Chaplin’s World

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Manoir de Ban

Chaplin’s World, auch Chaplin’s World by Grévin, ist ein 2016 eröffnetes Museum im schweizerischen Corsier-sur-Vevey. Es befindet sich in der denkmalgeschützten Villa Manoir de Ban, die dem britischen Komiker, Schauspieler, Regisseur und Komponisten Charlie Chaplin von 1953 bis zu seinem Tod 1977 als Wohnsitz diente.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charlie Chaplin, der als britischer Staatsbürger lange in den USA gelebt hatte, reiste Ende 1952 nach London. Was ursprünglich nur ein Kurzbesuch hätte werden sollen, führte dazu, dass Chaplin bis an sein Lebensende in Europa blieb, da er in den USA, die sich in der Zeit des McCarthyismus befanden, „unamerikanischer Umtriebe“ verdächtigt wurde und ihm die Wiedereinreise stark erschwert worden wäre.[1] Aus finanziellen Gründen und wegen des Klimas[2] zog er mit seiner Familie in die Schweiz. Im Januar 1953 zog die Familie Chaplin ins Manoir de Ban ein, zunächst zur Miete, wobei sie es schon einen Monat später kaufte.[3]

Nach Chaplins Tod lebte seine Witwe Oona O’Neill weiter in der Villa, wo sie 1991 starb. Später stand das Haus lange Jahre leer,[4] nachdem zuletzt noch Chaplins Kinder Eugene und Michael Chaplin darin gewohnt hatten.[5] Bereits seit dem Jahr 2000 bestand die Idee, im Haus ein Chaplin-Museum einzurichten. Initianten waren der Schweizer Architekt Philippe Meylan und der Museologe Yves Durand aus Québec.[6] Das Projekt hatte die Unterstützung von Chaplins Erben und erhielt unter anderem einen Kredit des Kantons Waadt in Höhe von 10 Millionen Schweizer Franken.[6] Ende 2010 wurden der Spatenstich auf Frühling 2011 und die Eröffnung des Museums in zwei Jahren angekündigt,[4] letzten Endes wurde das Museum jedoch erst am 16. April 2016, Chaplins 127. Geburtstag, eröffnet.[7] Die Kosten des Projekts beliefen sich auf 60 Millionen Franken, wobei die Geldgeber hauptsächlich aus der Schweiz, Luxemburg und Kanada stammen,[5] darunter die Investmentgesellschaft Genii Capital.[6]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sinne von Chaplins Familie führt das Museum Dokumente aus Chaplins Leben mit szenischen, filmischen und virtuellen Inszenierungen zusammen.[8] So enthält es über dreissig von Grévin entworfene und hergestellte Wachsfiguren von Chaplin und Personen aus seinem Umfeld wie Künstlern und Politikern, mit denen er in Berührung kam, sowie von Künstlern, die sich von Chaplin und seinem Werk inspirieren liessen.[6] Die Ausstellung ist in zwei Bereiche für Chaplins privates und berufliches Leben aufgeteilt.[8]

Zu den Exponaten gehören unter anderem Chaplins Klavier, seine Violine, ein Kostüm für Chaplins Figur des „Tramps“, sein Goldener Löwe sowie ein Ehrenoscar von 1972 und der Oscar, den er 1973 nachträglich für die Filmmusik zu Rampenlicht erhielt. Die Ausstellungstücke stammen sowohl aus Familienbesitz als auch von Privatsammlern, denen die Stiftung des Museums die Stücke abkaufen konnte.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Robinson: Chaplin. Sein Leben, seine Kunst. Diogenes, Zürich 1989, ISBN 3-257-01801-1 (formal falsch), S. 653–655.
  2. Charlie Chaplin: Die Geschichte meines Lebens. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1977, ISBN 3-436-02438-4, S. 445.
  3. David Robinson: Chaplin. Sein Leben, seine Kunst. Diogenes, Zürich 1989, ISBN 3-257-01801-1 (formal falsch), S. 665.
  4. a b Carola Schneider: Ein Museum für Charlie Chaplin. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. Dezember 2010, abgerufen am 24. April 2016.
  5. a b Michèle Laird: Chaplin-Museum vor der Eröffnung. In: swissinfo.ch. 8. Januar 2016, abgerufen am 24. April 2016.
  6. a b c d Die Geschichte eines Traums. Chaplin’s World, abgerufen am 24. April 2016.
  7. Alois Feusi: Charlie Chaplin ist reif fürs Museum. In: Neue Zürcher Zeitung. 21. April 2016, abgerufen am 24. April 2016.
  8. a b Arkadiusz Luba: Schweizer Kultstätte für Filmliebhaber. In: Deutschlandradio Kultur. 17. April 2016, abgerufen am 24. April 2016.
  9. Hans-Jürgen Maurus: Eine Pilgerstätte für Chaplin-Fans. In: Deutschlandradio Kultur. 15. April 2016, abgerufen am 24. April 2016.

Koordinaten: 46° 28′ 31,5″ N, 6° 51′ 5,1″ O; CH1903: 554902 / 147291