Châtenay-Malabry

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Châtenay-Malabry
Wappen von Châtenay-Malabry
Châtenay-Malabry (Frankreich)
Châtenay-Malabry
Region Île-de-France
Département Hauts-de-Seine
Arrondissement Antony
Kanton Châtenay-Malabry, ein Teil gehört zu Sceaux
Koordinaten 48° 46′ N, 2° 17′ O48.7652777777782.278055555555691Koordinaten: 48° 46′ N, 2° 17′ O
Höhe 65–172 m
Fläche 6,38 km²
Einwohner 32.198 (1. Jan. 2012)
Bevölkerungsdichte 5.047 Einw./km²
Postleitzahl 92290
INSEE-Code
Website www.chatenay-malabry.fr

Châtenay-Malabry ist eine französische Gemeinde mit 32.198 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2012) im Département Hauts-de-Seine in der Region Île-de-France.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Châtenay leitet sich mit großer Wahrscheinlichkeit vom lateinischen castellanum, das kleine Burgen oder römische Lager bezeichnen konnte, ab.[1] Das würde auf eine Besiedlung im 1. oder 2. Jahrhundert verweisen, was durch archäologische Funde aus der gallo-römischen Epoche untermauert wird. Bei Grabungen wurden zudem Objekte aus prähistorischer und keltischer Zeit entdeckt.

Früher wurde Châtenay von châtaignier, der Kastanienbaum, hergeleitet. Zwar befindet sich im Bereich der Gemeinde eine große Zahl von ihnen. Doch sind sie erst relativ spät in der Region anzutreffen.

Malabry könnte auf schlechten Boden oder ungünstiges Gelände (mauvais terrain) verweisen, denn tatsächlich gibt es eine Reihe von Abhängen dort.

Geschichte[Bearbeiten]

Châtenay wird erstmals in einem Schreiben des Abtes Irminon im 9. Jahrhundert unter der Bezeichnung Castenatum erwähnt. Das Gebiet gehörte bis zur Französischen Revolution zum Domkapitel der Pariser Kathedrale.

Zwischen Châtenay und der Nachbarkommune Antony kam es 1936 zu einem umfangreichen Gebietsaustausch. Teile des Parc de Sceaux kamen zu Antony, dessen nordwestlicher Bereich demgegenüber an Châtenay überging.

Voltaire lebte nach seiner Verbannung aus Paris seit dem Beginn des Jahres 1719 bis zu seiner Rückkehr in das elterliche Haus, dem Château de la Roseraie, in Châtenay.

Gegenwart[Bearbeiten]

In Châtenay-Malabry befindet sich, umgeben von einem Park des gleichen Namens, die Vallée-aux-Loups, ein ehemals im Besitz von Chateaubriand befindliches Anwesen. Zudem liegt ein Teil des Naherholungsgebiets Forêt de Verrières in der Gemarkung Châtenay-Malabry, und der Parc de Sceaux grenzt im Osten an die Gemeinde.

Eine große Anzahl der Châtenaisiens lebt im Butte Rouge, dem am dichtesten besiedelten Stadtviertel. Diese Gartenstadt, la Cité Jardins, stellte eines der ersten seit 1950 zunächst in der Île-de-France errichteten HLMs dar; es handelt sich dabei um „Wohnungen mit gemäßigten Mieten“, also um eine Siedlung, die konsequent durch den sozialen Wohnungsbau bestimmt war.

Weiterhin befinden sich in Châtenay-Malabry die École Centrale Paris sowie mit der UFR de Pharmacie eine wissenschaftliche pharmazeutische Fakultät. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV Atlantique unterquert den Ort in der Coulée verte (wörtlich "grüner Strom"), einem ortsübergreifenden, langgestreckten Naherholungsgebiet über der unterirdischen Bahntrasse. Der nächstgelegene Bahnhof auf der Strecke ist Massy TGV, ca. 4 km südlich der Stadtgrenze von Châtenay-Malabry.

Die Pariser Ringautobahn A86 begrenzt das Gemeindegebiet nach Süden und durchquert im Westen des Ortsgebiets den Forêt de Verrières.

Seit dem 1. Januar 2003 gehört Châtenay-Malabry zum Gemeindeverband Communauté d’agglomération des Hauts-de-Bièvre und beherbergt auch dessen Verwaltungssitz.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Châtenay-Malabry pflegt Städtepartnerschaften mit

  • DeutschlandDeutschland Bergneustadt (Oberbergischer Kreis) seit 1967
  • NiederlandeNiederlande Landsmeer (Niederlande) seit 1986 (Bergneustadt und Landsmeer sind seit 1968 verbunden.)
  • EnglandEngland Wellington (Shropshire) (Großbritannien) seit 2001
  • GriechenlandGriechenland Kos (Griechenland), seit 2006
  • ItalienItalien Bracciano (Italien)

Kultur[Bearbeiten]

Châtenay-Malabry lautet der Titel eines erfolgreichen Chansons von Vincent Delerm.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Henri de Latouche (1785-1851), französischer Schriftsteller, gestorben in Châtenay-Malabry
  • Sully Prudhomme (1839-1907), französischer Schriftsteller, gestorben in Châtenay-Malabry
  • Emmanuel Mounier (1905-1950), christlicher französischer Philosoph, gestorben in Châtenay-Malabry
  • Jean Fautrier (1898-1964), französischer Künstler, gestorben in Châtenay-Malabry
  • André Martinet (1908-1999), französischer Sprachwissenschaftler, gestorben in Châtenay-Malabry
  • Paul Ricœur (1913-2005), christlicher französischer Philosoph, gestorben in Châtenay-Malabry
  • Jean-Yves Camus (* 1958), geboren in Châtenay-Malabry
  • Grégoire Colin (* 1975), französischer Schauspieler, geboren in Châtenay-Malabry
  • Jérôme Rothen (* 1978), französischer Fußballspieler, geboren in Châtenay-Malabry
  • Allan Saint-Maximin (* 1997), französischer Fußballspieler, geboren in Châtenay-Malabry
  • Robert Jonquet (1925-2008) unternahm hier seine ersten fußballerischen Schritte
  • Habib Bamogo (* 1982), französisch-burkinischer Fußballspieler, in Châtenay-Malabry aufgewachsen
  • Hatem Ben Arfa (* 1987), französisch-tunesischer Fußballspieler, in Châtenay-Malabry aufgewachsen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Châtenay-Malabry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Y. Firini: Antony; Verlag Maury