CeramTec

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CeramTec GmbH

Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1903
Sitz Plochingen, Deutschland
Leitung
  • Hadi Saleh, CEO
  • Eric Oellerer, CFO
  • Horst Garbrecht, President Industrial
Mitarbeiterzahl 3.470 (2021)
Umsatz 640 Mio. Euro (2021)
Branche Hochleistungskeramik, Technische Keramik
Website ceramtec-group.com/de/

Die CeramTec Gruppe ist ein Entwickler und Hersteller von Komponenten aus technischer Keramik. Über eigene Vertriebsgesellschaften gelangen die Produkte in den Markt. Sie finden vor allem in Medizintechnik, Automobilbau, Elektronik, Geräte- und Maschinenbau, Umwelt-& Energietechnik, Wehrtechnik sowie in der chemischen Industrie Verwendung. Stammsitz des Unternehmens ist Plochingen in Baden-Württemberg.

Tochterunternehmen, Niederlassungen und Repräsentanzen befinden sich in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Tschechien, Polen, England, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, Mexiko, Brasilien, China, Malaysia, Japan und Indien. Hauptstandorte in Deutschland sind Plochingen, Lauf und Marktredwitz neben weiteren Standorten in Ebersbach, Lohmar, Wilhermsdorf und Wittlich. CeramTec ist Weltmarktführer im Bereich der Technischen Hochleistungskeramik.[1]

Das Unternehmen ist Mitglied im Verband der Keramischen Industrie und der Deutschen Keramischen Gesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Standort Plochingen um 1959
Der Standort Plochingen im Jahr 2005

Die Gründung der CeramTec geht auf das Jahr 1903 zurück. Seinerzeit entstanden die Thomaswerke, die im Jahr 1908 von der Philipp Rosenthal & Co. AG übernommen wurden. Diese kooperierte ab 1921 mit der AEG im Bereich technische Porzellane. Diese Partnerschaft wurde 1936 im Bereich Technische Keramik vertieft, es erfolgte die Gründung der Rosenthal Isolatoren GmbH, auch als RIG bekannt.

1971 wurde im Rahmen einer Neuordnung der Zusammenarbeit die Rosenthal Stemag Technische Keramik GmbH zur Herstellung von technischer Keramik gegründet. Dieses Unternehmen wurde 1974 in die Rosenthal Technik AG umbenannt, 1985 von der Hoechst AG erworben und ab diesem Zeitpunkt als Hoechst CeramTec AG geführt. Im Jahr 1996 wurde diese von der Cerasiv GmbH mit Sitz in Plochingen übernommen, das neu geformte Unternehmen firmierte als CeramTec AG.

Der Standort in Lauf an der Pegnitz geht auf die Gründung der STEMAG AG (Steatit-Magnesia Aktiengesellschaft) im Jahr 1921 zurück. 1970 zunächst in die AEG eingegliedert, ging das Unternehmen im Zuge der Neuordnung der Partnerschaft zwischen Rosenthal und AEG 1971 in der Rosenthal Stemag Technische Keramik GmbH auf.

Am Standort Plochingen entstand 1951 die Südplastik Gummi- und Kunststoffverarbeitung GmbH, welche 1953 durch die Feldmühle AG übernommen und in Südplastik und -keramik GmbH (SPK) umbenannt wurde. Im Jahr 1991 bündelte die Feldmühle AG ihre Keramik-Aktivitäten in der neu gegründeten Cerasiv GmbH, veräußerte diese aber bereits 1992 an die Metallgesellschaft AG zur Einbindung in deren Tochtergesellschaft Dynamit Nobel AG. Mit der Übernahme der Hoechst CeramTec AG durch die Cerasiv GmbH im Jahr 1996 kam es zur Gründung der CeramTec AG als einem Unternehmen der Metallgesellschaft AG (mg technologies AG).

