Cato (Magazin)

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Cato
Namenslogo
Beschreibung politisches Magazin
Sprache deutsch
Verlag CATO Verlag GmbH (Deutschland)
Hauptsitz Berlin
Erstausgabe 8. September 2017
Erscheinungsweise zweimonatlich, letzter Freitag im Monat
Verbreitete Auflage (Eigenangabe) 50.000 Exemplare
Chefredakteur Andreas Lombard
Herausgeber Hendrik Schundau
Weblink cato-magazin.de
ISSN 2567-112X

Cato (Untertitel: Magazin für neue Sachlichkeit) ist ein in Deutschland zweimonatlich erscheinendes politisches Magazin. Es wird in Berlin von der CATO Verlag GmbH produziert. Das Magazin wurde unter anderem von Karlheinz Weißmann, einem der führenden Vertreter der deutschen Neuen Rechten, initiiert; Chefredakteur ist Andreas Lombard. Die Erstausgabe erschien am 8. September 2017.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Magazin hat seinen Namen nach dem 95 v. Chr. geborenen Marcus Porcius Cato der Jüngere, einem einflussreichen konservativen Politiker in der Endzeit der römischen Republik, der in radikaler Opposition zu Cäsar stand und dessen angestrebte Alleinherrschaft verhindern wollte. Das Titelfoto der Startausgabe zierte eine Photocollage, Angela Merkel als Cäsar aus der Uckermark.[1]

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen Ende der 1990er Jahre ließ das Interesse an der von Caspar von Schrenck-Notzing im Jahr 1970 als "Gegenstimme zur 68er-Kulturrevolution" gegründeten Zeitschrift Criticón nach. Schrenck-Notzing zog sich als Blattmacher zurück und begründete im Jahr 2000 die Förderstiftung konservative Bildung und Forschung (FKBF). Somit öffnete sich in der rechtskonservativen publizistischen Landschaft eine Lücke, die auch von weiteren Nischentiteln jener Zeit wie Mut oder Nation und Europa nicht ausgefüllt werden konnte, sei es, weil deren Leserschaft in einem rückwärtsgewandten Weltbild gefangen schien oder sie teils weitreichenden Änderungen der Blattline in Folge einer vermeintlichen Modernisierung nicht folgen mochten. Folgerichtig wurde Nation und Europa im Jahre 2009 verkauft, Mut im Jahr im Jahr 2017 endgültig eingestellt. Karlheinz Weißmann, in Geschichtswissenschaft promovierter Gymnasiallehrer, der als wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik tätig war[2], bevor er sich 2014 im Streit mit Götz Kubitschek über die weitere Entwicklung dieses von ihm mitgegründeten rechten 'Think Tanks' aus der Verantwortung für das geistige Zentrum der "Neuen Rechten" zurückzog, traute es sich zu, diese publizistische Lücke mit einem rechtskonservativen Magazin füllen zu können.

Im Wettbewerb mit dem seit 1998 erscheinenen libertären Monatsheft "eigentümlich frei" würde sich das neue Magazin sowohl von dem weiterhin in Schnellroda erscheinenden Zweimonatsheft "Sezession" als auch von der Wochenzeitung Junge Freiheit (JF) dadurch zu unterscheiden haben, als in dem neuen Magazin aktuelle Ereignisse nur eine untergeordnete Rolle spielen würden und intellektuelle Vertiefungen von metapolitischen Schwerpunktthemen, wie sie für die Sezession typisch sind, durch Reportagen, Interviews und ganz allgemein dem Alltagsleben zugewandte Beschreibungen in Verbindung mit einer künstlerisch möglichst anspruchsvollen Illustration ergänzt werden müssten.

