CentOS

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
CentOS
CentOS Logo
Bildschirmfoto
CentOS 5.1
CentOS 6.0
Basisdaten
Entwickler CentOS-Projekt
Aktuelle Version 6.5
(1. Dezember 2013)
5.10 (22. Oktober 2013)
Abstammung GNU/Linux
↳ Red Hat Linux
↳ Fedora
↳ RHEL
↳ CentOS
Architekturen i386, AMD64 (x86-64)
Lizenz GPL und andere Lizenzen
Sonstiges vollständig binärkompatibel zu Red Hat Enterprise Linux
Website www.centos.org

CentOS (Community ENTerprise Operating System) ist eine Linux-Distribution, die auf der Distribution Red Hat Enterprise Linux (RHEL) des Unternehmens Red Hat aufbaut. Die Distribution wird von einer offenen Gruppe von freiwilligen Entwicklern betreut, gepflegt und weiterentwickelt.

CentOS ist hinter Debian und Ubuntu die dritthäufigste verwendete Linux-Distribution für Web-Server.[1]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die kommerzielle Linux-Distribution RHEL kann nur im Zusammenhang mit Supportverträgen erworben werden. Die Firma Red Hat stellt aber alle Quellpakete von RHEL im Netz bereit, um die Anforderungen unterschiedlicher Lizenzen von – in RHEL enthaltener – freier Software zu erfüllen und ermöglicht es so, auf dieser Basis eine zu RHEL binärkompatible Linux-Distribution zu entwickeln. Durch die Binärkompatibilität ermöglicht CentOS, Computer mit einer RHEL-kompatiblen Linux-Distributionen zu nutzen, ohne einen Supportvertrag mit Red Hat abschließen zu müssen. Auch ergibt sich, neben finanziellen Ersparnissen, der Vorteil, dass alle Software, die für RHEL angeboten wird, auch direkt und ohne Einschränkungen unter CentOS genutzt werden kann.

Am 7. Januar 2014 gab Red Hat und das CentOS-Projekt bekannt, dass man sich zusammenschließe. Red Hat stellte vier der CentOS-Entwickler an und ein neues "CentOS Governing Board" – dem sowohl Mitarbeiter von Red Hat als auch Community-Mitglieder angehören – soll die zukünftige Entwicklung von CentOS führen.[2]

Zweck von CentOS[Bearbeiten]

Der Zweck von CentOS ist, eine vollständig zu Red Hat Enterprise Linux binärkompatible Linux-Distribution zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt eine angestrebte schnelle Reaktionszeit in Bezug auf das Bereitstellen von Updates und die Möglichkeit, zusätzlich Support zu CentOS zu erwerben.

Enterprise-Betriebssystem[Bearbeiten]

CentOS ist binärkompatibel zu RHEL und daher ebenfalls ein Enterprise-Betriebssystem, also ein Betriebssystem, das auf die Bedürfnisse großer Unternehmen und staatlicher Organisationen ausgerichtet ist. Als Enterprise-Betriebssystem ist es deshalb auf Stabilität und lange Wartungszyklen ausgelegt. Man kann CentOS bis zu zehn Jahre nutzen, ohne Pakete bzw. Softwareversionen migrieren zu müssen, weshalb es für den kommerziellen Einsatz geeignet ist. Für RHEL bieten große Softwarehäuser wie Oracle oder SAP Zertifikate an die garantieren, dass deren Software auf RHEL problemlos funktioniert, was analog für große Hardwarehersteller gilt. Enterprise-Betriebssysteme findet man daher meist auf Workstations und Servern, wo ein extrem stabiler Betrieb verlangt wird. (Z. B. in der Wissenschaft, Forschung, Börse, Militär oder Raumfahrt.) Im Gegensatz zu RHEL gibt es für CentOS von den meisten Software- und Hardwareherstellern weder Zertifikate noch Support. Aufgrund der Binärkompatibilität zu RHEL kann es aber oft von den Voraussetzungen, die für RHEL geschaffen werden, direkt profitieren.

Unterstützte Architekturen[Bearbeiten]

CentOS unterstützt nahezu alle Architekturen, für die auch Red Hat Enterprise Linux zur Verfügung steht.

In der aktuellen Version unterstützt es folgende Architekturen uneingeschränkt :

Die folgenden Architekturen werden nicht von CentOS (ab Version 6) unterstützt:

Ein Live-CD-Image von CentOS ist auf der Homepage des Projekts verfügbar. Dieses Image kann auf eine CD-ROM gebrannt werden oder mit dem Befehl dd oder UNetbootin auf einen USB-Stick übertragen und danach gebootet werden.

Software-Management[Bearbeiten]

Wie bei RHEL wird CentOS mit einem grafischen Installer mit dem Namen Anaconda installiert, der auch für Einsteiger leicht bedienbar ist. Bei der Softwareverwaltung setzt CentOS auf den Paketmanager RPM und die Software-Verwaltung yum. Diese verwendet CentOS schon länger als RHEL. Anwendungen und System-Teile werden dabei online auf einem Repository-Server gesucht, von dort als RPM-Package heruntergeladen und installiert.

