Casekow

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Casekow
Casekow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Casekow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 13′ N, 14° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gartz (Oder)
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 94,26 km2
Einwohner: 1893 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16306
Vorwahl: 033331
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 097
Adresse der Amtsverwaltung: Kleine Klosterstraße 153
16307 Gartz (Oder)
Webpräsenz: www.gartz.de
Bürgermeisterin: Donata Oppelt
Lage der Gemeinde Casekow im Landkreis Uckermark
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Über dieses Bild

Casekow [ˈkaːzəˌkoː] ist eine Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland). Sie wird vom Amt Gartz (Oder) mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die westliche Grenze des Gemeindegebietes bildet der Fluss Randow, im Norden grenzt das Gebiet der vorpommerschen Kleinstadt Penkun an Casekow. Von Westen her steigt das Gelände vom Randowbruch über eine bewaldete Endmoräne (Blumberger Wald) um etwa 40 m an. Zahlreiche kleine Seen und Tümpel liegen in den Senken des hügeligen Gebietes. Der Hauptort Casekow liegt am Landgraben, der zunächst nach Nordosten fließt, bei Tantow nach Südwesten abbiegt und in Gartz (Oder) in die Westoder mündet. Die nächste größere deutsche Stadt ist Schwedt/Oder in ca. 20 km Entfernung, die nächste größere polnische Stettin.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile:[2]

Bewohnte Gemeindeteile:[2]

  • Karlsberg
  • Luckow
  • Petershagen

Wohnplätze:[2]

  • Ausbau Blumberger Weg
  • Ausbau Casekower Straße
  • Blumberger Mühle
  • Neu Luckow
  • Reglingsruh
  • Wartin Eschenweg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand in der heutigen Form am 31. Dezember 2002 aus dem Zusammenschluss mit den bis dahin selbstständigen Gemeinden Blumberg, Luckow-Petershagen, Wartin und Woltersdorf.[3] Am 26. Oktober 2003 wurde zudem die ehemalige Gemeinde Biesendahlshof Casekow zugegliedert.[4]

Casekow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Kosekow, später Kasekow wurde 1310 erstmals urkundlich erwähnt. Im späten Mittelalter lebten etwa 100 Einwohner im Dorf. Die Bauern und Kossäten waren ab 1616 Leibeigene. Während der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges verheerten Wallensteins Truppen sowie die Schweden das Gebiet. Der Gutsbesitzer Heinrich Karl von der Osten entließ 1793 die Leibeigenen gegen Bezahlung.

Mit der Fertigstellung der Bahnstrecke Berlin-Stettin 1843 begann auch in Kasekow ein neues Zeitalter. Der Ort nannte sich seit der Eröffnung des Bahnhofs und der Poststelle 1857 Casekow. Zwischen 1892 und 1910 wurden Straßen in alle Richtungen gebaut. Die Landwirtschaft spielte weiterhin die Hauptrolle, es siedelten sich aber auch viele Handwerker in Casekow an (u. a. Tischler, Schuster, Müller und Bäcker). In den 1920er Jahren wurden die Freiwillige Feuerwehr und der örtliche Fußballverein gegründet sowie die Dorfschule erweitert. Bis 1945 war Casekow ein Bestandteil der preußischen Provinz Pommern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Bodenreform, aus der später die erste LPG hervorging. 1971 wurde die neue Schule eröffnet – ein Jahr zuvor war die alte Schule nach einem Hochwasser unbenutzbar geworden; 1972 folgte eine neue Sporthalle. Nach 1990 begannen in Casekow umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen: neben einer neuen Tankstelle entstand unter anderem ein Feuerwehrhaus.

Blumberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gutshaus Blumberg um 1860, Sammlung Duncker
Gutshaus Blumberg

Blumberg war bis zur Gemeindereform eine eigene Gemeinde und gehörte zu Vorpommern, in dem ehemaligen Kreis Randow.

Das ritterschaftliche Gut gehörte ursprünglich der Familie von Randow. Dann wurde die Familie von Sydow (Henrich der Alte) im Jahr 1483 mit Blumberg & Woltersdorf belehnt. Diese blieben fast drei Jahrhunderte (gemeinsam mit dem naheliegenden Gut Schönow) ein Lehen der Familie von Sydow. Blumberg ging 1763 als Mannlehen per Erbschaft an die Familie von der Osten über. 1792 wurde unter Karl von der Osten das Herrenhaus erbaut, mit zwei Kavaliershäusern als Flügel. Das Gut hatte zwei Vorwerke – Carlsburg und Hammelstall, letzteres mit der dem Namen entsprechenden Schafzucht. Innerhalb der Familie gab es dann einen Wechsel des Zweiges beim Gut Blumberg, 1898 wurde Friedrich Wilhelm von der Osten der Besitzer, bis dahin auch Besitzer von Schloss Penkun. Letzter Besitzer des 2.500 ha großen Gutes Blumberg war Henning von der Osten, der 1945 enteignet wurde. Das Gut kam in die Bodenreform, wurde später aber zu einem Volkseigenen Gut (VEG) umgewandelt. Das im Krieg stark beschädigte Gutshaus wurde nach dem Krieg Wohnhaus für die Flüchtlinge, später Mehrzweckhaus für die Gemeinde – Kulturhaus, Kindergarten usw.[5] Die Familie von der Osten hat das Gut Blumberg 1996 wieder erworben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 452
1890 453
1910 482
1925 669
1933 693
1939 766
1946 959
1950 1 048
1964 855
1971 893
Jahr Einwohner
1981 957
1985 958
1989 953
1990 951
1991 947
1992 928
1993 916
1994 902
1995 886
1996 885
Jahr Einwohner
1997 864
1998 839
1999 826
2000 821
2001 830
2002 2 385
2003 2 452
2004 2 404
2005 2 345
2006 2 260
Jahr Einwohner
2007 2 225
2008 2 200
2009 2 179
2010 2 166
2011 1 953
2012 1 941
2013 1 928
2014 1 908
2015 1 893

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[6][7] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 12 Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin.

  • Für die Großgemeinde Casekow 9 Sitze
  • LINKE 2 Sitze
  • Einzelbewerber Tino Kisicki 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[8][9]

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Donata Oppelt (Für die Großgemeinde Casekow) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 68,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde wurde am 12. Januar 2009 genehmigt. Es wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Blasonierung: „In Gold auf grünem Dreiberg eine grüne Kastanie mit sieben Blättern, belegt mit einem silbernen Herzschild, darin in Silber ein gold-bewehrter roter Greif.“[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Casekow

In der Liste der Baudenkmale in Casekow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Dorfkirche in Casekow mit 40 m hohem Turm
  • Dorfkirche im Ortsteil Blumberg mit auffälligem, farbig gefasstem Barockturm
  • Frühgotische Kirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im Ortsteil Wartin mit einer Orgel von Joachim Wagner von 1744 und weiterer reicher Innenausstattung[13]
  • Schloss Wartin, heute Begegnungsstätte für Künstler und Wissenschaftler
  • Bockwindmühle im Ortsteil Luckow
  • Ehemaliger Pferdestall aus dem Jahr 1802 mit großem Park im Ortsteil Blumberg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Casekow liegt an den Landesstraßen L 27 zwischen dem Ortsteil Wartin und Gartz sowie L 272 nach Vierraden. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Schmölln an der A 11 (Berlin–Stettin).

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich zwei Haltepunkte an der Bahnstrecke Berlin–Szczecin, Casekow und Petershagen. Sie werden von der Regional-Expresslinie RE 66 Berlin-LichtenbergSzczecin Główny und der Regionalbahnlinie RB 66 Angermünde–Szczecin Główny bedient.

Casekow

Der Bahnhof Casekow (km 99,6, Kategorie 7) wurde 1857 eröffnet. Hier zweigte die Kleinbahnstrecke Casekow-Penkun-Oder ab, die nach 1945 aufgrund von Reparationsleistungen abgebaut wurde. Nach 1990 wurden die Gütergleise des Bahnhofs abgebaut, heute ist Casekow nur noch Haltepunkt.[14]

Petershagen

Der Haltepunkt Petershagen (km 103,8, Kategorie 6) wurde am 1. Mai 1908 in Betrieb genommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch sein zweites Gleis abgebaut.

Das Bahnhofsgebäude steht heute leer. Einige Eisenbahnerhäuser nebenan sind aber noch bewohnt.[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Casekow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellenangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b c Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Casekow
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 34, ISBN 3-88042-636-8
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 18–21
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  8. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  9. Mitglieder der Gemeindevertretung Casekow
  10. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  12. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Wappen der Gemeinde Casekow
  13. Zu den Kirchen des Pfarrsprengels Blumberg auf kirchenkreis-pasewalk.de
  14. Ortsansichten von Casekow auf uckermark-region.de, abgerufen am 16. November 2014
  15. Ortsansichten von Petershagen (Uckermark) auf uckermark-region.de, abgerufen am 16. November 2014