Celtic Glasgow

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Celtic Glasgow
Logo
Basisdaten
Name The Celtic Football Club
Sitz Glasgow, Schottland
Gründung 6. November 1887
Farben grün-weiß
Präsident Ian Bankier
Website celticfc.net
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Ange Postecoglou
Spielstätte Celtic Park
Plätze 60.411
Liga Scottish Premiership
2021/22 1. Platz
Heim
Auswärts
Ausweich

The Celtic Football Club [sɛltɪk], kurz: Celtic FC, im deutschsprachigen Raum vor allem als Celtic Glasgow bezeichnet, ist ein schottischer Fußballverein. Der Klub hat den offiziellen Spitznamen „The Bhoys“, seine Mannschaft trägt ihre Heimspiele in grün-weiß quergestreiften Trikots („emerald green & white hoops“) im 60.411 Plätze bietenden Celtic Park (Übername: „Paradise“) im Stadtteil Bridgeton/Parkhead aus. Der Verein dominiert – zusammen mit dem Lokalrivalen Glasgow Rangers – seit über einem Jahrhundert den schottischen Fußball. Bisher größter Erfolg ist der Gewinn des Großen Triples in der Saison 1966/67 als erstem europäischen Verein bzw. den Ligapokalsieg dieser Saison mit eingerechnet als bis heute einziges Team in Europa der Gewinn des Quadruple.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde am 6. November 1887 in der St. Mary’s Hall an der East Rose Street von Bruder Walfrid als Celtic Football and Athletic Club gegründet. Bruder Walfrids Beweggrund war, die Armut im vorwiegend von irischen Einwanderern bewohnten Glasgower East End zu bekämpfen. Kurz darauf wurde eine Wiese an der Dalmarnock Street gemietet, auf der am 13. November 1887 das erste Spiel in einer Celtic Park genannten Spielstätte ausgetragen wurde. Hibernian und Cowlairs trennten sich 0:0. Am 28. Mai 1888 wurde das erste eigene Spiel ausgetragen: In einem Freundschaftsspiel wurden die Glasgow Rangers 5:2 geschlagen. Erster Torschütze war Neil McCallum. Am 21. August 1888 trat der Verein der Glasgow- und Scottish Football Association bei. 1892 gewann das Team den ersten Schottischen Cup und trug seither seine Heimspiele im Glasgower Viertel Parkhead aus. Im Folgejahr wurde Celtic erstmals Meister, 1902 gelang der Sieg im British League Cup mit einem 3:2 nach Verlängerung im Finale gegen die Glasgow Rangers.

Zwischen 1905 und 1910 wurde die nationale Meisterschaft sechsmal in Folge gewonnen. 1907 und 1908 gewann Celtic das Double – eine Leistung, die keiner Mannschaft zuvor in Schottland gelungen war. Eine weitere Siegesserie wurde zwischen 1914 und 1917 mit vier Meistertiteln in Folge aufgestellt. 1937 gewann Celtic den schottischen Pokal vor der Rekordkulisse von 146.433 Zuschauern im Hampden Park. Dies ist immer noch europäischer Club-Rekord. 1938 schlug Celtic in der Empire Exhibition Trophy überraschend den haushohen Favoriten aus England, den FC Everton.

1953 gewann Celtic den Coronation Cup zu Ehren der Krönung von Königin Elisabeth II. und setzte sich gegen die Vertreter aus dem gesamten Königreich durch. Im Jahre 1957 verteidigte Celtic den Schottischen Ligapokal erfolgreich, indem sie den Erzrivalen Glasgow Rangers im Finale mit 7:1 schlugen. 1964 erreichte Celtic das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger. 1966 gelangten sie erneut ins Halbfinale, scheiterten aber am FC Liverpool.

1967 wurde Celtic mit einem Sieg über Inter Mailand das erste britische und nicht-südeuropäische Team, das den Europapokal der Landesmeister holte. In diesem Jahr gewann der Verein jede Trophäe, die möglich war: Europapokal der Landesmeister, nationale Meisterschaft, nationaler Pokal, Ligapokal und Glasgow Cup. 1970 konnte Celtic wieder ins Finale vordringen, verlor aber gegen Feyenoord Rotterdam, nachdem es im Halbfinale den Favoriten Leeds United besiegt hatte. Das Rückspiel im Hampden Park wurde von 133.961 Zuschauern verfolgt – bis heute Rekord bei einem Europapokalspiel.

1972 erreichte Celtic zum dritten Mal das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister, verlor aber knapp im Elfmeterschießen gegen Inter Mailand. 1974 gewann man die Meisterschaft zum neunten Mal in Serie – ein neuer Weltrekord. Wiederum erreichte Celtic das Halbfinale im Europapokal der Landesmeister, scheiterte aber gegen Atlético Madrid. 1988 beging der Club sein 100-jähriges Bestehen mit dem Gewinn des Doubles.

1994 übernahm der Kanadier Fergus McCann die Mehrheit des Clubs und schaffte innerhalb von fünf Jahren den finanziellen Turnaround. Er ließ die veraltete Spielstätte zum größten Vereinsstadion Großbritanniens umbauen. McCann verließ Celtic – wie bereits beim Amtsantritt angekündigt – nach fünf Jahren und übergab das Zepter an Allan MacDonald.

Das Jahr 2001 war eines der erfolgreichsten überhaupt in der Clubgeschichte: Unterstützt von 53 Toren Henrik Larssons wurde das schottische Triple gewonnen. 2003 erreichte Celtic das Finale des UEFA-Pokals, verlor aber gegen den FC Porto. Rund 100.000 Fans reisten nach Sevilla, um ihre Mannschaft zu unterstützen, obwohl nur ein Bruchteil davon Eintrittskarten besaß. Für ihr friedvolles Auftreten wurden die Anhänger von der UEFA mit dem Fairness-Preis ausgezeichnet.

Beim 9:0-Erfolg in der Saison 2010/11 am 6. November 2010 gegen den FC Aberdeen gelang Celtic der höchste Sieg seit Bestehen der Scottish Premier League,[1] darunter drei Elfmetertore.[2] Gary Hooper und Anthony Stokes waren mit je drei Treffern die besten Schützen des Teams von Trainer Neil Lennon.

Anhängerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Stadtrivalen Glasgow Rangers verbindet Celtic eine der erbittertsten Rivalitäten des Fußballs überhaupt. Celtic und die Rangers stehen für jeweils verschiedene Konfessionen (Katholiken vs. Protestanten), unterschiedliche nationale Identitätsgefühle (Irisch vs. Britisch), sowie verschiedene soziale Klassen (Arbeiter vs. Akademiker).

Im Gegensatz zu den Rangers, die bis 1989 ausschließlich protestantische Fußballer beschäftigten, waren die Spieler von Celtic zwar großteils irisch-katholischer Herkunft und der Club stark in der katholischen Gemeinde Schottlands integriert. Allerdings waren bei Celtic seit Beginn alle Spieler willkommen, unabhängig von ihrer Herkunft, kulturellen Identität oder Religion. Ein weiterer Grund dieser Rivalität liegt in der Loyalität der Rangers zur britischen Krone, was den eher irisch orientierten Celts wieder ein Dorn im Auge ist. So sind zum Beispiel die Vereinsfarben Grün-Weiß auf die Landesflagge von Irland zurückzuführen, auf dem Dach über dem Spielfeld wird die schottische Flagge (The Saltire) sowie die grün-weiß-orange irische Flagge gehisst, aber niemals der britische Union Jack. In sozialer Hinsicht stehen die Rangers für die britisch geprägte Oberschicht, während Celtic die irisch-katholischen Bewohner einiger der ärmsten Stadtviertel Westeuropas repräsentiert. Das Lokalderby – The Old Firm – ist ein symbolischer Religions-, National- und Klassenkampf.

Celtic-Fans sind durch ihre zahlreiche und lautstarke, aber äußerst friedvolle Unterstützung bei Heim- aber auch besonders bei Auswärtsspielen bekannt. 2003 erhielten die Fans dafür den FIFA-Fairplay-Preis. Die bekanntesten Lieder des Celtic-Anhangs sind You’ll Never Walk Alone und The Fields of Athenry. Ebenfalls sehr beliebt sind Hail, Hail, the Celts are here, Over and over – we will follow you, Just Can’t Get Enough von Depeche Mode und die Ode an Willie Maley.

Zudem bestehen Fanfreundschaften mit dem FC St. Pauli, Borussia Dortmund und dem FC Villarreal. Die Fans von Borussia Dortmund bekennen sich bei Europapokalbegegnungen mit den Rangers öffentlich zu ihrer Fanfreundschaft mit Celtic z. B. durch das Schwenken irischer Fahnen.

Für die Anhänger erscheint seit 1965 wöchentlich die Vereinszeitschrift The Celtic View.

