Champagnerrenette

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Chamapagnerrenette
Synonyme Loskrieger (ältester Name), Glasrenette, Reinette de Versailles, Reinette de Champagne
Chamapagnerrenette
Art Kulturapfel (Malus domestica)
Gruppe Renetten
Herkunft Frankreich
bekannt seit vor 1800 in Deutschland
Abstammung

Zufallssämling

Liste von Apfelsorten
Ansicht der Frucht
Ansicht der Frucht

Die Champagnerrenette ist eine Sorte des Kulturapfels.

Abstammung und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorte soll nach Lauche[1] aus Deutschland oder nach Petzold[2] aus Frankreich stammen, aber über ihre Entstehung ist nichts Genaueres bekannt. Übereinstimmend berichten beide, dass Adrian Diel sie zuerst im Jahre 1799 als „Loskrieger“ beschrieben hat.[3] Unter diesem Namen ist sie teilweise noch in Süddeutschland bekannt. 1857 wurde sie auf der zweiten Versammlung deutscher Pomologen zu Gotha zum allgemeinen Anbau empfohlen und ist seitdem weiter verbreitet.

Die Sorte 'Champangnerrenette' ist aktuell auf der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland aufgeführt. Diese Rote Liste umfasst alle Artengruppen von einheimischen Nutzpflanzen und deren Sorten, Landsorten und Varietäten, die in Deutschland an lokale Bedingungen angepasst und von Bedeutung waren.[4]

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Champagnerrenette gedeiht in jedem Boden gleich gut. Die Früchte sitzen fest und sind direkt vom Baum noch ungenießbar, sie eignet sich deshalb vorzüglich auch zur Bepflanzung von Wegen und Straßen.[1] Nach Petzold ist die Sorte sehr windfest und wird, auch aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit, zum Verzehr ab März empfohlen.[2]

Die Champagnerrenette ist mäßig bis stark anfällig für Schorf.[5]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorte eignet sich besonders zum Dörren und zur Mostbereitung und ist auch noch als Tafelobst verwendbar. Der Geschmack wird als saftig, angenehm weinsäuerlich und wenig zuckerartig beschrieben. Die Lagerreife beginnt erst nach Neujahr und die Frucht hält sich bis in den Juni.

Beschreibung der Sorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 'Champangnerrenette' ist ein mittelgroßer Tafelapfel. Er hat eine typisch platte Form, bei einer Breite von ungefähr 65 mm und einer Höhe von 47 mm.[2] Die Kelchgrube ist offen, kleinblättrig und lange grün bleibend, mit fünf grünen Strahlen. Der Kelch selbst ist eingesenkt, mit feinen Falten, die in höckerartige Rippen übergehen. Der Stiel ist dünn und kurz, die Stielgrube weit und tief, etwas rotfarbig mit grünen Streifen berostet.[3]

Die Grundfarbe ist ein blasses Grüngelb. Bei gut besonnten Früchten, ist die Sonnenseite nur schwach, blass-ockerfraben geflammt. Lentizellen sind sehr klein, grün- bis bräunlich.[3]

Die 'Champangnerrenette' besitzt keinen besonderen Geruch und zeigt keine Welke. Das Fruchtfleisch riecht wenig, ist weiß, fest und saftig. Der Geschmack ist leicht säuerlich, kaum süß und schwach aromatisch (ähnlich eines überzeitigen Borsdorfer)[3]

Das Kernhaus ist weit, sehr offen, bis fast an die Kelchhöhle. Die Sorte besitzt viele Kerne, mit etwas unvollkommener, unregelmäßiger Form[3]

Der Baum wächst verhalten, seine Triebe sind braunrot und mit Wolle besetzt. Er trägt jährlich, benötigt dafür aber einen sehr guten Boden und warme Lagen, hierbei wird er bevorzugt als Buschbaum verwendet.[3]

Die Knospen sind klein, herzförmig, rot und anliegend. Die Blüte ist witterungs- und frostunempfindlich. Das Blatt ist mittelgroß, ovalrund und ungefähr 7,5 cm lang und 6,3 cm breit.[2] Das dünne Blatt ist tief und scharf gezahnt, der Blattstiel ist dünn und ungefähr 2,5 cm lang.

Die Früchte können leicht mit den Sorten 'Uhlhorns Champagner Renette', 'Weißer Wintertaffetapfel', 'Minister von Hammerstein' und 'Auralia' verwechselt werden.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reinette de Champagne – Sammlung von Bildern
  • Karteikarte der Sorte in der BUND-Lemgo Obstsortendatenbank

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wilhelm Lauche: Deutsche Pomologie, Chromolithographische Abbildung, Beschreibung und Kulturanweisung der empfehlenswertesten Sorten um 1875.
  2. a b c d e Herbert Petzold: Apfelsorten. Neumann 1979, ISBN 3-7402-0075-8.
  3. a b c d e f August Friedrich Adrian Diel: Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten 1. Heft, 1799 – 1832, S. 85
  4. http://pgrdeu.genres.de/rlist, Rote Liste der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, abgerufen am 28. April 2016
  5. Franco Weibel und Andreas Häseli: Organic Apple Production. In: D.C. Ferree und I.J. Warrington (Hrsg.): Apples. Botany, Production and Uses. CABI Publishing 2003, ISBN 0-85199-592-6, S. 561.