Cavagnago

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Cavagnago
Wappen von Cavagnago
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Leventinaw
Kreis: Kreis Faido
Politische Gemeinde: Faidoi2
Postleitzahl: 6749
Koordinaten: 710917 / 141280Koordinaten: 46° 24′ 49″ N, 8° 52′ 53″ O; CH1903: 710917 / 141280
Höhe: 1020 m ü. M.
Fläche: 6,7 km²
Einwohner: 83 (31. Dezember 2011)
Einwohnerdichte: 12 Einw. pro km²
Website: www.cavagnago.ch
Cavagnago

Cavagnago

Karte
Cavagnago (Schweiz)
Cavagnago
ww
Gemeindestand bis zur Fusion am 1. April 2012

Cavagnago war bis zum 31. März 2012 eine politische Gemeinde im Kreis Giornico, im Bezirk Leventina des Kantons Tessin in der Schweiz.

Gemeindefusion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 2012 fusionierte sie mit den Gemeinden Anzonico, Calpiogna, Campello, Chironico, Mairengo und Osco zur bestehenden Gemeinde Faido und trat somit in den Kreis Faido über. In einer Volksabstimmung im März 2004 nahmen die Bürger von Cavagnago die Fusion ihrer Gemeinde mit Faido, Osco, Mairengo, Calpiogna, Campello, Rossura, Anzonico, Chiggiogna, Calonico und Sobrio an. Trotz des positiven Entscheides konnte Cavagnago nicht berücksichtigt werden, da alle umliegenden Gemeinden die Fusion ablehnten.

