Catharina Helena Dörrien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Catharina Helena Dörrien

Catharina Helena Dörrien (* 1. März 1717 in Hildesheim; † 8. Juni 1795 in Dillenburg) war eine deutsche Botanikerin und Erzieherin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Catharina Helena stammte aus der Hildesheimer Kaufmanns- und Bürgermeisterfamilie Dörrien. Sie war die Tochter des Pastors Johann Jonas Dörrien (1684–1737) und seiner Frau Lucia Catharina, geborene Schrader († 1733) und kam um die Jahreswende 1748/49 zu ihrer Freundin als Erzieherin in deren Familie (Archivar und Historiker Anton Ulrich von Erath) nach Dillenburg, wo sie hochgeachtet bis zum Tode lebte.

Dörrien galt zu Lebenszeit als „berühmtes Frauenzimmer“ und war eine Pionierin der Mädchenbildung. Sie erstellte zahlreiche Zeichnungen vom Dillenburger Schloss vor, während und nach seiner Zerstörung sowie viele Aufsätze und Schriften.

Am bekanntesten wurde sie jedoch als Botanikerin. 1777 erstellte sie ein großes Verzeichnis von Pflanzen des Fürstentums Oranien-Nassau in deutscher Sprache mit über 1400 Aquarellen, die auf Grund ihrer Qualität sehr gelobt wurden. Bis auf etwa 40 Blätter im Besitz des Museums Wiesbaden gelten die meisten Aquarelle bis heute als verschollen. Auch ein Porträt in Öl findet sich in Wiesbaden. Dörrien verfasste außerdem naturhistorische Fachbeiträge sowie Belletristik.

1776 wurde sie Ehrenmitglied der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin. Auch die Botanische Gesellschaft von Florenz ernannte sie zum Ehrenmitglied.

Dörrien hatte drei Geschwister: Maria Agnesa (* 1715; † vor 1733), Martin Sylvester (* 1719) und Melchior Karl (1721–1746).[1]

Aktuelle Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2000 erhält Catharina Helena Dörrien wieder verstärkte Aufmerksamkeit. In diesem Jahr veröffentlichte der Campus Verlag eine Biographie mit dem Titel Zwar sind es weibliche Hände, verfasst von der Kulturpädagogin Regina Viereck aus Hildesheim.

In Dillenburg wurde am 9. Oktober 2018 ein von Ingrid Kretz verfasstes Musical uraufgeführt[2], das das Leben der Pädagogin und Botanikerin zum Thema hat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • C. H. Dörrien: Verzeichniss und Beschreibung der sämtlichen in den Fürstlich Oranien-Nassauischen Landen wildwachsenden Gewächse. Böttger, Leipzig 1794.
  • Regina Viereck: Zwar sind es weibliche Hände. Die Botanikerin und Pädagogin Catharina Helena Dörrien. Campus, Frankfurt 2000, ISBN 3-593-36580-4.
  • K. L. (Karl Löber): Pflanzenaquarelle der Catharina Helena Dörrien. In: Heimatjahrbuch für den Dillkreis 1967. Dillenburg. S. 33–37.
  • Otto Renkhoff: Catharina Helena Dörrien. In: Nassauische Lebensbilder. Band 4. Wiesbaden 1950. S. 66–74.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dörrien Melchior Carl auf rainer-doerry.de, abgerufen am 20. September 2013.
  2. Verbeugung vor Catharina Dörrien. Musical setzt Naturforscherin ein Denkmal. Siegener Zeitung. 9. August 2018.