Die Metallgesellschaft AG musste sich 2004 von ihrem Teilkonzern Dynamit Nobel AG trennen. Haupterwerber wurde der amerikanische Finanzinvestor KKR, der Teile der Dynamit Nobel AG in seine Beteiligung Rockwood Holdings Inc. integrierte. Damit ging auch die CeramTec AG in den Besitz der Rockwood Gruppe mit Sitz in Princeton (New Jersey) in den Vereinigten Staaten, über. Die CeramTec AG wuchs als Unternehmen konstant weiter und erwarb 2007 die Emil Müller GmbH in Wilhermsdorf, welche als Tochtergesellschaft eingegliedert wurde. Eine weitere Akquisition erfolgte 2008: die ETEC Gesellschaft für Technische Keramik mbH wurde ebenfalls als Tochtergesellschaft eingegliedert und in CeramTec-ETEC GmbH umbenannt.

2013 trennte sich Rockwood Holdings Inc. von mehreren seiner Unternehmen, die CeramTec Unternehmensgruppe wurde an das britische Private-Equity-Unternehmen Cinven verkauft.[2]

2017 erwarb man die englische Morgan UK ElectroCeramics mit deren beiden Standorten in Southampton und Ruabon zur Ergänzung des bestehenden Produktportfolios im Bereich Sensoren, Kondensatoren, Wandlern und Piezokeramiken. Im Jahr 2017 verkaufte Cinven das Unternehmen an den Private-Equity-Investor BC Partners für 2,6 Milliarden Euro.[3][4]

Im Frühjahr 2021 übernahm die CeramTec Gruppe den Schweizer Spezialisten für keramische Zahnimplantate, Dentalpoint AG.

2021 stieg die kanadische Pensionskasse CPP Investments in die CeramTec Gruppe ein, dabei werden die Anteile jeweils zu 50 % von den Co-Investoren CPP Investments und BC XI gehalten.[5]

Anwendungen und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CeramTec Produkte und Anwendungen

Die Einsatzgebiete erstrecken sich von keramischen Komponenten für künstliche Hüft- und Kniegelenke über Dentalkeramik, Dicht- und Regelscheiben sowie Kartuschen in Sanitärarmaturen, Schneidplatten zur Metallbearbeitung, Träger für elektronische Schaltungen, Geräte- und Maschinenelemente, Sicherungsbauteile, Schutzelemente, ballistische Schutzkeramik für Personen- und Fahrzeugschutz, Verschleißschutzbauteile, Tauchformen für Haushalts-, Operations- und Untersuchungshandschuhe bis hin zu Piezokeramiken als Kernbauteile von Sensorik-Produkten.

Produktmarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alotec – Produkte und Teile für Verschleiß- und ballistischen Schutz
  • Alunit – Aluminiumnitrid-Keramik für elektronische Substrate
  • Biolox – Hüft- und Kniegelenksprothesenkomponenten
  • Ceramaseal – vakuumdichte Keramik-Metall-Bauteile
  • Ceramdisc – Dicht- und Regelscheiben in Sanitärarmaturen
  • Ceramcool – Kühlkörper für Hochleistungs-LEDs und -Electronics
  • Densilox – Keramische Dentallösungen
  • Rocar Siliciumcarbid – Vielseitiger Einsatz in der Industrie
  • Rubalit Substrate aus Aluminiumoxid-Keramik
  • SPK – Schneidplatten zum Drehen und Fräsen von Gussbauteilen und gehärteten Stählen
  • Verilox – Keramik für die Tiermedizin

Hauptwerkstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkstoff Technische Keramik in verschiedenen Farben

Oxidkeramiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtoxidkeramiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbundwerkstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Metal Matrix Composite (MMC)

Salzkerne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Formguss#Metallische Dauerformen.

  • Gebunden
  • Gesintert
  • Kerngeschossen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  2. Finanzinvestor Cinven übernimmt CeramTec. Neue Zürcher Zeitung, 16. Juni 2013, abgerufen am 5. September 2013.
  3. CeramTec announces its acquisition by BC Partners. 11. Oktober 2017, abgerufen am 26. Januar 2018.
  4. Ceramtec: Cinven verkauft Keramikhersteller an BC Partners - manager magazin. In: manager magazin. (manager-magazin.de [abgerufen am 26. Februar 2018]).
  5. Neue Eigentümer für CeramTec angekündigt. Abgerufen am 17. August 2021.