Center-Konzept

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.

Beim so genannten Center-Konzept wird ein Unternehmen intern in einzelne kleine Unternehmen eingeteilt, so genannte Center. Jedes Center ist einer verantwortlichen Person zugeordnet. Das ermöglicht eine personifizierte Kosten- und Erlösverantwortung. Das Center-Konzept basiert auf einem internen Kunden-Lieferanten-Prinzip. Dies bedeutet, dass interne Leistungen einen "Preis" erhalten, zu dem andere Center diese Leistungen beziehen können. Es sollen insbesondere Effizienzsteigerungen in den indirekten Leistungsbereichen erzielt werden. Center müssen Leistungen, die auch auf dem externen Markt beschafft werden können, zumindest zum gleichen Preis wie die externe Konkurrenz anbieten. Dies erzeugt einen enormen Druck, insbesondere auf Servicecenter. Die von ihnen erbrachten Leistungen und die damit verbundenen Kosten wurden vor Einführung des Center-Konzepts oftmals nur verrechnet, aber nicht hinterfragt. Diese Center müssen nun rationalisieren, um mit der externen Konkurrenz mithalten zu können. Costcenter werden wie vor der Einführung des Center-Konzepts weiterhin nicht dem Druck aus dem externen Markt ausgesetzt. Sie stellen oftmals kernkompetenz- oder sicherheitsrelevante Bereiche dar.

Bei der Center-Rechnung unterscheidet man zwischen:

und ggf.

Die unterschiedlichen Centertypen unterscheiden sich bezüglich ihrer Kontierbarkeit. Ein Costcenter oder ein Servicecenter kann und darf keine Erlöse tragen. Nur einem Profitcenter werden neben Kosten auch Erlöse zugeordnet. Ein Profitcenter wird deshalb über ein Umsatz- oder besser ein Deckungsbeitragsziel geführt. Ein Costcenter und ein Servicecenter wird über Leistungs- (Serviceagreement) und Kostenziele geführt (Budget bzw. Beyond Budgeting-Konzept).

Ein Servicecenter unterscheidet sich von einem Costcenter dadurch, dass die Serviceleistungen direkt oder indirekt auf einzelne am Markt abgesetzte Ergebnisobjekte verrechnet werden können. Die Leistungen eines Costcenter hingegen können nur noch auf sehr hoher Ebene, ggf. sogar nur auf Ebene Gesamtunternehmen zugeordnet werden. Servicecenterkosten fließen also auf einer tiefen Deckungsbeitragsstufe in die Ergebnisrechnung mit ein, Costcenterkosten (Zentrale Overheadkosten wie Personal, Rechtsdienst, Projektmanagement, Geschäftsleitung) hingegen auf einer eher hohen DB-Stufe.

Bezüglich Strukturlogik sind verschiedene Varianten einer Centerrechnung möglich. Oft bilden die Profitcenter relativ weit gespannte Verantwortungsbereiche (Sparten, Geschäftsfelder, Märkte), während die Kostenverantwortung weiter dezentralisiert ist (Kostenstellenrechnung). In solchen Fällen sind die Costcenter und Profitcenter nicht mehr auf der gleichen hierarchischen Ebene angesiedelt. Die Verantwortlichkeiten können in diesem Fall dann so aufgeteilt werden, dass man jede Kostenstelle genau einem Profitcenter zuordnet. Ein Profitcenter umfasst dann unter Umständen recht viele Kostenstellen. Im Hinblick auf die Ergebnisrechnung werden nur noch die Profitcenter abgebildet, da definitionsgemäß ja auch nur diesen die Erlöse zugeordnet werden können. Die Costcenter und Servicecenter sollten deshalb ihre Kosten auf die Profitcenter verrechnen, damit dort alle Kosten mit einfließen. Alternativ ist es auch denkbar, dass die Costcenter und Servicecenter z. B. mittels Prozesskostenrechnung direkt in die Ergebnisrechnung verrechnen. Dort wird dann ein Profitcenter mitkontiert, womit auch hier die Kostenzuordnung vorgenommen ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dirk Haid: Corporate Entrepreneurship im strategischen Management: Ansatz zur Implementierung des Unternehmertums im Unternehmen. DUV, 2004, ISBN 978-3824480876, S. 255 ff (online).
  • Martin Hauser: Profit Centers - Center-Controlling. ControllingWissen, Offenburg und Wörthsee, 2. Auflage, 2007, ISBN 3-7775-0231-6
  • Ralf Ewert, Alfred Wagenhofer: Interne Unternehmensrechnung, Springer, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-77283-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Franz Xaver Bea,Elisabeth Göbel: Organisation: Theorie und Gestaltung. UTB, 2. Ausgabe, 1999, ISBN 978-3825220778, S. 384.
  2. Ralf Ewert, Alfred Wagenhofer: Interne Unternehmensrechnung, Berlin 2008, S. 401