Chęciny

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Chęciny (Begriffsklärung) aufgeführt.
Chęciny
Wappen von Chęciny
Chęciny (Polen)
Chęciny
Chęciny
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Heiligkreuz
Powiat: Kielce
Geographische Lage: 50° 48′ N, 20° 28′ OKoordinaten: 50° 48′ 10″ N, 20° 28′ 2″ O
Höhe: 275 m n.p.m
Einwohner: 4439
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 26-060
Telefonvorwahl: (+48) 41
Kfz-Kennzeichen: TKI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E 77 KrakauWarschau
KielceMałogoszcz
Schienenweg: Kielce–Jędrzejów
Nächster int. Flughafen: Krakau-Balice
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 18 Schulzenämter
Fläche: 127,57 km²
Einwohner: 15.005
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2604033
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Robert Jaworski
Adresse: pl. 2 Czerwca 4
26-060 Chęciny
Webpräsenz: www.checiny.pl



Chęciny ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Heiligkreuz. Die Stadt hat etwa 4.200 Einwohner und ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde.


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Chęcinys stammt aus dem Jahr 1275 in einer Urkunde Bolesław Wstydliwys. Wann genau der Ort das Stadtrecht erhielt, ist nicht bekannt. Höchstwahrscheinlich verlieh König Władysław I. Ellenlang das Recht in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. 1306 wurde auf einer Anhöhe eine Burg errichtet.

Während der Niederschlagung der Aufstände unter Mikołaj Zebrzydowski 1607 wurden die Stadt und das Schloss zerstört. Weitere Zerstörungen des Ortes erfolgten während der Nordischen Kriege gegen Schweden. Bei der Dritten Teilung Polens kam Chęciny an Österreich und wurde Kreisstadt. Mit der Bildung des Herzogtums Warschau wurde Chęciny Teil desselben und 1815 Teil Kongresspolens.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt wieder Teil des wiederhergestellten unabhängigen Staates Polen. Im September 1939 marschierte die Wehrmacht in Chęciny ein. Während der Besetzung wurde ein Ghetto errichtet. Der Vorsitzende des Judenrates bat im Juli 1941 den Kreishauptmann von Kielce, Karl Hans Drechsel, um Unterstützung gegen zwei „Aufrührer“.[2] 1945 marschierte die Rote Armee in der Stadt ein, die anschließend wieder Teil Polens wurde. 1975 wurde eine Verwaltungsreform durchgeführt und Chęciny wurde Teil der neu gebildeten Woiwodschaft Kielce. Nach deren Auflösung wurde die Stadt Teil der Woiwodschaft Heiligkreuz.


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burgruine von Chęciny
Klosteranlage der Klarissen
  • Burgruine aus dem 13./14. Jahrhundert
  • Rathaus, errichtet 1837
  • Barocke Klosteranlage der Klarissen

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Chęciny hat eine Fläche von 127,57 km², auf welcher etwa 14.700 Einwohner leben. Zur Landgemeinde gehören, neben der Stadt Chęciny selbst, folgende 18 Schulzenämter; Bolmin, Gościniec, Korzecko, Lipowica, Łukowa, Miedzianka, Mosty, Ostrów, Podpolichno, Polichno, Przymiarki, Radkowice, Skiby, Siedlce, Starochęciny, Tokarnia, Wojkowiec und Wolica.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Chęciny führen zahlreiche größere Landstraßen. Die wichtigste ist die von Nord nach Süd verlaufende Europastraße 77. Diese führt im Norden nach Warschau und im Süden nach Krakau. Unmittelbar bei Chęciny wird die E 77 durch die Schnellstraße 7 gebildet, die etwa 24 Kilometer lang ist. In ost-westlicher Richtung verläuft die Woiwodschaftsstraße 762. Diese mündet etwa 15 Kilometern westlich in der Stadt Małogoszcz. Etwa 13 Kilometer nordöstlich endet die 762 in Kielce. Die Woiwodschaftsstraße 763 beginnt in Chęciny, endet aber bereits zwölf Kilometer weiter östlich mit der Einmündung in die Landesstraße 73.

Im Gemeindegebiet liegen die Halte Radkowice und Wolica der Bahnstrecke Warszawa–Kraków.

Der nächste internationale Flughafen ist der Internationale Flughafen Johannes Paul II. Krakau-Balice. Er liegt etwa 90 Kilometer südlich von Chęciny.


Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chęciny – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Dok. VEJ4/310 in: Klaus-Peter Friedrich (Bearb.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945 (Quellensammlung) Band 4: Polen - September 1939-Juli 1941, München 2011, ISBN 978-3-486-58525-4, S. 670-671.