Chakma

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Eine Chakma-Frau

Die Chakma (Bengalisch: চাকমা, cākmā) sind ein 700.000 Menschen umfassendes Volk, das in den Chittagong Hill Tracts in Bangladesch und Indien lebt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chakma haben die Chittagong-Berge schon vor Jahrhunderten besiedelt. Im 13. Jahrhundert kam der Buddhismus in den Lebensraum der Chakma, wo bis dato der Islam vorherrschte.

Neben dieser religiösen Spannungen zwischen den Chakma und der mehrheitlich muslimischen Bevölkerung Bangladeschs, kam es ab den 1960er-Jahren zu ernsten Konflikten zwischen dem Staat Bangladesh und den Chakma, weil im Zuge der Baumaßnahmen für den Karnaphuli-Stausee[1] 18.000 Chakma umsiedeln mussten. Außerdem wurden weite Teile des Landes der Chakma von illegalen Siedlern besetzt. Zur Wut der Chakma unternahm die Regierung von Bangladesch nichts, um geltendes Recht durchzusetzen. Infolgedessen kam es zu Guerilla-Kämpfen zwischen Chakma und Soldaten Bangladeschs. Amnesty International berichtete von Folter und gesetzloser Tötung von Stammesmitgliedern. Tausende Chakma starben und noch mehr flohen über die Grenze nach Indien. [2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über 90 % der Chakma sind buddhistischen Glaubens. Außerdem gibt es hinduistische, islamische und christliche Minderheiten in der Stammesbevölkerung.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chakma sprachen ursprünglich eine tibeto-birmanische Sprache, sind aber durch den Einfluss sie umgebender indoarischer Sprachen selbst zu einer indoarischen Sprache gewechselt, dem Chakma. Die Sprache verfügt auch über eine eigene Schrift, die Chakma-Schrift.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lorenz G. Löffler: Chakma and Sak. In: Wiener völkerkundliche Mitteilungen, Bd. 11 (1963), S. 37–63, ISSN 0084-0068.
  • Deepak K. Singh: Stateless in South Asia. The Chakmas between Bangladesh and India. Sage Publ, Los Angeles 2010, ISBN 81-3210-236-3.
  • Sakya P. Talukdar: The Chakmas. Life and struggle. Gian Publ., Delhi 1988, ISBN 81-2120-212-4.
  • Sakya P. Talukdar: Genesis if indigenous Chakma Buddhists and their pulverization worldwide. Kalpaz Publ., Delhi 2010, ISBN 978-81-7835758-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Super User: Kaptai Dam. Abgerufen am 9. Mai 2017 (britisches Englisch).
  2. Stateless people: Chakmas of Arunachal Pradesh. In: RNW Media. (rnw.org [abgerufen am 9. Mai 2017]).