Mit 57.900 Zuschauern weist Celtic den dritthöchsten Zuschauerschnitt aller britischen Vereine auf. Im Jahresdurchschnitt 2011 hatten nur Arsenal und Manchester United einen höheren Besuch zu verzeichnen. Im gesamteuropäischen Vergleich liegt Celtic hier an zwölfter Stelle.[3]

Aktueller Kader Saison 2022/23[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 1. August 2022[4]

Nr. Position Name
1 EnglandEngland TW Joe Hart
2 FrankreichFrankreich AB Christopher Jullien
3 Schottland AB Greg Taylor
4 SchwedenSchweden AB Carl Starfelt
6 Deutschland AB Moritz Jenz
7 Griechenland ST Georgios Giakoumakis
8 JapanJapan MF Kyōgo Furuhashi
10 Schweiz ST Albian Ajeti
11 Israel ST Liel Abada
13 AustralienAustralien ST Aaron Mooy
14 Schottland MF David Turnbull
16 Irland MF James McCarthy
17 Portugal ST Jota
19 Schottland MF Michael Johnston
20 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AB Cameron Carter-Vickers
21 JapanJapan MF Yōsuke Ideguchi
24 Irland ST Johnny Kenny
Nr. Position Name
25 Argentinien AB Alexandro Bernabei
29 Schottland TW Scott Bain
30 EnglandEngland MF Liam Shaw
31 Schweiz TW Benjamin Siegrist
33 Danemark MF Matt O’Riley
35 Schottland MF Scott Robertson
38 JapanJapan ST Daizen Maeda
41 JapanJapan MF Reo Hatate
42 Schottland MF Callum McGregor (C)ein weißes C in blauem Kreis
44 EnglandEngland ST Joey Dawson
47 Schottland AB Dane Murray
49 Schottland MF James Forrest
56 Schottland AB Tony Ralston
57 Schottland AB Stephen Welsh
73 Schottland ST Owen Moffat
88 Kroatien AB Josip Juranović

Verliehene Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Position Name
1 Griechenland TW Vasilios Barkas
5 Irland AB Liam Scales
12 Elfenbeinküste MF Ismaila Soro
Nr. Position Name
26 EnglandEngland AB Osaze Urhoghide
54 Schottland MF Adam Montgomery
65 Nordirland TW Conor Hazard

Top 10 nach Einsätzen und Toren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 10. Juni 2021; berücksichtigt sind alle Pflichtspiele)

Einsätze[5]
1 Schottland Billy McNeill 1957–1975 822
2 Schottland Alec McNair 1904–1925 684
3 Schottland Paul McStay 1981–1997 683
4 Schottland Roy Aitken 1976–1990 682
5 Schottland Danny McGrain 1970–1987 681
6 Irland Pat Bonner 1979–1997 646
7 Schottland Scott Brown 2007–2021 620
8 Schottland Bobby Lennox 1961–1978
1979–1980
599
9 Schottland Bobby Evans 1944–1960 580
10 Schottland Bobby Hogg 1932–1948 575
fett= noch für Celtic Glasgow aktiv
Tore[5]
1 Schottland Jimmy McGrory 1922–1937 502
2 Schottland Bobby Lennox 1961–1978
1979–1980
301
3 SchwedenSchweden Henrik Larsson 1997–2004 242
4 Schottland Jimmy Quinn 1900–1917 239
5 Schottland Stevie Chalmers 1958–1971 236
6 Irland Patsy Gallacher 1911–1926 200
6 Schottland Sandy McMahon 1891–1903 200
8 Schottland John Hughes 1960–1971 197
9 Schottland Jimmy McMenemy 1902–1920 176
10 Schottland Kenny Dalglish 1969–1977 173
fett= noch für Celtic Glasgow aktiv

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jock Stein war auch Spieler bei Celtic, vor allem aber ging er als Trainer in die Annalen des Vereins ein. Unter seiner Ägide gewann Celtic sowohl neun Meistertitel in Folge (1966–1974) als auch den Europapokal (1967). Bemerkenswert war, dass sämtliche Celtic-Spieler des gewonnenen Cupfinales 1967 aus einem Radius von 40 Kilometern um Glasgow herum stammten. Jock Stein ist noch heute der erfolgreichste Celtic-Trainer der Geschichte. Bemerkenswert ist außerdem die Tatsache, dass er trotz seiner protestantischen Konfession beim katholisch geprägten Verein höchste Anerkennung genießt.

Mannschaftskapitäne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

James Kelly war der erste Kapitän von Celtic in der Vereinsgeschichte. Willie und Jimmy McStay waren Brüder, Paul McStay deren Großneffe.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trophäen im Stadion Celtic Park

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Celtic Glasgow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rekordsieg für Celtic vom 7. November 2010 auf tz.de
  2. Spielbericht: FC Celtic – FC Aberdeen 9:0 (4:0) auf weltfussball.de
  3. Perform Media Deutschland GmbH: Diashow: Die Zuschauertabelle Europas – Sport – Spox.com. In: Spox.com. (spox.com [abgerufen am 9. Oktober 2016]).
  4. Team celticfc.net
  5. a b – Alltime Player Records