Software-Repositories anderer Hersteller[Bearbeiten]

Repositories anderer Hersteller verfolgen meist andere Ziele oder eine andere Lizenzpolitik als CentOS. Nennenswert sind hier Dag Wieers, RPM Fusion, RPMForge und atrpms. Die Quellen sind nicht immer zueinander kompatibel. Darüber hinaus stellen immer mehr Softwareprojekte und Firmen, wie das GStreamer-Projekt, Skype oder Adobe Systems, das Mono-Projekt, eigene Repositories zur Verfügung.

EPEL[Bearbeiten]

EPEL (Extra Packages for Enterprise Linux) ist ein vom Fedora-Projekt gepflegtes Repository, das portierte Pakete bereitstellt, die in Fedora selbst enthalten sind, aber nicht in RHEL, CentOS oder Scientific Linux. Weil diese Enterprise-Distributionen auf der Basis von Fedora entwickelt werden, sind meist nur sehr kleine Anpassungen an den Paketen notwendig. EPEL erweitert somit die Enterprise-Distributionen um viele dort nicht enthalte Anwendungen und Treiber. Da EPEL allein vom Einsatz der Community abhängt, gibt Red Hat oder das Fedora Projekt für EPEL-Pakete keine Garantien, Support oder Zertifizierungen, wie dies für Pakete im offiziellen RHEL-Repository üblich ist.[3]

Probleme mit der Version RHEL 6[Bearbeiten]

Normalerweise können Upstream-Updates immer sehr zeitnah (praktisch Tagesfrist) zur Verfügung gestellt werden. Nur bei den etwa halbjährigen „Point-Releases“ von RHEL ist man einige Wochen (bisher schlimmstenfalls ein bis zwei Monate) davon abgeschnitten, da das Freiwilligen-Team von CentOS dann deutlich mehr zu tun hat.

Versionen[Bearbeiten]

Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version
Version RHEL Version Linux Kernel-Version Veröffentlichung Unterstützung bis[3]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.0 2.1 AS 14. Mai 2000 31. Mai 2009
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 3.0 3.0 Ende 2003 31. Oktober 2010
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 3.9 3.9 28. Juli 2007
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.0 4.0 2.6.9 1. März 2005 29. Februar 2012
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.6 4.6 16. Dezember 2007
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.7 4.7 13. September 2008
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.8 4.8 22. August 2009
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.9 4.9 3. März 2011
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.0 5.0 2.6.18-8 12. April 2007 31. März 2017
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.1 5.1 2.6.18-53 2. Dezember 2007
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.2 5.2 2.6.18-92 24. Juni 2008
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.3 5.3 2.6.18-128 1. April 2009
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.4 5.4 2.6.18-164 21. Oktober 2009
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.5 5.5 2.6.18-194 14. Mai 2010
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.6 5.6 2.6.18-238 8. April 2011
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.7 5.7 2.6.18-274 13. September 2011
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.8 5.8 2.6.18-308 8. März 2012[4]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 5.9 5.9 2.6.18-348 17. Januar 2013[5]
Ältere Version; noch unterstützt: 5.10 5.10 2.6.18-371 22. Oktober 2013[6]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.0 6.0 2.6.32-71 10. Juli 2011[7] 30. November 2020
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.1 6.1 2.6.32-131 9. Dezember 2011[8]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.2 6.2 2.6.32-220 20. Dezember 2011[9]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.3 6.3 2.6.32-279 9. Juli 2012[10]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 6.4 6.4 2.6.32-358 9. März 2013[11]
Aktuelle Version: 6.5 6.5 2.6.32-431 1. Dezember 2013[12]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatUsage of Linux for websites. 11. Januar 2012, abgerufen am 11. Januar 2012.
  2. Thorsten Leemhuis: Red Hat und RHEL-Kloner von CentOS schließen sich zusammen. Heise online, 7. Januar 2014, abgerufen am 8. Januar 2014.
  3. a b EPEL/FAQ. Red Hat, Inc., abgerufen am 3. September 2013 (englisch).
  4. http://wiki.centos.org/Manuals/ReleaseNotes/CentOS5.8
  5. http://wiki.centos.org/Manuals/ReleaseNotes/CentOS5.9
  6. http://wiki.centos.org/Manuals/ReleaseNotes/CentOS5.10
  7. Release for CentOS-6.0 i386 and x86_64. 10. Juli 2011. Abgerufen am 10. Juli 2011.
  8. Release for CentOS-6.1 i386 and x86_64. 9. Dezember 2011. Abgerufen am 9. Dezember 2011.
  9. Release for CentOS-6.2 i386 and x86_64. 20. Dezember 2011. Abgerufen am 20. Dezember 2011.
  10. Release for CentOS-6.3 i386 and x86_64. 9. Juli 2012. Abgerufen am 9. Juli 2012.
  11. Release for CentOS-6.4 i386 and x86_64. 9. März 2013. Abgerufen am 28. März 2013.
  12. Release for CentOS-6.5 i386 and x86_64. 1. Dezember 2013. Abgerufen am 2. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: CentOS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien