicherheit der politischen Lage und die Verminung weiter Landstriche verhindern das Bewirtschaften der Felder. – Dafür hat sich eine Kriegsökonomie gebildet, von der vor allem die diversen Rebellenverbände der Casamance profitieren. Durch Raubbau von Edelhölzern, Hanfanbau oder durch Schutzgelderpressung finanzieren sie ihre Ausrüstung und erreichen eine relative Unabhängigkeit von ausländischen Geldgebern. Das Wirken bleibt dabei keinesfalls auf die Casamance beschränkt, sondern bezieht die Nachbarländer Gambia und Guinea-Bissau mit ein.

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Region Casamance befinden sich unter anderen diese Städte:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 12° 55′ 48″ N, 15° 20′ 24″ W