Celerina/Schlarigna

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Celerina/Schlarigna
Wappen von Celerina/Schlarigna
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Maloja
Kreis: Oberengadin - Bis 31. Dezember 2017
BFS-Nr.: 3782i1f3f4
Postleitzahl: 7505
Koordinaten: 785806 / 154055Koordinaten: 46° 30′ 43″ N, 9° 51′ 36″ O; CH1903: 785806 / 154055
Höhe: 1714 m ü. M.
Fläche: 24,02 km²
Einwohner: 1499 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 62 Einw. pro km²
Website: www.gemeinde-celerina.ch
Celerina/Schlarigna

Celerina/Schlarigna

Karte
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Celerina/Schlarigna (deutsch/italienisch Celerina, rätoromanisch Audio-Datei / Hörbeispiel Schlarigna?/i) ist eine politische Gemeinde in der Region Maloja des Kantons Graubünden in der Schweiz. Bis ins Jahr 1943 wurde die Gemeinde offiziell Celerina genannt. Danach hiess sie für sieben Jahre Schlarigna/Celerina und wurde 1950 auf Celerina/Schlarigna umbenannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Celerina liegt im Oberengadin. Die Nachbardörfer sind St. Moritz im Südwesten, Samedan im Nordosten und Pontresina im Südosten. Da das Tal bei Celerina gegen drei Himmelsrichtungen hin geöffnet ist, verzeichnet Celerina mehr Sonnenstunden als die umliegenden Dörfer. Berühmt wurde Celerina vor allem durch seine Bobbahn und die Nähe zum mondänen St. Moritz. Auf dem Territorium von Celerina liegt das Hochplateau Las Trais Fluors.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Beginn des Fremdenverkehrs sprach die gesamte Einwohnerschaft Puter, eine rätoromanische Mundart. Gaben 1860 noch 96 % und 1880 noch 76,9 % Romanisch als Muttersprache an, so sank dieser Wert 1900 auf 68 und 1941 auf 50 %. Der Rückgang hielt auch nach dem Zweiten Weltkrieg an. Dennoch konnten sich 1990 noch 41 % und im Jahr 2000 35 % der Bewohner auf Romanisch verständigen. Einzige Behördensprache ist allerdings Deutsch. Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:

Sprachen in Celerina/Schlarigna GR
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 390 43,82 % 535 54,87 % 789 58,31 %
Rätoromanisch 273 30,67 % 198 20,31 % 173 12,79 %
Italienisch 178 20,00 % 176 18,05 % 261 19,29 %
Einwohner 890 100 % 975 100 % 1353 100 %

Heute gibt es mehr Italienisch- als Romanischsprachige. Dies ist auf die Zuwanderung vermögender Italiener zurückzuführen.

Religionen und Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1577 führte Celerina, als letzte Gemeinde der Region, die Reformation ein.

Herkunft und Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2005 waren von den 1332 Bewohnern 950 (= 71 %) Schweizer Staatsangehörige.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chesa Frizzoni[2]
  • Chesa Lorsa[3]
  • Hotel Cresta Palace[4]
  • Wohnhaus Las Lavinatschas[5]

Technische Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Frizzoni (* 1754 in Celerina; † 1835 in Bergamo), Sohn des Antonio, Kaufmann, Wohltäter[6][7]
  • Thomas Frizzoni (* 1760 in Celerina; † 1845 in Bergamo), Maler und Mechaniker[8]
  • Ugo Frizzoni (* 1875 in Pesaro; 1951 in Bergamo), 1901 Kinderarzt in Breslau und in Bergamo, 1916 Hauptmann in Udine und Treviso, 18. November 1926 Mitglied der Opera Nazionale per la Protezione della Maternità e dell’Infanzia, Politiker[9][10]
  • Zaccaria Pallioppi (1820–1873), Jurist und Sprachforscher
  • Giovannes Mathis (1824–1912), rätoromanischer Schriftsteller
  • Reto R. Bezzola (1898–1983), Romanist und Herausgeber eines Standardwörterbuchs
  • Vitale Ganzoni (* 4. Juli 1915 in Promontogno) (Bürgerort Celerina/Schlarigna), Maler, Holzbildhauer[11]
  • Nico Baracchi (1957–2015), Skeleton- und Bobpilot
Panoramabild, von Richtung Samedan aus gesehen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Poeschel:Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1940. DNB 760079625.
  • Ludmila Seifert-Uherkovich: Celerina / Schlarigna. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 894, Serie 90). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2011, ISBN 978-3-03797-024-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Chesa Frizzoni
  3. Chesa Lorsa
  4. Hotel Cresta Palace
  5. Wohnhaus Las Lavinatschas
  6. Antonio Frizzoni (italienisch) auf bgpedia.it (abgerufen am 14. Januar 2017).
  7. Paolo Barcella, Ugo Frizzoni tra Bergamo e l’Engadina. Note da un archivio familiare. (italienisch) auf e-periodica.ch/digbib (abgerufen am 14. Januar 2017).
  8. Thomas Frizzoni auf archive.org/stream (abgerufen am 16. Dezember 2016).
  9. Paolo Barcella, Ugo Frizzoni tra Bergamo e l’Engadina. Note da un archivio familiare. (italienisch) auf e-periodica.ch/digbib (abgerufen am 14. Januar 2017).
  10. Paolo Barcella (Hrsg.), Un medico a Caporetto. I diari di guerra di Ugo Frizzoni. (italienisch) auf labisalp.arc.usi.ch (abgerufen am 14. Januar 2017).
  11. Vitale Ganzoni. In: Sikart, abgerufen 5. Februar 2016.