CeramTec

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CeramTec GmbH
Logo von CeramTec
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1903
Sitz Plochingen, Deutschland

Leitung

  • Henri Steinmetz, CEO
  • Dominique Janbon, Mitglied der Geschäftsführung
  • Hadi Saleh, Mitglied der Geschäftsführung
Mitarbeiter 3.600 (2016)
Umsatz 501 Mio. Euro (2015)
Branche Hochleistungskeramik, Technische Keramik
Website http://www.ceramtec.de

Die CeramTec Gruppe ist ein Entwickler und Hersteller von Komponenten aus technischer Keramik. Über eigene Vertriebsgesellschaften gelangen die Produkte in den Markt. Sie finden vor allem in Medizintechnik, Automobilbau, Elektronik, Geräte- und Maschinenbau, Umwelt-& Energietechnik, Wehrtechnik sowie in der chemischen Industrie Verwendung. Stammsitz des Unternehmens ist Plochingen in Baden-Württemberg.

Tochterunternehmen, Niederlassungen und Repräsentanzen befinden sich in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Tschechien, Polen, England, Schweden, Vereinigte Staaten, Mexiko, Brasilien, China, Malaysia, Korea, Japan, und Indien. Hauptstandorte in Deutschland sind Plochingen, Lauf und Marktredwitz neben weiteren Standorten in Ebersbach, Lohmar, Wilhermsdorf und Wittlich. CeramTec ist Weltmarktführer im Bereich der Technischen Hochleistungskeramik.[1]

Das Unternehmen ist Mitglied im Verband der Keramischen Industrie und der Deutschen Keramischen Gesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Standort Plochingen um 1959
Der Standort Plochingen im Jahr 2005

Die Gründung der CeramTec geht auf das Jahr 1903 zurück. Seinerzeit entstanden die Thomaswerke, die im Jahr 1908 von der Philipp Rosenthal & Co. AG übernommen wurden. Diese kooperierte ab 1921 mit der AEG im Bereich technische Porzellane. Diese Partnerschaft wurde 1936 im Bereich Technische Keramik vertieft, es erfolgte die Gründung der Rosenthal Isolatoren GmbH, auch als RIG bekannt.

1971 wurde im Rahmen einer Neuordnung der Zusammenarbeit die Rosenthal Stemag Technische Keramik GmbH zur Herstellung von technischer Keramik gegründet. Dieses Unternehmen wurde 1974 in die Rosenthal Technik AG umbenannt, 1985 von der Hoechst AG erworben und ab diesem Zeitpunkt als Hoechst CeramTec AG geführt. Im Jahr 1996 wurde diese von der Cerasiv GmbH mit Sitz in Plochingen übernommen, das neu geformte Unternehmen firmierte als CeramTec AG.

Der Standort in Lauf an der Pegnitz geht auf die Gründung der STEMAG AG (Steatit-Magnesia Aktiengesellschaft) im Jahr 1921 zurück. 1970 zunächst in die AEG eingegliedert, ging das Unternehmen im Zuge der Neuordnung der Partnerschaft zwischen Rosenthal und AEG 1971 in der Rosenthal Stemag Technische Keramik GmbH auf.

Am Standort Plochingen entstand 1951 die Südplastik Gummi- und Kunststoffverarbeitung GmbH, welche 1953 durch die Feldmühle AG übernommen und in Südplastik und -keramik GmbH (SPK) umbenannt wurde. Im Jahr 1991 bündelte die Feldmühle AG ihre Keramik-Aktivitäten in der neu gegründeten Cerasiv GmbH, veräußerte diese aber bereits 1992 an die Metallgesellschaft AG zur Einbindung in deren Tochtergesellschaft Dynamit Nobel AG. Mit der Übernahme der Hoechst CeramTec AG durch die Cerasiv GmbH im Jahr 1996 kam es zur Gründung der CeramTec AG als einem Unternehmen der Metallgesellschaft AG (mg technologies AG).

Die Metallgesellschaft AG musste sich 2004 von ihrem Teilkonzern Dynamit Nobel AG trennen. Haupterwerber wurde der amerikanische Finanzinvestor KKR, der Teile der Dynamit Nobel AG in seine Beteiligung Rockwood Holdings Inc. integrierte. Damit ging auch die CeramTec AG in den Besitz der Rockwood Gruppe mit Sitz in Princeton (New Jersey) in den Vereinigten Staaten, über. Die CeramTec AG wuchs als Unternehmen konstant weiter und erwarb 2007 die Emil Müller GmbH in Wilhermsdorf, welche als Tochtergesellschaft eingegliedert wurde. Eine weitere Akquisition erfolgte 2008: die ETEC Gesellschaft für Technische Keramik mbH wurde ebenfalls als Tochtergesellschaft eingegliedert und in CeramTec-ETEC GmbH umbenannt.

2013 trennte sich Rockwood Holdings Inc. von mehreren seiner Unternehmen, die CeramTec Unternehmensgruppe wurde an das britische Private-Equity-Unternehmen Cinven verkauft.[2]

Anwendungen und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiele für Bauteile aus Technischer Keramik

Die Einsatzgebiete erstrecken sich von keramischen Komponenten für künstliche Hüft- und Kniegelenke über Dentalkeramik, Dicht- und Regelscheiben sowie Kartuschen in Sanitärarmaturen, Schneidplatten zur Metallbearbeitung, Träger für elektronische Schaltungen, Geräte- und Maschinenelemente, Sicherungsbauteile, Schutzelemente, ballistische Schutzkeramik für Personen- und Fahrzeugschutz, Verschleißschutzbauteile, Tauchformen für Haushalts-, Operations- und Untersuchungshandschuhe bis hin zu Piezokeramiken als Kernbauteile von Sensorik- und Aktorik-Produkten.

Produktmarken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aloslide – Anlaufspur für Skisprungschanzen
  • Alotec – Produkte und Teile für Verschleiß- und ballistischen Schutz
  • Biolox – Hüft- und Kniegelenksprothesenkomponenten
  • Ceramaseal – vakuumdichte Keramik-Metall-Bauteile
  • Ceramdisc – Dicht- und Regelscheiben in Sanitärarmaturen
  • Ceramcool – Kühlkörper für Hochleistungs-LEDs und -Electronics
  • Perlucor - im Serienmaßstab herzustellende transparente Keramik mit hoher Festigkeit
  • SPK – Schneidplatten zum Drehen und Fräsen von Gussbauteilen und gehärteten Stählen

Hauptwerkstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oxidkeramiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtoxidkeramiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbundwerkstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Metal Matrix Composite (MMC)
  • Ceramic Matrix Composite (CMC)

Salzkerne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Formguss#Metallische Dauerformen.

  • Gebunden
  • Gesintert
  • Kerngeschossen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  2. Finanzinvestor Cinven übernimmt CeramTec. Neue Zürcher Zeitung, 16. Juni 2013, abgerufen am 5. September 2013.