Ch. Links Verlag

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Die Ch. Links Verlag GmbH ist ein deutscher Sachbuchverlag. Er wurde am 1. Dezember 1989 in Ost-Berlin von Christoph Links gegründet und im Januar 1990 notariell eingetragen. Wenige Wochen nach dem Fall der Mauer war dies eine der ersten privaten Verlagsgründungen in der noch bestehenden DDR. Die friedliche Revolution in der DDR und die daraus resultierende Abschaffung der Zensur hatten die Neugründung eines unabhängigen Sachbuchverlages möglich gemacht. Zum 31. Dezember 2018 wurde der Verlag Teil der Aufbau-Verlagsgruppe[1] und im Dezember 2019 wird der Verlag in das Aufbau Haus in Berlin-Kreuzberg umziehen.[2]

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptanliegen des Verlages war es, die jüngste deutsche Geschichte frei von politischen Zwängen aufzuarbeiten und die sozialen Verhältnisse der Gegenwart zu analysieren. Diverse Bundeseinrichtungen und Institute wie etwa die Bundeszentrale für politische Bildung, das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin oder die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützen titelbezogen die Arbeit dieses nach wie vor unabhängig agierenden Verlages. Das Programm umfasst neben Büchern zu Politik und Zeitgeschichte (beispielsweise das biografische Nachschlagewerk Wer war wer in der DDR?) auch historische Reiseführer (Buchtitel z. B. Ostseeküste 1933–1945, Nordseeküste 1933–1945 oder PastFinder Berlin 1933–1945), Länderporträts, anspruchsvolle Ratgeber sowie großformatige Bild-Text-Dokumentationen zu markanten Orten deutscher Geschichte (Buchtitel z. B. Die Grenze – Ein deutsches Bauwerk, Paradiesruinen – Das KdF-Seebad der Zwanzigtausend auf Rügen oder Görings Reich – Selbstinszenierungen in Carinhall). Seit 2014 erscheint auch die kleinformatige Buchreihe „Orte der Geschichte“ des gleichnamigen Vereins im Ch. Links Verlag.

Ein weiterer Programmbereich sind Bildbände über den Untergrund deutscher und ausländischer Metropolen wie Paris, New York, Wien, Hamburg oder Berlin (Buchtitel: Dunkle Welten – Bunker, Tunnel und Gewölbe unter Berlin). Wirklichkeitsnahe Literaturformen (Essays, Kolumnen, Porträts) sowie Reisereportagen, etwa die des niederländischen Bestsellerautors Frank Westerman, runden das Programm ab.

Seit 2001 wird ferner eine populärwissenschaftlich gehaltene Buchreihe zur deutschen Kolonialgeschichte publiziert („Schlaglichter der Kolonialgeschichte“), die inzwischen auch um einen wissenschaftlichen Ableger („Studien zur Kolonialgeschichte“) erweitert wurde.

Der Verlag ist bis Ende 2019 in der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg ansässig; im Mai 2019 hatte er elf fest angestellte Mitarbeiter.

2016 wurde der Verlag mit dem Kurt Wolff Preis der Kurt Wolff Stiftung ausgezeichnet, da er „mit großer Konsequenz und ohne Scheu vor brisanten Themen die Deutschen in Wort und Bild mit ihrer jüngeren Geschichte und gegenwärtigen Rolle in der Weltgesellschaft konfrontiert“.[3]

Der Verlag ist Mitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aufbau Verlag übernimmt Ch. Links, boersenblatt.net, erschienen und abgerufen am 24. September 2018
  2. Ch. Links Verlag zieht ins Aufbau Haus, boersenblatt.net, 23. Mai 2019, abgerufen am 24. Mai 2019
  3. Pressemitteilung der Kurt Wolff Stiftung vom 3. Dezember 2015: Kurt Wolff Preisträger 2016 bekanntgegeben, abgerufen am 14. März 2015.