Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier

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Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier
Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier (Frankreich)
Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier
Gemeinde Mareuil en Périgord
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Koordinaten 45° 28′ N, 0° 35′ OKoordinaten: 45° 28′ N, 0° 35′ O
Postleitzahl 24340
ehemaliger INSEE-Code 24099
Eingemeindung 1. Januar 2017

Die Kirche Saint-Martin in Champeaux

Die ehemalige französische Gemeinde Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier, okzitanisch Champeus e la Chapela Pomiers[1], liegt im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Aquitanien. Sie hatte zuletzt 148 Einwohner (Stand 1. Januar 2013) und war bis 2015 eine der 14 Gemeinden des Kantons Mareuil. Ab März 2015 gehörte sie zum Kanton Brantôme. Ihr Gemeindegebiet bildete ferner einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin. Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier gehört heute als Commune Déléguéee zur Gemeinde Mareuil en Périgord.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Champeaux, oft auch nur Champeau geschrieben, leitet sich ab vom nordokzitanischen Champeus mit der Bedeutung kleine Felder. La Chapelle-Pommier ist die Kapelle (la chapela, franz. la chapelle) des Weilers Pomiers bzw. Pommier (Apfelbaum); Letzterer gehört bereits zur Gemeinde Saint-Sulpice-de-Mareuil.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier lag im Périgord, neun Kilometer südwestlich von Nontron und zehn Kilometer ostnordöstlich von Mareuil (Luftlinie). Die Gemeinde wurde von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Neben den Ortskernen von Champeaux und La Chapelle-Pommier bestand die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, Schlössern und einem Herrensitz:

Bargeix, Bernardières, Chanteranne, Château des Bernardières, Château de Puycheny, Chez Courroie, Chez Ravel, Flageat, Grand Cicaire, La Bertrandie, La Borderie, La Faronie, La Ganterie, La Garenne, La Grande Métairie, La Grange, La Guillaumie, La Japillerie, La Lardie, La Pouyade, La Vignotte, Lascours, Lavaud, Le Grand Merle, Le Magnadat, Le Maine, Le Petit Merle, Le Roc, Les Roches, Maison Neuve (zweifach), Nadallière, Petit Cicaire und Puyséché.

Hauptfluter im Gemeindegebiet von Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier war die Nizonne, die in etwa mittig die Gemeinde von Ost nach West durchfließt. Der Fluss besitzt hier keine nennenswerten Seitenarme. Rechtsseitig gibt es zwei kleinere Trockentäler (ein Trockental flussabwärts von Bernardières entlang der Westgrenze zu Rudeau-Ladosse sowie ein Trockental zu Füssen des Château de Puycheny), linksseitig vier (bei Petit Cicaire südlich des Ortskerns von Champeaux, bei Lavaud und bei Bargeix an der Ostgrenze zu Saint-Front-sur-Nizonne, wobei sich das letztgenannte Trockental in zwei Äste aufspaltet).

Die topographisch tiefste Stelle im Gemeindegebiet mit 135 Meter über dem Meer lag an der Nizonne bei Le Roc, an der Westgrenze zu Rudeau-Ladosse und zu Saint-Sulpice-de-Mareuil (Tripelpunkt). Der höchste Punkt mit 251 Metern befand sich auf dem Höhenrücken westlich der Domaine de Bagatelle am Südrand der Gemeinde. Auf den Höhenlagen im Norden der Nizonne wurden noch 227 Meter erreicht. Der absolute Höhenunterschied betrug 116 Meter.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flachliegendes Ligérien an der Nizonne bei Bernardières

Die Gemeinde Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier lag ausschließlich auf flachliegenden (mit maximal 5 ° nach Südwest einfallenden), sedimentären Formationen des nördlichen Aquitanischen Beckens. Das anstehende Schichtpaket bildet den Nordflügel der Combiers-Saint-Crépin-de-Richemont-Synklinale. Älteste aufgeschlossene Formation ist das Ligérien des Unterturons; es besteht aus plattigen Kreidekalken. Über dem Ligérien, das beiderseits der Nizonne ansteht, folgen die Rudistenkalke des Angoumiens. Die relativ resistenten Kalke des Unteren Angoumiens (Angoulême-Formation) bilden eine morphologische Schichtrippe, zum Teil mit Felsüberhängen. Nach dem Übergang ins Obere Angoumien – ebenfalls Rudistenkalke – überlagern dann die Fossilkalke des Coniaciums, zu sehen ausschließlich im Süden des Ortskerns von Champeaux. Die Hochlagen um La Chapelle-Pommier werden vom Santonium aufgebaut, das in zwei Formationen unterteilt werden kann: plattige, graue, glaukonitreiche Kalke des Untersantons sowie Mergelkalke (reich an Austernschill) und Sande des Mittelsantons (im Ortskern von La Chapelle-Pommier und bei Lascours).

Ein Großteil der Höhenlagen im Norden und Süden der Nizonne-Flussniederung wird von tertiären Hüllsedimenten verdeckt. Diese bestehen aus ehemaligen Flusssedimenten (Schotter) aus dem Eozän oder dem Unteren Oligozän sowie aus alttertiärem Kolluvium, welches erst sehr viel später im Pleistozän umgelagert wurde. Der nach Südwest ziehende Höhenrücken um die Domaine de Bagatelle (Gemeinde Saint-Front-sur-Nizonne) mit einem nach La Chapelle-Pommier herüberreichenden Seitenast kann konglomeratisch ausgebildet sein, ein ähnlich orientiertes, aber wesentlich kleineres Flusssystem findet sich auch im Norden; dieses weist aber durchweg feinere Korngrößen auf. Im Bereich des Santons ist das Kolluvium aus dessen Sanden (Mittelsanton) hervorgegangen (Formation ACc). Schotterartiges Kolluvium (Formation ACF) findet sich assoziiert mit dem fossilen untertertiären Flusssystem. Aus Quarzsanden des Grundgebirges entstandenes Kolluvium (Formation AC) findet sich hauptsächlich auf dem nördlichen Höhenrücken. Nennenswert sind ferner vereinzelte altpleistozäne Schotterlagen (Formation Fs um Puycheny). Die Trockentäler werden meist von eiszeitlichem Kalkhangschutt verfüllt. Aus derselben Zeit stammt auch das Alluvium im Nizonnetal.

