Cento

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Dieser Artikel behandelt Cento als Literaturgattung. Für andere Bedeutungen siehe Cento (Begriffsklärung)

Ein Cento (altgr. ὁ κέντρων, dt. der C., Pl. die Centos oder die Centones) ist ein Text, der ausschließlich oder zumindest zum größten Teil aus Textpartikeln (Zitaten) eines anderen Textes zusammengesetzt ist (Flickengedicht), siehe auch Intertextualität. Dabei verlieren die zitierten Passagen regelmäßig ihren bisherigen Kontext und erhalten durch die Zusammensetzung einen neuen Kontext.

Die Neuanordnung kann einen parodistischen Effekt bewirken, wenn die Zitate durch ihre neue Aufeinanderfolge einen überraschenden, travestieartigen Sinn erhalten oder Satzteile bekannter Zitate („Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten“) in variierender Form zusammengesetzt werden („Ihr naht euch wieder? In die Ecke, Besen!“ aus Edwin Bormanns Goethe-Quintessenz).

Aufgrund der notwendigen Bezugnahme des Centos auf andere, regelmäßig sehr bekannte Texte wird der Cento nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Parodie, sondern auch hinsichtlich seines intertextuellen Charakters erörtert.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theodor Verweyen, Gunther Witting: The Cento. A Form of Intertextuality from Montage to Parody. In: Heinrich F. Plett (Hrsg.): Intertextuality. de Gruyter, Berlin 1991. S. 165–178, ISBN 3-11-011637-5