Cervantes (Bruno Frank)

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Cervantes ist ein Roman von Bruno Frank. Er schildert verschiedene Lebensstationen des spanischen Dichters Miguel de Cervantes, der Roman spielt somit in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruno Frank schreibt diesen Roman im Exil, nachdem er im September 1933 aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen musste, das Buch erscheint erstmals 1934 in Amsterdam. Es ist nach Trenck – Roman eines Günstlings sein zweiter historischer Roman, er selbst bezeichnet ihn als autobiografisch und versieht ihn anfangs mit dem allgemeinen Titel Ein Mann namens Cervantes. Martin Gregor-Dellin nennt Cervantes und Trenck „das große Zweigestirn im Romanwerk Bruno Franks“.[1]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman – in zwei Bücher geteilt – beschreibt verdichtet die wichtigen Stationen des Verfassers von Don Quijote.

Das erste Buch beschreibt die Formung des Protagonisten Cervantes, als junger Kammerdiener des Kardinals Giulio Aquaviva reist er 1569 mit diesem nach Rom. Später wird er von hier aus als Soldat in die Seeschlacht von Lepanto (1571) ziehen, in der Juan de Austria gegen die Türken unter Selim II. kämpfte. Auf der Rückreise von Italien nach Spanien wird er von Piraten gefangen genommen und nach Algier gebracht. Hier wird er fünf Jahre festgehalten, bevor er freigekauft wird und nach Spanien zurückkehrt.

Frank versucht die Veränderung seines Cervantes von einem jungen Dichter in einen verzweifelten Einarmigen zu erklären. Hierbei beschreibt er ebenso klar wie kurz die wichtigen Personen, denen Cervantes begegnet, unter diesen befindet sich auch Philipp II. Ähnlich wie im Roman Trenck Friedrich der Große, wird auch hier der Herrscher kontrapunktisch eingeführt. Das zweite Buch wird im Kapitel Escorial den Tod des Königs beschreiben.

Nachdem Cervantes nunmehr nach Spanien zurückgekehrt ist, widmet sich das zweite Buch seinem Leben in der Heimat bis zur Schaffung von Don Quijote. Frank beschreibt seinen Cervantes als einen Mann, der sich erfolglos als Schriftsteller am Madrider Theater Lope de Vegas versucht und schließlich, um nicht zu verhungern, als verhasster königlicher Steuereintreiber durch das Land zieht, bis er aufgrund schwammiger Vorwürfe eingesperrt wird; hier wird er sein großes Lebenswerk Don Quijote schreiben.

Cervantes wird in diesem Roman als Mann beschrieben, den es erst nach oben drängt, der hierbei aber immer wieder zurückgewiesen wird und der schließlich verstümmelt, arm, von der Welt enttäuscht und abermals eingesperrt einen der großen Romane der spanischen Literatur schreibt.

Erstausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Ackerknecht: Nachwort. In: Bruno Frank: Politische Novelle. Stuttgart 1956, Seite 127-136, hier: 135.[2]
  • #Carpenter 1952, Seite 30-35.
  • Martin Gregor-Dellin: Nachwort. In: Bruno Frank: Cervantes. Roman. München 1978, Seite 343–350.
  • #Günther 1946, Seite 136.
  • Herbert Günther: Drehbühne der Zeit. Freundschaften, Begegnungen, Schicksale. Hamburg 1957, Seite 92.
  • Sascha Kirchner: Der Bürger als Künstler. Bruno Frank (1887–1945) – Leben und Werk. Düsseldorf: Grupello, 2009, ISBN 978-3-89978-095-6, Seite 230-247, 12, 226, 227, 229, 249, 251, 265, 267, 270, 295, 330, 331, 335, 371, 393, 399, 400, 402.
  • Thomas Mann: [Vorwort zu #Frank 1978.1]. In: #Mann 1984, Seite 387-391.
  • #Mann, Erika 1991, Seite 316.
  • Ulrich Müller: Schreiben gegen Hitler. Vom historischen zum politischen Roman. Untersuchungen zum Prosawerk Bruno Franks. Mainz 1994, Seite 55-68.
  • #Umlauf 1982, Seite 111, 112-115, 123.
  • Bruno Frank. Cervantes. In: Klaus Ulrich Werner: Dichter-Exil und Dichter-Roman. Studien zur verdeckten Exilthematik in der deutschen Exilliteratur 1933–1945. Frankfurt am Main 1987, Seite 104-158, Bibliographie: 261-265.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. #Gregor-Dellin 1978.
  2. Erwin Ackerknecht war ein Bruder von Eberhard Ackerknecht. Dieser und Bruno Frank waren Schulkameraden am Karlsgymnasium in Stuttgart und langjährige Freunde.