Chandler Motor Car

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Chandler Light Weight Modell 19 Tourenwagen (1919)
Chandler Modell 27 Opera Coupé (1919)
Chandler Modell 27 (1919)
Chandler Modell 20 Coupé (1920)
Chandler Modell 22 Metropolitan Sedan (1922)
Werbeschrift für die Chandler Motor Car Company (1919)

Die Chandler Motor Car Company war ein amerikanischer Automobilhersteller in den 1910er- und 1920er-Jahren.

Gründung und Strategie des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1913 von Frederick C. Chandler in Cleveland (Ohio) gegründet. Chandler war vorher Konstrukteur bei der Lozier Motor Company, einem Hersteller von Luxusautomobilen. Chandler und etliche andere Führungskräfte verließen Lozier und traten in die neu gegründete Chandler Motor Company ein.

Chandler konzentrierte sich darauf, ein Mittelklasse-Automobil von guter Qualität herzustellen. Chandler-Automobile wurden vom Markt gut angenommen.

Fertigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1920 hatte Chandler eine Modellpalette von sechs Automobilen zu bieten, die zu Preisen von 1995 bis 3595 US-Dollar angeboten wurden. 1922 waren es zehn Modelle, die zwischen 1495 und 2375 $ kosteten. Wie viele andere Automobilhersteller im mittleren Preissegment führte auch Chandler ein billigeres Fahrzeug für Firmenflotten ein. Dazu gründete er die Cleveland Automobile Company mit der Marke Cleveland.

Chandlers bestes Jahr war 1927; er verkaufte 20.000 Autos. Man hoffte, den Absatz weiter steigern zu können und expandierte daher im Folgejahr zu stark. Das Geschäftsjahr 1928 musste die Firma mit über 500.000 Dollar Schulden abschließen.

1929 wurde die Chandler Motor Company von ihrem Wettbewerber, der Hupp Motor Car Company, die ebenfalls expandieren wollte, aufgekauft. Hupp war nur an Fabrik und Maschinenpark interessiert und stellte die Marke ein.

Die Chandler hatten, wie die meisten Automobile, die vor der Einführung der Ganzstahlkarosserie als Industriestandard entstanden, Karosserien, die aus mit Blech beplankten Holzrahmen bestanden.[1] Wegen der mit der Zeit undicht werdenden Stoffdächer faulten die Holzrahmen nach einigen Jahrzehnten weg, daher haben von den Chandler-Automobilen nicht so viele überlebt wie von anderen populäreren Marken aus dieser Zeit.

Modelle[2][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell Bauzeitraum Zylinder Leistung Radstand
14 / 15 / 16 / 17 1913–1917 6 Reihe 27 bhp (20 kW) 3048–3124 mm
18 / 19 / 20 1918–1920 6 Reihe 30 bhp (22 kW) 3124 mm
21 / 22 / 23 1921–1923 6 Reihe 45 bhp (33 kW) 3124 mm
32-A / 33 / 35 1924–1926 6 Reihe 55 bhp (40 kW) 3124–3150 mm
Standard Six / Special Six / 65 1927–1929 6 Reihe 55 bhp (40 kW) 2769 mm
Royal Eight / Royal 75 1927–1929 8 Reihe 75 bhp (55 kW) 2997 mm
Big Six 1927–1929 6 Reihe 83 bhp (61 kW) 3150 mm
Royal 85 1929 8 Reihe 85 bhp (62,5 kW) 3150 mm

Produktionszahlen[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Produktionszahl
1914 2.730
1915 3.890
1916 3.910
1917 3.515
1918 3.460
1919 3.670
1920 4.773
1921 5.183
1922 6.870
1923 11.212
1924 10.416
1925 10.416
1926 20.268
1927 18.461
1928 15.530
1929 7.613
Summe 131.917

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beverly Rae Kimes, Henry Austin Clark Jr.: Standard catalog of American Cars. 1805–1942. Digital Edition. 3rd ed. Krause Publications, Iola 2013, ISBN 978-1-4402-3778-2, S. 274–277 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chandler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. G. N. Georgano: Cars: Early and Vintage, 1886-1930, Grange-Universal, London (1985)
  2. Beverly Ray Kimes, Henry Austin Clark jr.: Standard Catalog of American Cars 1805-1942, Krause Publications, Iola WI (1985), ISBN 0-87341-045-9
  3. Beverly Rae Kimes, Henry Austin Clark Jr.: Standard catalog of American Cars. 1805–1942. Digital Edition. 3rd ed. Krause Publications, Iola 2013, ISBN 978-1-4402-3778-2, S. 274–277 (englisch).