Cathay

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Cathay, auch Cataya, Cathaia, Kathai oder Kitai und ähnlich, ist der alte, von Marco Polo in seinem Reisebericht „Il Milione“ verwendete Name für China, insbesondere Nordchina. Die Bezeichnung leitet sich vom Reich der Kitan ab. Die heute anerkannte Theorie, dass Marco Polos Cathay und China dasselbe Land bezeichnen, hat Matteo Ricci im Jahr 1601 entwickelt.

Ende des 15. Jahrhunderts verwendete Matteo Boiardo den Begriff in seinem Versepos Orlando innamorato als Herkunftsangabe für die heidnische Prinzessin Angelica und führte ihn damit in die romantische Literatur seiner Zeit ein. Mit der Fortsetzung dieses Werks, Ludovico Ariostos Rasendem Roland, wurde er zum festen Bestandteil der europäischen Romanzendichtung.[1]

Heute wird er als Namensbestandteil von verschiedenen Unternehmen benutzt, am bekanntesten ist wohl Cathay Pacific, aber auch eine Uhrenmarke und die Reihe edition cathay im Projektverlag führen den Namen. Das Wort Kitai (bzw. Kytaj oder Kitajska) als übliche Bezeichnung für China gibt es heute noch in vielen Sprachen Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion, so im Bulgarischen, Kasachischen (Қытай), Ossetischen und Tschuwaschischen, Russischen (Китай), Slowenischen (Kitajska), Ukrainischen und Weißrussischen (Кітай).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • W. Watson: Im Bannkreis von Cathay. In: Die Welt aus der wir kommen. Knaur, 1961.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodore Nicholas Foss, Donald F. Lach: Images of Asia and Asians in European Fiction, 1500–1800. In: Hongqi Li, Thomas H. C. Lee (Hrsg.): China and Europe: Images and Influences in Sixteenth to Eighteenth Centuries. The Chinese University Press, Hong Kong 1991, ISBN 962-201-465-8, S. 167 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).