Champions Hockey League

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Champions Hockey League
CHL badge.png

Aktuelle Saison 2019/20
Sportart Eishockey
Abkürzung CHL
Verband IIHF
Ligagründung 2014
Mannschaften 32
Land/Länder Europaische UnionEuropäische Union Europa
Titelträger SchwedenSchweden Frölunda HC
Rekordmeister SchwedenSchweden Frölunda HC (3)
Rekordspieler Ryan Lasch (62)
Rekordtorschütze Ryan Lasch (28)
Website www.championshockeyleague.com

Die Champions Hockey League (kurz CHL, auch: Eishockey-Champions-League) ist der höchste Europapokal-Wettbewerb für Eishockeymannschaften. Er wird seit 2014 ausgetragen.[1]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Einstellung der European Hockey League, dem Nachfolgewettbewerb des Eishockey-Europapokals, im Jahre 2000 gab es erst ab 2005 wieder einen hochwertigen Europapokalwettbewerb, der jedoch nur in einem Wochenendturnier unter dem Namen IIHF European Champions Cup ausgetragen wurde. Im April 2007 gab der Weltverband IIHF bekannt, einen neuen Wettbewerb namens Champions Hockey League (CHL) einzuführen. In der CHL wurden für Eishockeyverhältnisse hohe Prämien ausgeschrieben, die die Attraktivität des Wettbewerbs für die Teilnehmer sicherstellen sollen. Die Prämien werden durch Sponsoren gedeckt, unter anderem durch die russische Gazprom.

Sieger der ersten und einzigen Austragung wurden die ZSC Lions aus Zürich. Die Saison 2009/10 wurde wegen der anhaltenden Finanzkrise und fehlender Sponsoren im Sommer 2009 abgesagt. Spätere Pläne der IIHF zum erneuten Start der CHL zerschlugen sich.

Als Alternative veranstalteten einige der europäischen Topclubs ab 2010 selbständig die European Trophy. Dieser Wettbewerb entstand aus der auf Skandinavien beschränkten Nordic Trophy sowie dem Red Bulls Salute. Schließlich einigten sich die IIHF, Clubs und die Ligen der Hockey Europe im Herbst 2013 auf einen neuen Europapokalwettbewerb, der wieder den Namen Champions Hockey League trägt.

Spielmodus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede Spielzeit beginnt mit einer Gruppenphase mit jeder gegen jeden in Hin- und Rückspiel. Seit 2015 werden die teilnehmenden 48 Clubs in 16 Gruppen a drei Mannschaften eingeteilt. Ab 2017/18 sind es acht Gruppen a vier Mannschaften.[2] Die besten zwei Mannschaften jeder Gruppe qualifizieren sich für die K.O.-Phase in Hin- und Rückspiel. Das Finale wird in einem Spiel ausgetragen, dabei hat das bis dahin punktbeste Team Heimrecht.

Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo Liga Land
Logo Liiga.png Liiga FinnlandFinnland Finnland
Swedish Hockey League.png SHL SchwedenSchweden Schweden
Delneu.jpeg DEL DeutschlandDeutschland Deutschland
Swiss National League Logo.svg NL SchweizSchweiz Schweiz
Extraliga TschechienTschechien Tschechien
Österreichische Eishockey-Liga Logo.svg EBEL OsterreichÖsterreich Österreich
mit ausländischen Teilnehmern

Aus den sechs besten Eishockeyligen Europas, die auch an der Gründung der CHL beteiligt waren (sogenannte Gründungsligen), qualifizieren sich drei bis fünf Clubs für die CHL. Die Verteilung der Startplätze auf diese Ligen erfolgt nach einem Ligenranking basierend auf den Ergebnissen der CHL der letzten drei Jahre. Dazu kommen acht Wildcards, die in der Regeln an die Meister weiterer sieben Ligen, den sogenannten Challenger-Ligen, sowie den Sieger des IIHF Continental Cups vergeben werden. Insgesamt umfasst das Teilnehmerfeld seit 2017 32 Mannschaften.[2]

Für die ersten drei Spielzeiten (bis einschließlich 2016/17) waren 26 Clubs, welche die CHL gegründet hatten, automatisch für den Wettbewerb qualifiziert. Dazu kamen je zwei weitere Teams aus den Gründungsligen über sportliche Qualifikation und Wild Cards, die an andere Ligen bzw. den Sieger des Continental Cups vergeben wurden.[3]

Ligenranking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Saison 2017/18 können sich die 24 Teilnehmer aus den Gründungsligen nur sportlich qualifizieren. Die Anzahl der Clubs pro Liga wird nach einem Ligenranking vergeben. Dabei erhalten die beiden stärksten Ligen je 5 Startplätze, die nächsten beiden je 4 Plätze, die restlichen beiden 3 Plätze.

Aktuelles Ranking der Gründungsligen Stand 20. Januar 2020 (in Klammern die Vorjahresplatzierung)[4]

  1. Disc Plain yellow dark.svg (1) SchwedenSchweden Svenska Hockeyligan249 Punkte – 5 Startplätze
  2. Disc Plain yellow dark.svg (2) SchweizSchweiz National League219 Punkte – 5 Startplätze
  3. Green-Up-Arrow.svg (5) DeutschlandDeutschland Deutsche Eishockey Liga217 Punkte – 4 Startplätze
  4. Disc Plain yellow dark.svg (4) TschechienTschechien Tipsport Extraliga ledního hokeje215 Punkte – 4 Startplätze
  5. RedDownArrow.svg (3) FinnlandFinnland Liiga212 Punkte – 3 Startplätze
  6. Disc Plain yellow dark.svg (6) OsterreichÖsterreich Erste Bank Eishockey Liga192 Punkte – 3 Startplätze

Das endgültige Ranking steht erst nach dem Finale der CHL 219/20 fest. Je nach Ergebnis können die Extraliga und die Liiga noch Plätze tauschen.

Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die sportliche Qualifikation wird folgende Reihenfolge pro Liga angewandt:

  • Titelverteidiger der CHL
  • Meister der Liga
  • Hauptrundensieger
  • Hauptrundenzweiter
  • Hauptrundendritter
  • Hauptrundenvierter
  • Hauptrundenfünfter

Die Ligen können davon abweichen; so werden zum Beispiel in der Erste Bank Eishockey Liga aufgrund der geteilten Hauptrunde die Startplätze an den Meister, den Sieger der Vorrunde und den Sieger der Zwischenrunde (Pick Round) vergeben.

Wildcards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Challenger Leagues

Eine Wildcard ist seit 2015 eine für den Sieger des IIHF Continental Cup reserviert (außer dieser kommt nicht aus Europa, wie 2019 der kasachische Vertreter HK Arlan Kökschetau).[6] Die restlichen Wild Cards werden an die sogenannten Challenger Leagues vergeben. Hier qualifiziert sich in der Regel der nationale Meister.[2]

Gründungsclubs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 26 Gründungsclubs, die aus den sechs Gründungsligen kamen, waren bis einschließlich 2016/17 automatisch qualifiziert, sofern sie einer der Ligen angehörten (Djurgårdens IF Stockholm stieg erst 2014 in die SHL auf):

FinnlandFinnland Liiga SchwedenSchweden SHL DeutschlandDeutschland DEL SchweizSchweiz NL TschechienTschechien Extraliga OsterreichÖsterreich EBEL
6 Teams 6 Teams: 4 Teams: 4 Teams: 4 Teams: 2 Teams:

Teilnehmer pro Land pro Saison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison SchwedenSchweden FinnlandFinnland TschechienTschechien SchweizSchweiz DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SlowakeiSlowakei WeissrusslandWeißrussland NorwegenNorwegen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich DanemarkDänemark FrankreichFrankreich PolenPolen ItalienItalien Gesamt
2014/15 8 8 6 6 6 3 1 2 1 1 1 1 44
2015/16 8 8 6 6 6 4 2 1 2 2 1 2 48
2016/17 8 8 7 6 6 3 2 1 2 1 1 2 1 48
2017/18 5 5 4 4 3 3 1 1 1 2 1 1 1 32
2018/19 5 5 4 4 3 2 1 2 1 1 1 1 1 1 32
2019/20 5 4 4 5 3 3 1 1 1 2 1 1 1 32

In der Liste der Teilnehmer an der Champions Hockey League sind detailliert die Mannschaften nach Ländern und Saison aufgelistet.

Erfolgreiche Klubs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegerliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Finale Halbfinalisten1
Spielort Sieger Erg. Finalist
2014/15 Luleå, Schweden SchwedenSchweden Luleå HF 4:2 SchwedenSchweden Frölunda HC Göteborg SchwedenSchweden Skellefteå AIK FinnlandFinnland Oulun Kärpät
2015/16 Oulu, Finnland SchwedenSchweden Frölunda HC Göteborg 2:1 FinnlandFinnland Oulun Kärpät SchweizSchweiz HC Davos FinnlandFinnland Rauman Lukko
2016/17 Göteborg, Schweden SchwedenSchweden Frölunda HC Göteborg 4:3 n. V. TschechienTschechien HC Sparta Prag SchweizSchweiz Fribourg-Gottéron SchwedenSchweden Växjö Lakers
2017/18 Växjö, Schweden FinnlandFinnland JYP Jyväskylä 2:0 SchwedenSchweden Växjö Lakers TschechienTschechien HC Oceláři Třinec TschechienTschechien Bílí Tygři Liberec
2018/19 Göteborg, Schweden SchwedenSchweden Frölunda HC Göteborg 3:1 DeutschlandDeutschland EHC Red Bull München TschechienTschechien HC Plzeň 1929 OsterreichÖsterreich EC Red Bull Salzburg
2019/20 Hradec Králové, Tschechien SchwedenSchweden Luleå HF SchwedenSchweden Djurgårdens IF Stockholm
1 Es wird kein Spiel um Platz 3 ausgetragen. Bei den aufgeführten Halbfinalisten unterlag der erstgenannte dem späteren CHL-Gewinner, der zweitgenannte dem anderen Finalisten.

Ranglisten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 2018/19

nach Klubs
Rang Mannschaft Titel 2. Platz Halbfinalist
1 SchwedenSchweden Frölunda HC Göteborg 3 1
2 SchwedenSchweden Luleå HF 1
FinnlandFinnland JYP Jyväskylä 1
4 FinnlandFinnland Oulun Kärpät 1 1
SchwedenSchweden Växjö Lakers 1 1
6 TschechienTschechien HC Sparta Prag 1
DeutschlandDeutschland EHC Red Bull München 1
8 SchwedenSchweden Skellefteå AIK 1
SchweizSchweiz HC Davos 1
FinnlandFinnland Rauman Lukko 1
SchweizSchweiz Fribourg-Gottéron 1
TschechienTschechien HC Oceláři Třinec 1
TschechienTschechien Bílí Tygři Liberec 1
TschechienTschechien HC Plzeň 1929 1
OsterreichÖsterreich EC Red Bull Salzburg 1
nach Liga
Rang Liga Titel 2. Platz Halbfinalist
1 SchwedenSchweden Svenska Hockeyligan 4 2 2
2 FinnlandFinnland Liiga 1 1 2
3 TschechienTschechien Extraliga 1 3
4 DeutschlandDeutschland Deutsche Eishockey Liga 1
5 SchweizSchweiz National League 2
6 OsterreichÖsterreich Erste Bank Eishockey Liga 1

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CHL wird durch die Champions Hockey League (CHL) AG ausgetragen und ist vom internationalen Weltverband IIHF sanktioniert.[7] An der CHL halten die 26 Clubs mit A-Lizenz 63 % der Anteile, die sechs beteiligten Ligen halten 25 % und die IIHF 12 %. Die Clubs beteiligten sich mit jeweils 80.000 Euro an der Gesellschaft. Im Oktober 2019 haben die Augsburger Panther die Anteile der Krefeld Pinguine übernommen.[8]

Zuschauerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die Reduktion der Gruppengröße von 4 auf 3 Teams kam es ab der Saison 2015/16 zu 96 Gruppenspielen, während in der Saison 14/15 noch 132 Spiele in dieser Phase ausgetragen wurden. In den Saisonen 15/16 sowie 16/17 war die erste KO-Runde daher ein 1/16 Finale.
In der Saison 17/18 wurde das Starterfeld von 48 auf 32 Mannschaften – die sich nach rein sportlichen Kriterien qualifiziert haben – reduziert. In der Gruppenphase gibt es nun wieder 4er Gruppen mit gesamt 96 Spielen.

Datenstand: 13. November 2019[9]

Bewerb 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16 2014/15
Spiele Gesamt 124 125 125 157 157 161
Zuschauer
Gesamt 429.896 425.282 422.354 510.005 513.758 489.772
Grunddurchgang 326.342 307.180 299.588 292.654 325.142 391.860
1/16 Finale 094.265 089.187
1/8 Finale 060.041 065.010 064.835 059.453 051.843 049.655
1/4 Finale 027.100 023.426 034.058 037.040 026.223 024.661
1/2 Finale 016.413 017.622 018.123 020.549 015.163 017.296
Finale 012.044 005.750 006.044 006.200 006.300
Durchschnitt
Gesamt 003.438 003.402 003.379 003.248 003.272 003.042
Grunddurchgang 003.399 003.200 003.121 003.048 003.387 002.969
1/16 Finale 002.946 002.787
1/8 Finale 003.753 004.063 004.052 003.716 003.240 003.103
1/4 Finale 003.388 002.928 004.257 004.630 003.278 003.083
1/2 Finale 004.103 004.406 004.531 005.137 003.791 004.324
Finale 012.044 005.750 006.044 006.200 006.300

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Champions Hockey League startet 2014. In: derStandard.at. 9. Dezember 2013, abgerufen am 3. Dezember 2017.
  2. a b c (Memento des Originals vom 13. August 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eishockeynews.de
  3. http://huvudstadsbladet.wordpress.com/2013/12/09/djurgarden-klart-for-chl/
  4. League Ranking. In: championshockeyleague.com. Abgerufen am 22. Januar 2020.
  5. Archivlink (Memento des Originals vom 25. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.championshockeyleague.net
  6. Archivlink (Memento des Originals vom 14. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.championshockeyleague.net
  7. http://www.moneyhouse.ch/u/champions_hockey_league_%28chl%29_ag_CH-020.3.039.545-0.htm
  8. Aktionärswechsel bei der CHL. In: championshockeyleague.com. Abgerufen am 31. Oktober 2019.
  9. Daten von den Wikipediaseiten der CHL-Saisonen