Das Untere Angoumien wurde einst in einem Steinbruch bei Bargeix als Baustein abgebaut (bzw. herausgesägt).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Saint-Fiacre in La Chapelle-Pommier

Die Anwesenheit des Menschen in der ehemaligen Gemeinde Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier während des Oberen Paläolithikums (Magdalénien) wird durch Ritzzeichnungen in der Höhle von Font-Bargeix (beim Weiler Bargeix) dokumentiert. Im Nizonnetal existieren ferner die paläolithischen Höhlen Puyrignac und La Grange aux Putes (Letztere in unmittelbarer Nähe vom Schloss Château des Bernardières). Aus dem 12. Jahrhundert stammen die romanischen Ortskirchen von Champeaux und von La Chapelle-Pommier sowie das Schloss Château des Bernardières. 1377 fand beim Château des Bernardières während des Hundertjährigen Krieges eine Schlacht zwischen Bertrand du Guesclin und den Engländern statt; hierbei gelang es du Guesclin, die Burg den Engländern wieder zu entreißen. Im Jahr 1827 fusionierten die beiden bislang selbstständigen Gemeinden von Champeau und von La Chapelle-Pommier.

Die Gemeinde Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier schloss sich am 1. Januar 2017 mit Beaussac, Les Graulges, Léguillac-de-Cercles, Mareuil, Monsec, Puyrenier, Saint-Sulpice-de-Mareuil und Vieux-Mareuil zur neuen Gemeinde Mareuil en Périgord zusammen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier
Jahr Einwohner Einwohner im Kanton
in Prozent
Einwohnerdichte


1962 297 6,5 12,6/km²
1968 240 5,7 10,2/km²
1975 224 5,5 9,5/km²
1982 184 4,8 7,8/km²
1990 200 5,4 8,5/km²
1999 173 5,0 7,4/km²
2006 165 4,7 7,0/km²
2007 164 7,0/km²
2008 163 4,6 6,9/km²
2012 150 4,3 6,4/km²

Quelle: INSEE[2]

Die Bevölkerung der Gemeinde Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier war generell rückläufig, hatte jedoch 1990 einen kurzen Aufwärtstrend. Gegenüber dem restlichen Kanton hat sie überdurchschnittlich an Einwohnern verloren. Die Gemeinde besaß außerdem die niedrigste Bevölkerungsdichte im Kanton Mareuil.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier war seit 1989 Pierre Brejassou, ein Landwirt im Ruhestand, der der Parti socialiste angehörte. Er wurde 2014 von dem parteilosen Max Raymondaud abgelöst.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Château de Bernardières
  • Die Höhle von Font-Bargeix mit Abbildungen aus dem Magdalénien, deren Eingang im Mittelalter als Klause ausgebaut wurde.
  • Die Kirche Saint-Martin in Champeaux aus dem Zwölften und 14. Jahrhundert, seit 1948 Monument historique. Die Kirche wurde während der Renaissance erneut umgebaut.
  • Die Kirche Saint-Fiacre (Schutzpatron der Gärtner) in La Chapelle-Pommier aus dem Zwölften Jahrhundert. Der Glockenturm wurde im Vierzehnten Jahrhundert bewehrt.
  • Das Schloss Château des Bernardières aus dem Zwölften Jahrhundert, mit Wohntrakt und Balustraden aus dem 17. Jahrhundert; ebenfalls Monument historique seit 1948. Der Donjon datiert aus dem Vierzehnten Jahrhundert.
  • Das Schloss Château de Puycheny.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben zahlreichen bäuerlichen Betrieben (Viehhaltung, Anbau von Getreide und Gemüse) besitzt die Gemeinde zwei Sägewerke, die sich auf die Herstellung von Paletten spezialisiert haben.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Südostrand des früheren Gemeindegebietes von Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier wird von der D 84 von Nontron nach Verteillac berührt. Von ihr zweigt im Nizonnetal nach Westen eine Kommunalstraße ab, die in den Ortskern von Champeaux führt; sie folgt dann dem rechten Ufer der Nizonne bis Rudeau, wo sie in die D 708 mündet. Die D 708 von Nontron nach Mareuil streift den Nordwesten der Gemeinde. Von ihr biegt im Norden eine Kommunalstraße nach Bernardières und weiter zum Ortskern von Champeaux ab. Von Champeaux aus kann über eine weitere Kommunalstraße der Ortskern von La Chapelle-Pommier im Südwesten erreicht werden; dieselbe Straße verläuft dann weiter nach Monsec und ermöglicht somit eine Anbindung an die D 939 von Périgueux nach Angoulême.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website der okzitanischen Namen
  2. Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier auf der Website des Insee

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Floc'h, J.-P. et al.: Feuille Nontron. In: Carte géologique de la France à 1/50 000. BRGM, Orléans.
  • Dominique Richard (Hrsg.): Le Guide Dordogne-Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 1993, ISBN 2-86577-162-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien