Castel Toblino

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Castel Toblino
Von Westen aus betrachtet

Von Westen aus betrachtet

Entstehungszeit: 12. Jahrhundert
Burgentyp: Wasserburg
Erhaltungszustand: Erhalten
Ort: Calavino
Geographische Lage 46° 3′ 18,5″ N, 10° 58′ 2,7″ OKoordinaten: 46° 3′ 18,5″ N, 10° 58′ 2,7″ O
Castel Toblino (Trentino-Südtirol)
Castel Toblino

Das Castel Toblino ist eine Burg auf einer Halbinsel des Lago di Toblino am Ende des Valle dei Laghi. Es liegt etwa 15 Kilometer westlich von Trient.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im 12. Jahrhundert errichtete Anlage war ein Lehen der Herren von Toblino, ging im 13. Jahrhundert in den Besitz der Herren von Schloss Campo über, geriet 1495 in den Besitz der Kirche von Trient und gehörte später der Familie Madruzzo. Sie stand wohl ursprünglich auf einer kleinen Insel im Toblinosee. Als dessen Wasserspiegel sank, wurde diese zur Halbinsel.

Der Bau ging möglicherweise aus einem antiken Tempel hervor. Ein in den Laubengang eingemauerter Gedenkstein weist darauf hin, dass hier im 3. Jahrhundert nach Christus die Schicksalsgötter aus dem Stamm der Tublinates verehrt wurden. Am Fuße des Schlosses befinden sich Spuren römischer Bebauung und die Anlage selbst zeigt römisch-rätische Verteidigungsstrukturen. Das Schloss enthält heute noch mittelalterliche Bauelemente wie etwa das Mauerwerk im Westen und den im Nordwesten aufragenden, etwa 20 Meter hohen Turm. Um 1527 wurde das Castel unter Kardinal Bernardo Clesio renoviert und erhielt eine Renaissancefassade.

Spätere Renovierungen fanden unter Gian Gaudenzio Madruzzo in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und gegen Ende des 17. Jahrhunderts unter der Familie von Wolkenstein statt. Aus Gaudenzios Zeit stammen die Loggia, der Laubengang und die Rundbögen der Anlage. Er war der Bruder des Carlo Gaudenzio Madruzzo, dritter Fürstbischof von Trient aus dem Hause Madruzzo.

Das Castel Toblino wird heute als Restaurant genutzt und ist nicht regelmäßig zugänglich.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwähnt wird es in Gedichten von Ada Negri und Antonio Fogazzaro und es ist Gegenstand verschiedener romantischer Legenden. In Vollmondnächten sollen zwei ehemalige Bewohner des Schlosses, die im See ertrunken sind, als Geister über dem See schweben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Goerke: Castel Toblino. Mit acht Illustrationen nach photographischen Aufnahemn des Verfassers. In: Reclams Universum 24.2 (1908), S. 1209-1212.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Castel Toblino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien