Castel d’Aiano

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Castel d’Aiano
Wappen
Castel d’Aiano (Italien)
Castel d’Aiano
Staat Italien
Region Emilia-Romagna
Metropolitanstadt Bologna (BO)
Lokale Bezeichnung Castèl d Ajàn
Koordinaten 44° 17′ N, 11° 0′ OKoordinaten: 44° 16′ 36″ N, 11° 0′ 1″ O
Höhe 805 m s.l.m.
Fläche 45,25 km²
Einwohner 1.872 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte 41 Einw./km²
Postleitzahl 40034
Vorwahl 051
ISTAT-Nummer 037013
Website www.comune.casteldaiano.bo.it

Castel d’Aiano ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 1872 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2018) in der Metropolitanstadt Bologna, Region Emilia-Romagna.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Castel d’Aiano liegt auf 805 m s.l.m. im toskanisch-emilianischen Apennin und ist damit eine der höchst gelegenen Gemeinden der Metropolitanstadt Bologna. Ihr Gebiet erstreckt sich entlang der Wasserscheide der Flüsse Reno und Panaro.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufbau der Festung von Aiano begann zwischen dem 7. und dem 8. Jahrhundert und wurde im 10. Jahrhundert im erhöhten Teil des Gebiets erneuert. Das Gemeindegebiet befindet sich im Grenzland und war darum lange zwischen Modena und Bologna umstritten, bevor es endgültig unter die Herrschaft von Bologna kam. Castel d’Aiano war im Zweiten Weltkrieg Teil der letzten Frontbegradigungen der Gotenstellung und wurde während der Bombardierungen vom November 1944 fast völlig zerstört. Während der Frühjahrsoffensive der Alliierten 1945 wurde das von der 334. Infanterie-Division verteidigte Castel d’Aiano am 14. April von der 10. US-Gebirgsdivision erobert.[2][3]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Castel d’Aiano gehören auch die fünf Fraktionen Casigno, Rocca di Roffeno, Santa Maria di Labante, Sassomolare und Villa d’Aiano.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nennenswert sind der Weiler von Rivola bei Villa d’Aiano mit seinem Turm aus dem 16. Jahrhundert, die Casetorri (Turmhäuser) von Poggiolo und Monzone (18.–19. Jahrhundert), die Torre di Lavacchio vom 16. Jahrhundert und die adelige Wohnanlage von Torre Jussi (16.–17. Jahrhundert) mit dem Gebetshaus der Annunziata (18. Jahrhundert) in Rocca di Roffeno. In Casigno sind die Casa Landi und La Palazzina weitere sehenswerte Bauten. In Labante kann man die alten Mühlsteine der bis heute betriebenen Mühle von Povolo bewundern, während in San Cristoforo das Quellwasser eine wunderliche Kalkstein-Ablagerung verursacht, sponga genannt, und die bekannten Höhlen von Labante ausgegraben hat.

In den Wäldern von Monte Castellana liegt die Ortschaft Stella mattutina (Morgenstern), die Sommerresidenz der Grafen Nanni-Levera, den Besitzern des Aneva-Tals, denen auch das Castello Manservisi gehörte.[5] In Roffeno, auf der alten Via Nonantolana, befindet sich die Kirche Santa Lucia, ein ehemaliges Benediktiner-Kloster.

Marienkapelle von Brasa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Legende nach fiel hier zwei jungen Hirten ein Marien-Antlitz an einem Kastanienbaum auf. An dieser Stelle entstand im Gefolge die Votivkapelle der Madonna von Brasa. Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet, wurde sie nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg zu Beginn der 1960er-Jahre wieder aufgebaut. Sie liegt unweit von Castel d’Aiano am Brasa-Pass. Das Fest der Madonna di Brasa findet jedes Jahr am letzten August-Wochenende statt.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Castel d’Aiano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2018.
  2. Spiegel Online - EinesTages Artikel dazu
  3. Marco Belogi, Daniele Guglielmi: Spring 1945 on the Italian front: a 25 Day Atlas from the Apennines to the Po River. Primavera 1945 sul fronte italiano: Atlante dei 25 giorni dall’Appennino al fiume Po. Mattioli 1885, Fidenza 2011 ISBN 978-88-6261-198-5. S. 181–182
  4. Castel d’Aiano. In: comune.casteldaiano.bo.it. Abgerufen am 17. Februar 2020 (italienisch).
  5. Castello Manservisi. In: castellomanservisi.it. Abgerufen am 17. Februar 2020 (italienisch).
  6. Festa della Madonna di Brasa. In: comune.casteldaiano.bo.it. Abgerufen am 17. Februar 2020 (italienisch).