Cavtat

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Cavtat
Cavtat (Kroatien)
Paris plan pointer b jms.svg
Koordinaten: 42° 34′ 46″ N, 18° 13′ 15″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Flagge der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva Dubrovnik-Neretva
Gemeinde: Konavle
Höhe: m. i. J.
Einwohner: 2.015 (2001)
Telefonvorwahl: (+385) 020
Postleitzahl: 20 210
Kfz-Kennzeichen: DU
Bootskennzeichen: CT
Struktur und Verwaltung
Website:
Blick auf Cavtat

Cavtat [ˈtsaʋtat] (lateinisch Epidaurus, italienisch Ragusavecchia) ist eine kroatische Ortschaft in der historischen Region Dalmatien 20 km südlich von Dubrovnik mit 2.015 Einwohnern (2001). In Cavtat befindet sich der Verwaltungssitz der Kommune Konavle.

Lage, Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Städtchen wurde an den Hängen der Halbinsel Rat am Rand des Konevletals planmäßig angelegt.[1] Cavtat hat einen eigenen Hafenkapitän (kroat.: Lučka Kapetanija) sowie eine Zollanlegestelle (kroat.: Carina), was den Hafen für Yachten besonders attraktiv macht. Die Entfernung zum Flughafen Dubrovnik beträgt ca. 5 km.

Im Ort finden sich einige erhaltene kulturhistorische Bauwerke, zudem haben sich Unterkünfte und Restaurants für die wachsenden Touristenzahlen angesiedelt. Den Gästen stehen Sport- und Kulturmöglichkeiten wie Tennisplätze, markierte Wanderwege oder eine Tauchschule zur Verfügung sowie die Sammlung Bogišić (u. a. mit ca. 70 wertvollen Inkunabeln, 22.00 seltenen Büchern, Graphiken, Münzen, Waffen) und die Galerie Bukovac.

Jährlich im Sommer (Cavtater Sommer) und im Winter lockt die Stadt mit je einer Karnevalsveranstaltung Gäste aus nah und fern an.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Antike lag an dieser Stelle die griechische Siedlung Epidauros, die ab 228 v. Chr. unter dem Namen Epidaurum römischer Herrschaft unterstand und später auch römische Kolonie war. Im Mittelalter wurde der Ort planmäßig ausgebaut, durch die Lage jedoch auf engem Raum.

Beim Erdbeben von 1667 wurde der Ort schwer beschädigt.[2]

Während des Kroatienkrieges bzw. der Schlacht um Dubrovnik 1991 wurde Cavtat u. a. vom Meer aus beschossen bzw. später auch durch die Jugoslawische Volksarmee kontrolliert. Die meisten der zahlreichen Schäden wurden inzwischen repariert, einige Gebäude wie auch das Hotel Makedonia mussten aber abgerissen werden.

Bauwerke und Denkmale (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franziskaner-Kloster mit der Klosterkirche Maria Schnee am Ufer der Adria
Das Kloster entstand zw. 1484 und dem Ende des 16. Jahrhunderts. Umfangreiche bauliche Veränderungen erfolgten im 18. und im 20. Jahrhundert. Auf dem Ostflügel der Anlage steht die Klosterkirche, gewidmet der Jungfrau vom Schnee. Drinnen sind ein Altarstück aus dem 15. Jahrhundert und eindrucksvolle Malereien erhalten. Das jetzige Aussehen erhielt die Kirche im Jahr 1909.
Im Nordflügel der Klosteranlage liegt der Klostergarten; weitere Gebäudeteile kamen im 19. Jahrhundert hinzu, als hier auch Seeleute (Segler) Trost und Unterkunft suchten.[3]
  • St. Nikolai-Kirche
Im Inneren befindet sich ein wertvolles Bild des Dubrovniker Malers Carmelo Reggio Palermitanc.
Mausoleum Račić
  • Mausoleum der Seefahrer-Familie Račić, steht inmitten des städtischen Friedhofs
Das Gebäude des Mausoleums dominiert den gesamten Hügel und ist weithin im leuchtenden Weiß zu sehen. Es trägt auf der Spitze des Kuppeldaches einen bronzenen knienden Friedensengel. Darunter, in einer Laterne, hängt eine reliefierte Glocke, die Szenen aus dem Leidensweg Christi zeigt und folgende Inschrift trägt: „Wenn du das Mysterium der Liebe kennst, kannst du auch das Mysterium des Todes lösen und glaubst, dass das Leben ewig sei.“
Die Gestaltung des Bauwerks und des Schmucks erfolgten 1920–1922 nach Plänen des Bildhauers Ivan Meštrović. Das Mausoleum ersetzt eine vorherige Kapelle für die bekannte Familie.[4]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statue von Bogišić

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cavtat – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Flyer Cavtat, herausgegeben vom Tourist Board of Konavle, Cavtat, Stand 2017; kroatisch/englisch/deutsch.
  2. Paola Albini: The Great 1667 Dalmatia Earthquake: An In-Depth Case Study. Springer, Cham/Heidelberg/New York/Dortrecht/London 2015, ISBN 978-3-319-16208-9, S. 67 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Informationen von der Erklärungstafel an der Kirche (kroatisch, englisch), gesehen und fotografiert im Juni 2017.
  4. Informationen von der Erklärungstafel am Mausoleum (kroatisch, englisch), gesehen und fotografiert im Juni 2017.