Cecily Corti

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aufgenommen 2016 beim Theaterfestival Steudltenn Uderns

Cecily Corti (* 17. April 1940 in Wien als Agnes Cäcilia Herberstein) ist durch ihren Einsatz für Obdachlose in Wien bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cecily Corti stammt aus einer alten steirischen Familie. Sie ist in Slowenien aufgewachsen und musste 1945 mit ihrer Mutter und vier Geschwistern nach Österreich flüchten. Ihr Vater wurde bei Kriegsende von durchziehenden Partisanen verschleppt und ermordet; sein Schicksal konnte im Detail nie geklärt werden.[1]

Nach Jahren der Flucht kam sie nach Salzburg, wo sie 1959 am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium (WRG) in Salzburg maturierte.[2] Anschließend absolvierte sie mehrere Auslandsaufenthalte in Europa.

Als Mitarbeiterin der Alpbacher Hochschulwochen lernte sie den in Radio, Fernsehen und Film tätigen Axel Corti (1933–1993) kennen, den sie 1964 heiratete und mit dem sie drei Söhne hat.

In den späteren Jahren ihrer Ehe ließ sie sich in Initiatischer Therapie von Karlfried Graf Dürckheim ausbilden und lernte ZEN-Meditation, anschließend arbeitete sie jahrelang therapeutisch mit Gruppen und Einzelmenschen.[3]

Cecily Corti ist Obfrau des 2003 gegründeten Vereins „Vinzenzgemeinschaft St. Stephan“ und Leiterin des 2004 eröffneten VinziRast-CortiHauses im 12. Bezirk, einer niederschwelligen Notschlafstelle für Obdachlose, erweitert 2008 um 29 Wohnplätze für ehemals Obdachlose (VinziRast-CortiHaus). Corti ist darüber hinaus Leiterin der anderen VinziRast-Einrichtungen für Obdachlose (VinziRast-Wohngemeinschaft, VinziRast-mittendrin, VinziChance und VinziRast-Home). Im Mai 2013 begann der Betrieb in der „VinziRast mittendrin“, einem von Hans Peter Haselsteiner für den Verein gekauften Biedermeierhaus im 9. Bezirk, Währinger Straße 19, in dem Obdachlose gemeinsam mit Studierenden wohnen.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cecily Corti wurde für ihr soziales Engagement 2006 mit dem Viktor-Frankl-Ehrenpreis[3], 2008 mit dem Ritterkreuz (Chevalier de la Légion d’Honneur) der Ehrenlegion und einem Leopold-Kunschak-Anerkennungspreis[4] und 2010 mit dem Goldenen Verdienstzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.[5] 2013 erhielt sie den Bruno-Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte.[6]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2015: Man muss auf dem Grund gewesen sein (aufgezeichnet von Jacqueline Kornmüller). Brandstätter-Verlag, Wien 2015, ISBN 978-3-85033-908-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cecily Corti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petra Stuiber: Das ewige Schlechtmachen der anderen, Interview mit Cecily Corti, in: Tageszeitung Der Standard, Wien, 8. / 9. Juni 2013, S. 12, elektronisch auf der Website der Zeitung
  2. Absolventinnenliste auf der Website des WRG Salzburg (Memento des Originals vom 26. August 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wrg.salzburg.at
  3. a b Viktor Frankl Institut: Ehrenpreis 2006: Cecily Corti; abgerufen am 16. April 2012
  4. Uni Graz: Leopold Kunschak Preise 2008 - Drei Auszeichnungen an Uni Graz-AbsolventInnen, abgerufen am 16. April 2012
  5. Liste der Träger des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich. Abgerufen am 7. Mai 2015.
  6. Cecily Corti und die VinziRast@1@2Vorlage:Toter Link/www.vinzirast.at (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Abgerufen am 7. Mai 2015.