Tichys Einblick, das als Umwandlung bzw. parallele Auskopplung eines Blogs des ehemaligen Wirtschaftswoche-Chefredakteurs Roland Tichy in ein seit Herbst 2016 monatlich erscheinendes Printmedium vorgestoßen ist, war noch nicht erschienen, als Weißmann damit begann, die für einen Neustart notwendigen Kontakte zu knüpfen. Er gewann Andreas Lombard als Chefredakteur, wobei sich das gesamte Projekt von Beginn an der materiellen als auch ideellen Unterstützung durch die Förderstiftung konservative Bildung und Forschung (FKBF) sicher sein konnte, als deren Stiftungsratsvorsitzender Dieter Stein fungiert, dem langjährigen Chefredakteur der neurechten Wochenzeitung Junge Freiheit[3]. Insoweit die CATO-Redaktion ihren Sitz in den Räumlichkeiten der Bibliothek des Konservatismus in Berlin-Mitte gefunden hat, die von der FKBF unterhalten wird, schließt sich im Erscheinen des CATO-Magazins der Bogen zum geistigen Vermächtnis des Criticón-Gründers und Vertreters der Neuen Rechten Caspar von Schrenck-Notzing.

Des Weiteren ist der Verlag der Wochenzeitung Junge Freiheit Alleingesellschafter des Magazins "Cato". [4]

Rezeption der Erstausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausgabe wurde in einer Reihe von reputablen Medien rezensiert. [5][6][7][8][9][10]

Christoph Schröder beschrieb in der Zeit das Magazin als „Römisches Rechtsaußen“. Das Magazin wolle „konservativen Intellektuellen eine Heimat bieten“, es würden aber viele Publizisten der Neuen Rechten dort schreiben. Maßgeblichen Einfluss bei Cato habe Karlheinz Weißmann, der auch für die rechtskonservative Junge Freiheit schreibt und Mitbegründer des rechten Verlages Antaios sowie der Zeitschrift Sezession war, bis er diese Projekte Anfang 2014 im Streit verließ[11].

John Schloemann wies in der Süddeutschen Zeitung darauf hin, dass Dieter Stein, Gründer des Junge-Freiheit-Verlages, als Gesellschafter am Cato Verlag beteiligt ist. Ebenso ist Stein Vorsitzender des Stiftungsrates der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung, die den neuen Verlag sowohl mit Bereitstellung von Räumlichkeiten im Gebäude der stiftungseigenen Bibliothek des Konservatismus als auch finanziell unterstützt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Ehrenberg: „Cato“ - wir reiben uns die Augen. Der Tagesspiegel, 6. September 2017; abgerufen am 9. September 2017.
  2. Andreas Speit: Wie einst in Rom. Die Tageszeitung, 7. September 2017; abgerufen am 13. September 2017.
  3. Christoph Schröder: Römisches Rechtsaußen. Die Zeit, 8. September 2017; abgerufen am 9. September 2017.
  4. http://www.tagesspiegel.de/advertorials/ots/kress-de-junge-freiheit-ist-alleingesellschafter-des-neuen-magazins-cato/20301730.html
  5. Marc Felix Serrao: Eine neue Stimme der Konservativen. Neue Zürcher Zeitung, 2. September 2017; abgerufen am 13. September 2017.
  6. Katrin Krips-Schmidt: Den Sinn für Realitäten schärfen. Die Tagespost, 6. September 2017; abgerufen am 13. September 2017.
  7. Frank Hauke-Streller: Neues konservatives Print-Magazin "Cato": "Wir vermissen ein breites Bewusstsein für Ressourcen und Traditionen aller Art". Kressreport, 8. September 2017; abgerufen am 13. September 2017.
  8. David Begrich mit Gesa Ufer: Neue konservative Zeitschrift: "Cato" Ein Lifestyle-Magazin für Rechtsaußen. Deutschlandfunk Kultur, 8. September 2017; abgerufen am 13. September 2017.
  9. Johan Schloemann: Rechte Gedanken in neuem Gewand. Süddeutsche Zeitung, 9. September 2017; abgerufen am 9. September 2017.
  10. Philip Cassierer: Was steckt hinter dem neurechten Magazin „Cato“? Die Welt, 9. September 2017; abgerufen am 13. September 2017.
  11. Junge Freiheit Nr. 26/14, 20. Juni 2014, Zeitschriftenkritik Sezession: „Es ist zugleich das erste Heft nach dem Ausscheiden von Karlheinz Weißmann. Der Historiker hatte Ende April seine Tätigkeit als Wissenschaftlicher Leiter des IfS sowie seine Mitarbeit an der Sezession beendet. Zur Begründung teilte er mit, es sei mit den anderen Verantwortlichen keine Einigung über die Ausgestaltung der weiteren Arbeit erzielt worden.“