Cazis

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Cazis
Wappen von Cazis
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Hinterrheinw
Kreis: Thusis
BFS-Nr.: 3661i1f3f4
Postleitzahl: 7408
Koordinaten: 752231 / 17624246.729.43659Koordinaten: 46° 43′ 12″ N, 9° 25′ 48″ O; CH1903: 752231 / 176242
Höhe: 659 m ü. M.
Fläche: 31.18 km²
Einwohner: 2121 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 68 Einw. pro km²
Website: www.cazis.ch
Cazis

Cazis

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Cazis (rätoromanisch Cazas bzw. Tgazas = Schöpfkelle wegen der muldenartigen Ortslage der ursprünglichen Gemeinde im Tal) ist eine politische Gemeinde im Kreis Thusis im Bezirk Hinterrhein im Kanton Graubünden in der Schweiz.

Auf den 1. Januar 2010 fusionierten die Gemeinden Cazis, Portein, Präz, Sarn und Tartar zur neuen Gemeinde Cazis.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Heinzenberg rund drei Kilometer nordöstlich von Thusis und bestand bis Ende 2009 aus den 7 Fraktionen (Ortsteilen) Luvreu, Oberrealta, Ratitsch, Schauenberg, Summaprada, Unterrealta und Valleina. Auf den 1. Januar 2010 wurden die oben erwähnten bisherigen Gemeinden Portein, Präz (mit den Fraktionen Dalin und Raschlegnas), Sarn und Tartar als neue Fraktionen mit der Gemeinde Cazis fusioniert. Vom ursprünglichen Gemeindegebiet (bis Ende 2009) von 727 ha sind 299 ha von Wald und Gehölz bedeckt, 298 ha sind landwirtschaftliches Nutzgebiet, 99 ha Siedlungsfläche und die restlichen 31 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge).

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Siedler hatten sich am Ende der Jungsteinzeit am Petrushügel angesiedelt, nordwestlich des Dorfes. Sie lebten aufgrund der Knochenfunde von der Viehzucht und der Jagd. Später wurde Ackerbau betrieben. Talaufwärts lag die Cresta-Siedlung (2300-800 v. Chr.) in einer Felsspalte.

Im östlichen Gemeindegebiet liegt die Pfarrkirche St. Martin. Sie wurde wahrscheinlich im 7. Jahrhundert erbaut. Heute wird sie als Begräbniskirche genutzt. Das Kloster der Gemeinde war das älteste nördlich der Alpen. Nahe dem Kloster liegt die Kapelle St. Wendelin, die von Pilgern, Kaufleuten und Bauern erbaut wurde.

Die beiden Dorfkirchen St. Paul und St. Peter stammen aus dem 14. Jahrhundert., die Steinkirche wurde 1996 erbaut. 1834, nachdem der Rhein nach einem starken Unwetter am 7. August über die Ufer getreten war, wurde eine Rheinkorrektur zur Sicherung der Strasse durchgeführt.

1855 wurde in Cazis die 'Realta' geöffnet und 1919 eine Anstalt für Geisteskranke. Daraus entwickelten sich die Justizvollzugsanstalt Realta und die Klinik Beverin.

Als von 1894 bis 1903 die Bahnlinie Chur-St. Moritz der Rhätische Bahn erbaut wurde, wurden auf dem Gemeindegebiet die drei Bahnhöfe Cazis, Rodels-Realta u. Rothenbrunnen erbaut. 1905 wurde das Kraftwerk Sernf-Nieberenbach gebaut. Es wurde neun Jahre später erweitert und umbenannt in Kraftwerk Zervreila. 1963 konnten vier Primar- und drei Sekundarklassen das neue Schulhaus Quadra beziehen. 1971 wurde die Schule St. Catharina eröffnet. Im Jahr 1850 hatte Cazis 755 Einwohner.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Bis um 1800 sprachen beinahe alle Caziner Bewohner Sutselvisch, eine bündnerromanische Mundart. Bis 1870 hatten die Romanischsprachigen die absolute, 1880 mit 49 % noch die relative Mehrheit. Doch bereits 1900 sprach etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung Deutsch. Bis 1941 sank der Anteil der Romanischsprachigen auf 18 %. Der Sprachwechsel geht unaufhaltsam weiter, wie folgende Tabelle zeigt:

Sprachen in Cazis GR
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 1166 75,67 % 1276 80,40 % 1326 84,19 %
Rätoromanisch 191 12,39 % 101 6,36 % 74 4,70 %
Italienisch 112 7,27 % 81 5,10 % 43 2,73 %
Einwohner 1541 100 % 1587 100 % 1575 100 %

Etwa 8 % der Bevölkerung versteht noch Romanisch. Deutsch ist heute einzige Behördensprache.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 1501 Bewohnern waren 1286 (= 86 %) Schweizer Staatsangehörige.

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeindepräsident ist Mario Kollegger (CVP).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cazis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Pfarr- und Klosterkirche
  3. Kapelle St. Wendelin
  4. Alte Pfarrkirche St. Martin
  5. Kapelle St. Nepomuk
  6. Platz Klinik Beverin