Catherine de Valois-Courtenay

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Porträt von Catherine de Valois-Courtenay; Kapelle der Madonna di Montevergine in Mercogliano

Catherine de Valois-Courtenay (* 18. November 1301 in Siena; † 20. September 1346 in Neapel) war Titularkaiserin von Konstantinopel und Regentin des Fürstentums Achaia. Sie war die Tochter von Charles de Valois und Catherine de Courtenay.

Bereits 1303 wurde sie mit Hugo V. von Burgund verlobt. Nach dem Tod ihrer Mutter 1308 erbte Catherine den Kaisertitel. Ihr Onkel, König Philipp von Frankreich, hielt Hugo für ungeeignet, Konstantinopel zurückzuerobern, und betrieb die Auflösung der Verlobung, die von Catherine am 30. September 1312 verkündet wurde. Gleichzeitig wurde ihre Absicht bekannt gegeben, den seit 1309 geschiedenen Fürsten Philipp von Tarent zu ehelichen.

Die Hochzeit wurde am 29. Juli 1313 in Fontainebleau gefeiert, nachdem der päpstliche Dispens eingegangen war und Catherine auf ihre französischen Besitzungen verzichtet hatte. Im Ehevertrag, den Philipp der Schöne am 30. Juli unterzeichnete, wurde die Wiedererrichtung der lateinischen Herrschaft in Konstantinopel als politisches Ziel der Ehe festgehalten. Für den Fall eines vorzeitigen Todes Philipps von Tarent wurde Catherine als Regentin für ihre minderjährigen Söhne bestimmt; als Mitgift erhielt sie die Grafschaft Acerra.

Cappella della Madonna di Montevergine; rechts das Mausoleum

Catherine de Valois-Courtenay starb plötzlich am 20. September 1346 in Neapel und wurde in der Chiesa San Domenico zu Grabege tragen. Auf Wunsch ihres Sohnes Ludwig wurden ihre sterblichen Reste im September 1347 in die Territorialabtei Montevergine gebracht, wo sie in der Antiken Basilika von Montevergine in der Kapelle der Madonna di Montevergine beigesetzt wurde. Ludwig förderte fast einen „Kultus“ in Erinnerung an die Mutter.[1] 1776 ließ der Abt Matteo Iacuzio ein Mausoleum für sie errichten. Im Sarkophag ruhen die Reste von Caterine und ihrer Kinder Ludwig und Maria.[2] Unter dem Sarkophag befindet sich ein Epigraf mit der folgenden Inschrift:[3]

„Alla sempiterna memoria
di Caterina di Valois
Augustissima Imperatrice di Costantinopoli
che l’Immagine della Madre di Dio
per antichità, per miracoli e per universale venerazione
celebratissima quasi in tutto l’orbe
nell’anno MCCCX insieme al marito Filippo d’Angiò
ebbe cura di qui portare ed esporre al culto
come anche al nome immortale
dei suoi figli Ludovico re di Napoli e Maria
i quali la reale famiglia dei Verginiani
specialmente questa cappella e questo cenobio
arricchirono di grandi beneficii
e con le loro ceneri qui riposte
anche il supremo amore verso i Verginiani
ai posteri in ogni tempo lasciarono più che attestato
i cenobiti canonici di questa regia imperiale cappella
memori di tanta larghezza verso di loro
alcuni sacri suffragi giornalieri e di più altri solenni
tributano in contraccambio pel loro riposo in cielo
ed a cura dell’Abate generale
ordinario di questa Sede
Matteo Iacuzio
posero questa lapide col titolo l’anno MDCCLXXVI.“

Nachfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Kinder waren:

Porträt von Maria; Cappella della Madonna di Montevergine in Mercogliano
  • Robert II. (um 1318–1364), Fürst von Tarent und Achaia, sowie Titularkaiser von Konstantinopel
  • Ludwig (1329–1362), Fürst von Tarent; ∞ 1348 mit seiner Cousine Königin Johanna I. von Neapel
  • Margarete (um 1325; † 1380); 1. ∞ 1344 mit Edward Balliol († 1364), Ex-König von Schottland (Haus Balliol); 2. ∞ 1352 mit François des Baux (Francesco del Balzo; † 1422), Graf von Montescaglioso und Avellino
    • Jacques des Baux (Sohn aus der zweiten Ehe), Fürst von Tarent und Achaia, sowie Titularkaiser von Konstantinopel.
  • Maria (1327–?, starb jung)
  • Philipp II. (1331–1374), Fürst von Tarent und Achaia

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gaetano Curzi: Santa Maria del Casale a Brindisi. Arte, politica e culto nel Salento angioino. Gangemi Editore, Rom 2015, ISBN 978-88-492-9829-1, S. 25 (italienisch, Online-Version (Vorschau) in der Google-Buchsuche).
  2. PP. Benedettini di Montevergine: Montevergine: guida-cenni storici. Desclée, Lefebvre e C. Editori, Rom 1905, S. 66 (italienisch).
  3. Montevergine: guida-cenni storici, S. 67