Chapeau Claque (Hut)

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Chapeau Claque (unten ein-, oben ausgeklappt)
Alter Chapeau-Claque-Hutkarton

Der Klappzylinder oder Chapeau Claque (frz. chapeau = Hut, claque = Klaps) (auch Faltzylinder) ist ein klassischer zylinderförmiger Hut, der zusammengeklappt werden kann.

Grundsätzliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Chapeau Claque wird in der Regel zum Frack oder Cutaway getragen. Dabei ist die klassische Farbe des Hutes schwarz, es finden sich aber auch Ausführungen in anderen Farben. Der Vorteil dieses Zylinders ist, dass er, wenn er nicht mehr benötigt wird, platzsparend verwahrt werden kann. Außerdem lässt er sich im zusammengeklappten Zustand risikoärmer für die empfindliche Satinhaut verstauen oder transportieren.

Herstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Herstellung wird für die Krempe eine Platte aus Schellack verwendet, die beidseitig mit Satin beklebt wird. In einem separaten Arbeitsgang wird das Kopfteil gefüttert und ebenfalls mit Satin bespannt. Im Anschluss daran werden Krempe und Kopfteil miteinander vernäht. Der Klappmechanismus wird über ein spezielles Drahtgestell realisiert, das an jeder Seite des Chapeau Claque in das Kopfteil eingearbeitet ist. Das Gestell steht unter Spannung. Wenn die Hutkrempe beispielsweise auf die Handfläche geschlagen wird, springt der Zylinder automatisch und vollständig auf. Fälschlicherweise wird oft von einer Bespannung mit Seide ausgegangen, diese eignet sich aber für Klappzylinder wegen ihrer Empfindlichkeit nicht, Satin ist gegenüber Witterungseinflüssen und dem Klappmechanismus deutlich widerstandsfähiger.

Produzenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der geringen Nachfrage wird der Klappzylinder heute weltweit nur noch von wenigen Firmen hergestellt. Einer von ihnen ist der Produzent aus dem südbadischen Herbolzheim. Er stellt in Handarbeit rund 1.500 Stück pro Jahr her; darum ist dieser Zylinder mit rund 400.- Euro pro Exemplar entsprechend teuer.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man sieht den Chapeau Claque meist noch auf der Bühne in Musikrevuen oder bei Zauberveranstaltungen. Ebenfalls wird er heutzutage zeitweise noch bei Hochzeiten, auf Beerdigungen, bei Drehorgelspielern, Veranstaltungen von Schornsteinfegerinnungen und weiteren als besonders eingestuften feierlichen Anlässen getragen.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taras Maygutiak: Ein Herbolzheimer Exportschlager aus Samt und Seide. In: Breisgau Kurier, Woche 6, 7. Februar 2013

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verwendungsangaben auf Webseite des Produzenten Aleisa, abgerufen am 9. Februar 2013