Die geringe Einwohnerzahl und die prekäre finanzielle Lage führten dazu, dass der Kanton Tessin im November 2005 einen Gemeindeverwalter für Cavagnago ernannte. Von diesem Zeitpunkt an besass die Gemeinde bis zur Fusion keine Exekutive mehr.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt auf einer Terrasse am linken Hang des Valle Leventina an der Strada Alta. Zusammen mit Anzonico, Calonico und Sobrio bildet Cavagnago die so genannte Traversa.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Sant’Anna[1][2]
  • Pfarrhaus
  • Oratorium Sant’Ambrogio mit Fresken (15. Jahrhundert) im Ortsteil «Segno»[1][3][4].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clemente Bertazzi (* 17. Februar 1796 in Mailand; † 2. Juli 1860 in Chironico), von Cavagnago, Sohn des Pietro; Studien an Mailänder Priesterseminaren wurde er 1818 zum Priester geweiht; 1819 Pfarrer von Chironico; 1830–1833, 1841–1844 und 1852–1855 Tessiner Grossrat; er 1842 eine starke Verringerung des Priesteranteils in der Legislative vorschlug; um 1840 zum Bezirksvikar der Leventina ernannt, nahm er 1852–1860 das Amt des erzbischöflichen Delegaten für die Ambrosianische Täler wahr[5][6]
  • Clemente Bertazzi (* 13. Januar 1815 in Mailand; † 7. Januar 1875 ebenda), von Cavagnago, Sohn des Giuseppe; nach dem Besuch des Lyzeums und des Seminario Maggiore (Priesterseminar) in Mailand war er als Pfarrer in Personico, Quinto TI, Pollegio, Biasca und Cavagnago tätig; 1852 war er Rektor sowie Italienisch- und Lateinlehrer am Gymnasium in Pollegio ernannt; 1853 bemühte er sich weiterhin um das öffentlichen Erziehungswesen, indem er an der Gemeindeschule von Cavagnago unterrichtete sowie Lesestunden und Vorträge zu wirtschaftlichen wie sozialen Themen organisierte; 1857 gründete er die Società Agricola unter den Landbesitzern von Cavagnano; 1857 gründete er eine Zeitung mit dem Titel Il Contadino che pensa; er war Mitglied des kantonalen Rats für Landwirtschaft[7]
  • Giovanni Snider (* 8. März 1878 in Cavagnago; † 21. Februar 1968 in Mendrisio), Priester, 1912–1918 Herzpriester von Mendrisio, Vicar Forane[8]
  • Alfonso Codaghengo (* 25. März 1882 in Paris; † 20. Mai 1965 in Faido), von Cavagnago, Sohn des nach Paris emigrierten Luigi; Studien an den Priesterseminarien von Pollegio und Lugano und an der Universität Freiburg (Schweiz); nach seiner Priesterweihe 1908 unterrichtete er einige Jahre am Seminar der Diözese Lugano und dann in Kollegium der Oratorianer in (Nizza), der er selbst angehörte und deren Generalprokurator er wurde; danach in Rom studierte er christliche Archäologie, lateinische Paläografie und Diplomatik; hier wurde er zum apostolischer Protonotar ernannt und Kanoniker der Lateranbasilika erhoben; er tat sich besonders auf den Gebieten der Geschichte und Heraldik hervor[9]
  • Antonio Snider (* 1910 in Locarno), aus Cavagango, Anwalt und Notar, Politiker (CVP), 1955–1971 Tessiner Grossrat[10]
  • Carlo Snider (* 21. April 1910 in Locarno; † 16. Februar 1988 in Rom), von Cavagnago, Sohn des Giuseppe, Progymnasium in Pollegio, Jesuitengymnasium in Brescia; 1934 Lizenziat des Zivilrechts und 1939 des Kirchenrechts in Rom; als Anwalt der Ritenkongregation befasste sich er mit den Seligsprechungsprozessen von Papst Pius IX., Niklaus von Flüe, Maria Theresia Scherer, Marguerite Bays und Giacomo Gianiel; 1945–1952 war er Generalsekretär des Internationalen Instituts für die Vereinheitlichung des Privatrechts (Unidroit); er verfasste eine Biografie über den Kardinal Andrea Carlo Ferrari; 1958 Doktor der Rechte honoris causa der Universität Freiburg (Schweiz)[11]
  • Vincenzo Snider (* 14. Mai 1911 in Locarno; † 14. Mai 1990 ebenda), von Cavagnago, Sohn des Giuseppe, Gymnasium in Einsiedeln, er studierte der Sprachen an den Universität La Sapienza und Universität Freiburg (Schweiz), 1934 Lizentiat mit einer Arbeit über Federigo Tozzi Italienischlehrer bis 1973 am Lehrerseminar und danach am Gymnasium in Locarno; 1976 gab er mit Giovanni Bonalumi eine Anthologie für die Mittelschulen Situazioni e testimonianze heraus; er publizierte Artikel und Aufsätze, die in den Band Un segno nell’aria (1992) aufgenommen wurden, darunter seinem Freund Plinio Martini gewidmete Studien[12]
  • Pio Snider (* 21. August 1920 in Locarno; † 31. Màrz 2004 ebenda), aus Cavagnago, Priester, Domherr von Stiftskirche Sant’Antonio von Locarno[13]
  • Saverio Snider (* 1940 ? in Locarno), Journalist, Politiker (CVP), 1983–1991 Tessiner Grossrat[14], Mitglied der Associazione Festival internazionale del film di Locarno[15], Fürsprecher des Polizeidepartement des Kantons Tessin[16]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Samuel Butler: Alpi e Santuari del Canton Ticino. Armando Dadò Editore, Locarno 1984.
  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007.
  • Marina Bernasconi Reusser: Monumenti storici e documenti d’archivio. I «Materiali e Documenti Ticinesi» (MDT) quali fonti per la storia e le ricerche sull’architettura e l’arte medievale delle Tre Valli. In: Archivio Storico Ticinese. 2. Serie, Nummer 148, Casagrande, Bellinzona 2010.
  • Mario Fransioli: Cavagnago. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 125–126.
  2. Pfarrkirche Sant’Anna (Foto)
  3. Oratorium Sant’Ambrogio in portal.dnb.de (abgerufen am: 3. Mai 2016.)
  4. Oratorium Sant’Ambrogio (Foto)
  5. Clemente Bertazzi auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz (abgerufen am 19. Juni 2017).
  6. Andrea Ghiringhelli: Bertazzi, Clemente. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  7. Andrea Ghiringhelli: Bertazzi, Clemente. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  8. Giovanni Snider (italienisch) auf chiesaverscio.it.gg (abgerufen am 12. März 2017).
  9. Andrea Ghiringhelli: Codaghengo, Alfonso. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  10. Antonio Snider auf sbt.ti.ch/bcbweb/vgc/ricerca/deputati (abgerufen am 12. März 2017).
  11. Maria Ludovica Snider: Snider, Carlo. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  12. Alessandro Martini: Snider, Vincenzo. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  13. Pio Snider auf sogenesi.ch/soci/fuct (abgerufen am 12. März 2017).
  14. Saverio Snider auf sbt.ti.ch/bcbweb/vgc/ricerca/deputati (abgerufen am 12. März 2017).
  15. Saverio Snider auf moneyhouse.ch/it (abgerufen am 12. März 2017).
  16. Saverio Snider Fürsprecher des Polizeidepartement (italienisch) auf ti.ch/CAN/comunicati (abgerufen am 12. März 2017).