Château Nairac

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Das Weingut Château Nairac liegt nahe der Route nationale 113 in der Gemeinde Barsac im Département Gironde in der Region Aquitanien in Frankreich. Es wurde bei der Bordeaux-Klassifizierung im Jahre 1855 als "Deuxième Cru Classé" klassifiziert. Das Château liegt relativ niedrig, nahe der Garonne, die bei Hochwasser das Gelände fluten kann, was 1981 der Fall war.

Auf 17 Hektar Rebfläche (andere Quellen nennen 16 oder 15 ha)[1][2] werden 90 % Semillion, 6 % Sauvignon Blanc und 4 % Muscadelle angebaut und drei Jahre in zu 100 % neuen Eichenfässern ausgebaut. Das Ergebnis ist ein für den Bereich Sauternes typischer edelsüßer Wein mit langer Lagerfähigkeit.[3] Ein Zweitwein ist nicht bekannt.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau lässt sich auf das Jahr 1777 festlegen. Die Ursprünge des Weinbaus liegen früher, Mitte des 17. Jahrhunderts unter André Duranceau. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb Élysée Nairac das Grundstück; das sofort anschließend gebaute Château steht so bis heute (2014).

Zwei unverheiratete Töchter Nairacs führten den Besitz weiter bis in die 1840er Jahre. Bernard Capdeville, gleichzeitig Besitzer von Château Broustet, war der nächste Besitzer bis zu seinem Tod 1861. Broustet und Nairac wurden danach getrennt geführt.

Es gab nach 1861 eine Reihe von Besitzerwechseln, und durch Vernachlässigung drohte das Château zu verfallen. Zumindest die Weinstöcke wurden nach Frostschäden im Februar 1956 neu gepflanzt.

1971 wurde Nairac von einem jungen US-amerikanischen Ehepaar namens Heeter erworben. Château Giscours befindet sich im Besitz der Familie der Ehefrau. Unter großen Mühen wurden Weinberg und Kellertechnik modernisiert. Hierbei stand der Önologe Émile Peynaud als Berater zur Seite. Seitdem werden die Eichenfässer jedes Jahr erneuert.

1986 wurde die Ehe geschieden, und die Leitung vom Sohn Nicolas Tari-Heeter übernommen.

Im Archiv des Château werden die Jahrgänge 1798 und 1811 als herausragend aufgeführt. "Der kleine Johnson" 2010 listet die Jahrgänge 1997, 2002 und 2004 als "bevorzugt zu genießen."

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Clive Coates: The Wines of Bordeaux. University of California Press, 2004, ISBN 978-0-520-23573-1, S. 247. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  2. Steven Brook: Der große Johnson. Gräfe Und Unzer, 2012, ISBN 978-3-8338-3158-4, S. 69. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. Nairac - Barsac - Bordeaux - Frankreich - Lobenbergs Gute Weine. In: gute-weine.de. 17. April 2006, abgerufen am 28. Dezember 2014.
  4. Teddy Pauli: Ernesto Pauli - Château Nairac. In: wine4europe.ch. Abgerufen am 28. Dezember 2014.


Koordinaten: 44° 36′ 41,4″ N, 0° 19′ 3,6″ W