Casuariidae

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Casuariidae
Helmkasuar (Casuarius casuarius)

Helmkasuar (Casuarius casuarius)

Systematik
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Urkiefervögel (Palaeognathae)
Ordnung: Casuariiformes
Familie: Casuariidae
Wissenschaftlicher Name der Ordnung
Casuariiformes
Sclater, 1880
Wissenschaftlicher Name der Familie
Casuariidae
Kaup, 1847
Emu

Die Casuariidae sind eine in Australien und Neuguinea vorkommende Laufvogelfamilie, die aus vier rezenten Arten besteht, dem Emu und den drei Kasuararten.[1]

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle vier Arten der Casuariidae haben einen ovalen, horizontal ausgerichteten, schweren Rumpf und lange, relativ dicke Beine mit drei nach vorn gerichteten Zehen an den Füßen (Tridactylie). Der innere Zeh der Kasuare ist mit einer langen, dolchartigen Kralle ausgestattet. Kasuare sind schwarz mit relativ steifen Federn, Emus sind graubraun mit weichen Federn. Die Befiederung wirkt bei den Kasuaren fast wie eine Behaarung, beim Emu ist sie moppartig und zottelig. Der Kopf ist klein, der Hals lang. Kopf und Nacken des Emus sind mit kurzen, borstigen Federn besetzt, der Kopf der Kasuare ist unbefiedert, bei zwei der drei Arten auch der Hals. Bei diesen zweien sind die blau-rot gefärbte Haut sowie herabhängende Hautlappen sichtbar.[1]

Lebensraum und Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Emu lebt in trockenen Gegenden von Steppen bis zu offenen Wäldern und ernährt sich von Blättern, Früchten, Samen und Wurzeln verschiedener Pflanzen sowie von Insekten und anderen Wirbellosen. Die Kasuararten kommen in feuchteren Biotopen von Baumsavannen bis zum tropischen Regenwald vor und fressen vor allem zu Boden gefallene Früchte, außerdem Insekten und andere Wirbellose. Beide Gattungen sind monogam bis polyandrisch. Die Weibchen paaren und legen ihre Eier in das Nest eines oder mehrerer Männchen. Die Nester werden vor der Paarung von den Männchen gebaut und bestehen aus einer Bodenvertiefung, die mit Laub und Gras ausgepolstert wird. Ein Gelege besteht beim Emu aus 5 bis 15, bei den Kasuaren aus 3 bis 5 Eiern. Das Männchen bebrütet die Eier über einen Zeitraum von sieben bis acht Wochen und führt die Jungen, schützt sie vor Beutegreifern und zeigt ihnen Essbares bis zu neun Monate lang. Junge Emus und Kasuare werden mit einem Alter von einem bis zwei Jahren geschlechtsreif.[1]

Gattungen und Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Casuariidae wurde im Jahr 1847 durch den deutschen Zoologen Johann Jakob Kaup eingeführt. Sie galt lange Zeit nur für die Kasuare (Casuarius), während die Emus (Dromaius) in den meisten Fällen in eine separate Familie eingeordnet wurden, die Dromaiidae, die im Jahr 1908 durch den amerikanischen Ornithologen Charles Wallace Richmond aufgestellt wurde. In modernen Systematiken werden jedoch sowohl Kasuare als auch Emus den Casuariidae zugeordnet.[1][2][3][4] Die enge Verwandtschaft von Emus und Kasuaren war schon lange unumstritten und wurde in mehreren Veröffentlichungen bestätigt.[5][6][7] Die nächsten Verwandten der Casuariidae sind die neuseeländischen Kiwis (Apterygidae) und die ausgestorbenen madagassischen Elefantenvögel (Aepyornithidae).[8][9]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d David W. Winkler, Shawn M. Billerman, Irby J. Lovette: Bird Families of the World: A Guide to the Spectacular Diversity of Birds. Lynx Edicions (2015), ISBN 978-8494189203. Seite 40 u. 41.
  2. IOC World Bird List: Ratites: Ostriches to Tinamous
  3. Family Dromaiidae Eintrag bei HBW Alive
  4. Family Casuariidae Eintrag bei HBW Alive
  5. Charles Gald Sibley & Jon Edward Ahlquist (1990): Phylogeny and classification of birds. Yale University Press, New Haven, Conn.
  6. Livezey, B.C. and R.L. Zusi (2007): Higher-order phylogeny of modern birds (Theropoda, Aves: Neornithes) based on comparative anatomy. II. Analysis and discussion, Zool. J. Linn. Soc. 149, 1–95.
  7. Hackett et al.: A Phylogenomic Study of Birds Reveals Their Evolutionary History. Science 27 June 2008: Vol. 320. no. 5884, pp. 1763–1768 DOI: 10.1126/science.1157704
  8. Phillips MJ, Gibb GC, Crimp EA, Penny D (Januar 2010). Tinamous and moa flock together: mitochondrial genome sequence analysis reveals independent losses of flight among ratites. Systematic Biology. 59 (1): 90–107. doi:10.1093/sysbio/syp079
  9. Mitchell, Llamas, Soubrier, Rawlence, Worthy, Wood, Lee & Cooper. 2014. Ancient DNA reveals Elephant Birds and Kiwi are Sister Taxa and Clarifies Ratite Bird Evolution. Science. 344: 898-900. DOI: 10.1126/science.1251981.