Changhsingium

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System Serie Stufe ≈ Alter (mya)
höher höher höher jünger
Perm Lopingium Changhsingium 254,2–252,2
Wuchiapingium 259,9–254,2
Guadalupium Capitanium 265,1–259,9
Wordium 268,8–265,1
Roadium 272,3–268,8
Cisuralium Kungurium 279,3–272,3
Artinskium 290,1–279,3
Sakmarium 295,5–290,1
Asselium 298,9–295,5
tiefer tiefer tiefer älter

Das Changhsingium (weniger gebräuchlich auch Changxingium) ist in der Erdgeschichte die oberste chronostratigraphische Stufe des Oberperm oder Lopingium. Die Stufe beginnt geochronologisch vor etwa 254,2 Millionen Jahren und endet vor etwa 252,2 Millionen Jahren.[1] Das Changhsingium folgt auf das Wuchiapingium und wird vom Indusium, der untersten Stufe der Trias abgelöst.

Namensgebung und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Changhsingium ist nach Changxing (W.-G. Ch’ang-hsing), Provinz Zhejiang, China benannt, in dessen Nähe der GSSP festgelegt wurde bzw. nach dem von Grabau (1923) nach der Stadt benannten Changxing Limestone. Von Furnish und Glenister (1970) wurde angeregt, diesen Namen für eine chronostratigraphische Einheit zu übernehmen. Zhao et al. (1981) schlugen dann auch formal das Changhsingium als chronostratigraphische Stufe vor.[2] 2005 ratifizierte die IUGS das Changhsingium als globale chronostratigraphische Stufe.

Definition und GSSP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Basis des Changhsiangiums ist definiert durch das Erstauftreten der Conodonten-Art Clarkina wangi. Das Ende der Stufe wird mit dem Erstauftreten der Conodonten-Art Hindeodus parvus markiert. Der GSSP (global gültige Typlokalität und Typprofil) ist das Meishan Profil D in der Nähe von Changxing (W.-G. Ch’ang-hsing), Provinz Zhejiang, China.

Untergliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Changhsingium umfasst lediglich eine Ammoniten-Zone, die Iranites-Zone.

Formationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Changhsingiums wurde im Südalpin die Bellerophon-Formation abgelagert. Kurz vor der Perm-Trias-Grenze ging im nördlichen Zentraleuropa die Zechstein-Sedimentation zu Ende.

Fossilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fische[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Knorpelfischen (Chondrichthyes) waren die seit dem Mississippium bestehende Ordnung Petalodontiformes und die ebenfalls seit dem Mississippium zugegene Unterordnung Menaspoidei ausgestorben. Weiterhin fortbestanden die Ordnungen Ctenacanthiformes (ab Devon), Eugeneodontida (ab Mississippium) und Xenacanthiformes (ab Devon). Bei den Knochenfischen (Osteichthyes) erlag die ab dem dem unteren Perm existierende Ordnung Dorypteriformes. Weiter bestanden die Unterordnungen Palaeonisciformes (ab oberstem Silurium) und Platysomoidei (ab Mississippium). Neu entwickelte sich die Ordnung Semionotiformes.

Beispiele unter den Knorpelfischen des Changhsingiums sind:

Und unter den Knochenfischen:

Landwirbeltiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den Amphibien waren die beiden Überfamilien Eryopoidea (ab Pennsylvanium) und Trimerorhachoidea (ab Mississippium) erlöscht. Weiter fortbestanden die nur im oberen Perm vorkommenden Familien Chroniosuchidae, Kotlassiidae und Lanthanosuchidae. Eine Neuentwicklung waren die beiden Überfamilien Brachyopoidea und Rhinesuchoidea.

Einige Beispiele für die Amphibien des Changhsingiums:

Bei den Reptilien waren die Ordnungen Captorhinida (ab unterem Perm) und Mesosauria (ab mittlerem Perm) ausgestorben. Unter der Ordnung Pelycosauria verschwanden die Familien Caseidae (ab mittlerem Perm) und Varanopseidae (ebenfalls ab mittlerem Perm). Fortbestanden die Familien Coelurosauravidae (ab oberem Perm) und Paliguanidae (ebenfalls ab oberem Perm), die Ordnung Eosuchia (ab oberem Perm), die Unterordnungen Dicynodontia (ab oberem Perm), Proterosuchia (ab oberem Perm) und Therocephalia (ab oberem Perm) sowie die Überfamilie Procolophonoidea (ab oberem Perm). Neu entstand die Unterordnung Cynodontia, aus der später die Säugetiere hervorgehen sollten. Am Ende des Changhsingiums verschwanden die Unterordnungen Dinocephalia (ab oberem Perm), Eotitanosuchia (ab mittlerem Perm), Gorgonopsia (ab oberem Perm), Millerosauroidea (ab oberem Perm) und Pareiasauroidea (ebenfalls ab oberem Perm).

Das Changhsingium umfasst folgende Reptilien:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. für eine andere Datierung der Perm/Trias-Grenze siehe Brack et al (2005): 252,6 Millionen Jahre.
  2. Yugan Jin et al. S.175.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Brack, Hans Rieber, Alda Nicora und Roland Mundil: The Global boundary Stratotype Section and Point (GSSP) of the Ladinian Stage (Middle Triassic) at Bagolino (Southern Alps, Northern Italy) and its implications for the Triassic time scale. In: Episodes. 28(4): 233-244, Beijing 2005 ISSN 0705-3797 PDF.
  • Yugan Jin, Yue Wang, Charles Henderson, Bruce R. Wardlaw, Shuzhong Shen und Changqun Cao: The Global Boundary Stratotype Section and Point (GSSP) for the base of Changhsingian Stage (Upper Permian). Episodes, 29(3): 175-182, Beijing 2006 ISSN 0705-3797 PDF
  • Felix Gradstein, Jim Ogg, Jim & Alan Smith: A Geologic timescale. Cambridge University Press 2005, ISBN 9780521786737
  • J. K. Zhao, J. Z. Sheng, Z. Q. Yao, X. L. Liang, C. Z. Chen, L. Rui und A. T. Liao: The Changhsingian and Permian-Triassic boundary of South China. Bulletin of the Nanjing Institute of Geology and Palaeontology, Academia Sinica 2: 1–112, Nanjing 1981.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]