Cecil Beaton

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Cecil Beaton Anfang der 1940er Jahre

Sir Cecil Walter Hardy Beaton CBE (* 14. Januar 1904 in London; † 18. Januar 1980 in Broad Chalke, England) war ein britischer Fotograf, Bühnenbildner und Grafiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cecil Beaton Anfang der 1920er Jahre

Beaton wurde 1904 in London als Cecil Walter Hardy Beaton in eine Kaufmannsfamilie geboren. Nach Abbruch einer vom Vater gewünschten Ausbildung versuchte er sich mit Erfolg als freischaffender Porträtfotograf.

1930 lernte er in Wien den englischen Kunstsammler und Mäzen Peter Watson kennen, in den er sich leidenschaftlich verliebte. Watson erwiderte zwar nicht die Liebe, aber er unterhielt eine enge Freundschaft und förderte Beaton, mit dem er zahlreiche Reisen unternahm.[1]

In den 1930er Jahren war Beaton in den Vereinigten Staaten für Vogue und Harper’s Bazaar tätig. Ab 1937 war er Hoffotograf der britischen Königsfamilie. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er für das britische Informationsministerium in Afrika und dem Fernen Osten. Nach dem Krieg betätigte sich Beaton mit viel Erfolg als Illustrator, Maler, Schriftsteller und Chronist und entwarf Bühnenbilder und Kostüme für Film (so My Fair Lady), Theater und Oper. 1956 wurde Beaton zum Commander des Order of the British Empire ernannt. 1972 wurde er von Königin Elisabeth II. als Knight Bachelor in den Adelsstand erhoben.

1947 kaufte Beaton Reddish House, ein in Broad Chalke in der Grafschaft Wiltshire gelegenes Herrenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert, und gestaltete das Interieur um. Er fügte Räume an der Ostseite hinzu, erweiterte den Salon nach Süden und fügte zahlreiche neue Einrichtungsgegenstände hinzu. Einige prominente Gäste besuchten ihn hier, darunter Francis Bacon (Maler), David Hockney und Dorian Leigh, und ließen sich von ihm porträtieren. Beaton wohnte bis zu seinem Tod 1980 in diesem Haus.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einer der bemerkenswertesten Fotografen des 20. Jahrhunderts ist Beaton berühmt für seine glamourösen Portraits von weltbekannten Gesichtern aus der Welt der Mode, der Literatur und des Films und seine mit viel dekorativem Aufwand in Szene gesetzten Modeaufnahmen. Er hat mit seiner Kamera ein halbes Jahrhundert belichtet, von den „Roaring Twenties“ bis zur Popkultur im „Swinging London“ der 1960er- und 1970er-Jahre.

Verstörend wirkt darin der Kriegsfotograf, der in England, Nah- und Fernost Szenen des Elends und der Zerstörung in surrealen Bildern festhielt. Vor allem seine Aufnahmen von den Zerstörungen in London prägten in den Vereinigten Staaten das Bild des „Blitz“, darunter eine Aufnahme der dreijährigen Eileen Dunne, die bei einem Angriff von einem Splitter getroffen worden war, und die Beaton mit ihrem Teddy in ihrem Krankenbett fotografierte.[2] Die Aufnahme erschien am 23. September 1940 als Titelbild des Life Magazin und wurde in der Folge für die Plakatkampagne verwendet, die für einen Kriegseintritt der Vereinigten Staaten warb.[3]

Kritiker werfen Beaton vor, er sei – bei aller handwerklichen Meisterschaft – weniger ein Neuerer gewesen als ein Dekorateur: auch wenn er während der Kriegsjahre eine Bombenwaise samt Notpuppe oder Mannequins zwischen Trümmern ins scheinbar sachliche Licht rückte, sei das nur der New Look eines radikal gewandelten Zeitgeistes, auf die dieser Glamour-Boy perfekt reagiert habe.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. Fritz Gruber (Hrsg.): Große Photographen unseres Jahrhunderts. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1964, S. 104 ff.
  • Terence Pepper (Hrsg.): Cecil Beaton. Porträts. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2005, ISBN 3-7757-1582-7.
  • Philip Garner, David Allan Mellor: The Essential Cecil Beaton. Photographie 1920–1970. Revised edition. Schirmer Mosel, München 2012, ISBN 978-3-8296-0609-7.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cecil Beaton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Michael Prodger: Queer Saint' Peter Watson left his mark on British culture by bankrolling artworld giants, in: The Independent, 29. April 2015, online
  2. Eileen Dunne in The Hospital for Sick Children, 1940 (Memento des Originals vom 12. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.npg.gov.au
  3. Dietmar Süß: Tod aus der Luft. Kriegsgesellschaft und Luftkrieg in Deutschland und England. Siedler, München 2011, ISBN 978-3-88680-932-5, S. 99 (Zugleich: Jena, Universität, Habilitations-Schrift, 2010).
  4. Love, Cecil auf IMDb