Castrol Rocket

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Die Castrol Rocket ist ein speziell zur Erlangung des Motorrad-Geschwindigkeitsrekords gebautes Motorrad, mit dem durch Triumph erstmals seit Jahrzehnten sich wieder ein Werk anschickt, das schnellste Zweirad zu stellen.[1] Entwickelt wurde das Fahrzeug von Castrol, Hot Rod Conspiracy (Radaufhängung), Carpenter Racing (Motortuning) und Triumph North America.[2] Die ersten Fahrversuche 2013 auf den Bonneville Salt Flats wurden durch widrige Wetterverhältnisse beeinträchtigt. Fahrer war dabei Jason DiSalvo.[3]

Entwicklung und Erprobung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bob Carpenter, selbst rennerfahren mit Drag Bikes der „Pro Stock Motorcycle“-Klasse, war verantwortlich für den Aufbau der Motoren. Man verkürzte den Kolbenhub und verwendete Pleuelstangen aus Titan. Der Entwurf und Bau des Fahrzeugs insgesamt lag an Matt Markstaller, einem Maschinenbau-Ingenieur, der mit Bonneville seit den frühen 1980er Jahren vertraut ist. Der Zeitdruck war erheblich, sollte doch vom entscheidenden Gespräch bis zum ersten Rollen auf dem Salzsee nur ein Jahr vergehen. Da die Castrol Rocket mit einem relativ kurzen Anlauf auf fast 700 km/h kommen soll, wurde ein besonderes Augenmerk auf die Traktion gelegt. Tests zur Optimierung der Fahrstabilität wurden im Windkanal unternommen. Trotzdem erlebte Fahrer DiSalvo zuerst bei niedrigen Geschwindigkeiten das unter „fish dance“-Schwanken bekannte Phänomen und hatte Probleme, mit dem Motorrad einer geraden Linie zu folgen.[1]

Tom Burkland, der mit einem Automobil auf dem Salzsee schon schneller als 400 mph fuhr, ist von der FIM als Technischer Inspekteur für Rekordmotorräder mit geschlossenem Cockpit bestimmt. Nach seinem Eindruck ist die Castrol Rocket eine gut gefertigte Maschine, er sah jedoch mögliche Probleme bei der Motorkühlung. Auch die Gasdrehgriffe riefen seine Verwunderung hervor, sie sind vom Fahrer DiSalvo aber durchaus erwünscht.[1]

Das Projekt wird von den Beteiligten als für mehrere Jahre angelegt betrachtet. Um zum Ziel zu kommen, bedarf es einer optimalen Oberflächenbeschaffenheit der Piste und guten Wetterverhältnissen gleichzeitig.[1] Nachdem auch 2014 starke Regenfälle einen von der FIM begleiteten Rekordversuch unmöglich machten, beabsichtigte das Team, im Jahr 2015 am selben Ort erneut anzutreten.[4] Guy Martin war als neuer Fahrer bekanntgegeben worden, doch machten dessen im Ulster Grand Prix bei einem Unfall erlittene Verletzungen es nötig, alle weiteren Aktionen auf 2016 zu verlegen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeine Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maße L × B × H: 7772 × 609 × 914 mm

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typ: 2 Triumph Rocket III Motoren mit Turbolader
Arbeitsverfahren: Viertakt-Otto
Zylinder: 3 / Reihe, wassergekühlt
Hubraum: 1485 cm³ pro Motor
Leistung: zusammen ca. 1000 PS bei 9000/min

Kraftübertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antrieb: Kardanantrieb auf das Hinterrad

Fahrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahmen: Monocoque aus Kohlenstoff-/Kevlar-faserverstärktem Kunststoff
Bremsen: C/C Scheibenbremse hinten, Bremsschirme für hohe und niedrige Geschwindigkeiten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Louise Ann Noeth. Resurrecting Triumph’s Glory Out on the Salt, The New York Times, 13. September 2013
  2. Internetseite „castrolrocket.com“ − Abschnitt „History“
  3. Charles Fleming: Triumph-powered Castrol Rocket attempts Bonneville land-speed record, Los Angeles Times, 30. August 2013
  4. Evans Brasfield: Rain Forces Triumph Castrol Rocket Team To Look To Bonneville 2015, Website „blog.motorcycle.com“ (Abgerufen am 19. Oktober 2014)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Castrol Rocket – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien