Chamber Orchestra of Europe

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Das Chamber Orchestra of Europe ist ein Kammerorchester. Es wurde 1981 gegründet und hat 60 Mitglieder aus verschiedenen europäischen Ländern. Das Management des Orchesters hat seinen Sitz in London. Die Orchestermusiker selbst reisen jedoch zu Proben und Konzerten aus ihren Heimatländern an, da das Orchester keine Vollzeit-Institution ist, sondern auf Projektbasis arbeitet und über keinen permanenten Standort verfügt. Zu den Konzertsälen, in denen das Chamber Orchestra of Europe häufiger zu hören ist, gehören die Alte Oper in Frankfurt am Main, die Kölner Philharmonie, das Festspielhaus Baden-Baden, das Concertgebouw in Amsterdam und die Philharmonie de Paris. Außerdem spielt das Orchester regelmäßig bei der styriarte in Graz, dem Lucerne Festival in der Schweiz, den Salzburger Festspiele und den Proms in London. Die Mitglieder des COE verfolgen parallel zu ihrer Orchestertätigkeit Karrieren als internationale Solisten, als Stimmführer von nationalen Orchestern sowie als Kammermusiker, Dozenten und Professoren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Orchester entstand 1981, als einige Musiker des European Community Youth Orchestra (ECYO) die für dieses Orchester vorgegebene Altersgrenze von 23 Jahren erreicht hatten. Da sie den Wunsch hatten, weiterhin gemeinsam zu musizieren, entstand der Plan zur Gründung eines neuen, professionellen Kammerorchesters.[1] Der damalige Musikdirektor des ECYO, Claudio Abbado, sagte seine Unterstützung für das Vorhaben zu und fungierte als Mentor des neugegründeten Orchesters. Die erste Europatournee des Orchesters mit Abbado verschaffte dem Chamber Orchestra of Europe Aufmerksamkeit, die durch Schallplattenpreise für Aufnahmen von Werken von Rossini und Schubert mit Abbado noch gesteigert wurde.

Neben Abbado pflegt das Orchester eine besonders enge Beziehung zum österreichischen Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, der mit seiner Ehefrau Alice, sowie der Dirigent Bernard Haitink und der Pianist Sir András Schiff Ehrenmitglieder des Chamber Orchestra of Europe sind. Mit Harnoncourt hat das Orchester u.a. die neun Sinfonien von Ludwig van Beethoven eingespielt. Diese Aufnahme wurde mit zahlreichen internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet.

Das Chamber Orchestra of Europe arbeitet mit vielen Schallplattenfirmen zusammen und hat mehr als 250 Aufnahmen produziert mit Dirigenten wie Claudio Abbado[2], Paavo Berglund[3], Nikolaus Harnoncourt[4],Thomas Hengelbrock[5] und Yannick Nézet-Séguin[6]. Mehrere Aufnahmen des Orchesters gewannen u. a. drei Gramophone Awards und zwei Grammy Awards. Das COE war das erste Orchester, das mit COE Records, in Zusammenarbeit mit ASV Records, sein eigenes Label gegründet hat. Mittlerweile wird es von Universal Music Group vertrieben.

Das COE hatte von 2007 bis 2013 den Titel European Cultural Ambassador und wird vom Kulturprogramm der Europäischen Kommission unterstützt. Unter den Förderern des Orchesters sind vor allem die Gatsby Charitable Foundation und das Underwood Trust hervorzuheben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.franksalomon.com/PDF/DB_SundayTimes.pdf
  2. Andrew Clements, «Schubert: Lieder, orchestrated by Berlioz, Offenbach, Liszt, Brahms, Reger, Webern and Britten: Von Otter/ Quasthoff/ Chamber Orchestra of Europe/ Abbado», in: The Guardian, 27 Juni 2003.
  3. Andrew Clements, «Chamber of wonders», in The Guardian, 20 Juli 2001.
  4. Andrew Clements, «Beethoven: Piano Concertos Nos 1-5: Aimard/Chamber Orchestra of Europe/Harnoncourt», in: The Guardian, 28 Februar 2003.
  5. Andrew Clements, «Mendelssohn: Violin Concerto; Octet, etc, Hope/Chamber Orchestra of Europe/Hengelbrock», in: The Guardian, 16 November 2007.
  6. Gilles Macassar, «Sous la direction d'un Yannick Nézet-Séguin fervent, les symphonies de Schumann retrouvent leur lustre», in: Télérama, 22 April 2014.