Charette-Varennes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Charette-Varennes
Charette-Varennes (Frankreich)
Charette-Varennes
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Pierre-de-Bresse
Gemeindeverband Canton de Pierre-de-Bresse.
Koordinaten 46° 55′ N, 5° 12′ O46.9116666666675.1994444444444Koordinaten: 46° 55′ N, 5° 12′ O
Höhe 173–196 m
Fläche 16,47 km²
Einwohner 444 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km²
Postleitzahl 71270
INSEE-Code
.

Charette-Varennes ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Pierre-de-Bresse. Der Ort hat 444 Einwohner (Stand 1. Januar 2013), sie werden Charettois, resp. Charettoises genannt[1]. Die Gemeinde Charette hat sich am 1. Januar 1970 mit der damaligen Gemeinde Varennes-sur-le-Doubs zusammengeschlossen.

Geografie[Bearbeiten]

Das Arrondissement Louhans mit seinen drei Kantonen seit 2015 (oben hellgelb: Kanton Pierre-de-Bresse, Mitte dunkelgelb: Kanton Louhans, unten hellgrün: Kanton Cuiseaux). Beim Überfahren mit dem Mauszeiger der einzelnen Gemeinden erscheint deren Name, beim Anklicken öffnet sich der entsprechende Wikipedia-Artikel. Rot markiert ist die Gemeinde, die auf dieser Seite beschrieben wird.
Authumes Bantanges Beaurepaire-en-Bresse Beauvernois Bellevesvre Bosjean Bouhans Branges Brienne Bruailles Champagnat Charette-Varennes Condal Cuiseaux Cuisery Dampierre-en-Bresse Devrouze Diconne Dommartin-lès-Cuiseaux Flacey-en-Bresse Frangy-en-Bresse Fretterans Frontenard Frontenaud Huilly-sur-Seille Joudes Jouvençon Juif La Frette L’Abergement-de-Cuisery La Chapelle-Naude La Chapelle-Saint-Sauveur La Chapelle-Thècle La Chaux La Genête La Racineuse Lays-sur-le-Doubs Le Fay Le Miroir Le Planois Le Tartre Loisy Louhans Mervans Montagny-près-Louhans Montcony Montjay Montpont-en-Bresse Montret Mouthier-en-Bresse Ménetreuil Ormes Pierre-de-Bresse Pourlans Rancy Ratte Sagy Saillenard Saint-André-en-Bresse Saint-Bonnet-en-Bresse Saint-Étienne-en-Bresse Saint-Germain-du-Bois Saint-Martin-du-Mont Saint-Usuge Saint-Vincent-en-Bresse Sainte-Croix Savigny-en-Revermont Savigny-sur-Seille Sens-sur-Seille Serley Serrigny-en-Bresse Simandre Simard Sornay Thurey Torpes Varennes-Saint-Sauveur Vincelles VérisseyLage der Gemeinde  im Arrondissement_Louhans (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Longepierre Lays-sur-le-Doubs Pierre-de-Bresse Saint-Bonnet-en-Bresse Frontenard NavillyCharette-Varennes mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild
Kreuz in Varennes zur Erinnerung an die zerstörte Kirche
Kirche von Charette mit Annex der Heiligen Jungfrau
Schloss der de Truchis in Varennes

Die Gemeinde Charette-Varennes liegt in der Landschaft Bresse, auf einem Hügel am linken (südlichen) Ufer des Doubs[2]. Varennes liegt etwas nordwestlich in einer Doubsschleife. Der Bourg liegt westlich einer Doubsschleife von etwa 340°, von der nach Süden ein Stillwasser, genannt Les Mortes[3] abzweigt, in das La Charetelle[4] mündet. Die Gemeindegrenze folgt heute nicht genau dem Verlauf des Doubs, sondern verläuft zu Longepierre sowohl südlich als auch nördlich des Flusses. Durch das südliche Gemeindegebiet fließt zudem die Guyotte[5] und bildet anschließend einen Teil der westlichen Gemeindegrenze. Durch die Gemeinde verläuft die Departementsstraße D73[6] von Frontenard im Westen durch Charette und anschließend nach Süden Richtung Pierre-de-Bresse. Die D73 verläuft teilweise auf der Trasse der alten Römerstraße, die Chalon-sur-Saône mit Pierre-de-Bresse und Tavaux verband. Im südlichen Teil der Gemeinde liegt eine Kette von vier Étangs, die durch einen Bief, ein künstlicher Wasserlauf für die Bewirtschaftung der Étangs, in die Guyotte entwässert werden. Das südliche Gemeindegebiet – insbesondere im Bereich der Étangs – ist stark bewaldet, im Weiteren findet sich lediglich zwischen den Ortsteilen Charette und Varennes noch ein größeres Waldstück. Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Bas-de-Charette, Boucherie, Bourg-Neuf, Chapelle, Longbois, Maison-Rouge, Palette, Pommelée, Quintin, Rapilles, Recule, Reppe[7].

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Charette-Varennes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 10.9 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 804 mm.

Charette-Varennes
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
62
 
5
-1
 
 
59
 
7
0
 
 
55
 
12
3
 
 
56
 
16
6
 
 
78
 
20
9
 
 
76
 
23
12
 
 
58
 
26
14
 
 
77
 
25
14
 
 
76
 
22
11
 
 
64
 
16
7
 
 
76
 
10
3
 
 
66
 
5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Charette-Varennes
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,7 6,8 12,4 15,9 19,9 23,3 25,5 25,0 21,6 15,6 9,5 5,2 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) -1,1 -0,3 2,6 5,5 9,0 12,4 14,3 13,9 11,3 6,9 3,1 0,1 Ø 6,5
Temperatur (°C) 1,8 3,2 7,5 10,7 14,4 17,8 19,9 19,4 16,4 11,2 6,3 2,6 Ø 11
Niederschlag (mm) 62 59 55 56 78 76 58 77 76 64 76 66 Σ 803
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,7
-1,1
6,8
-0,3
12,4
2,6
15,9
5,5
19,9
9,0
23,3
12,4
25,5
14,3
25,0
13,9
21,6
11,3
15,6
6,9
9,5
3,1
5,2
0,1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
62
59
55
56
78
76
58
77
76
64
76
66
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Toponymie[Bearbeiten]

Varennes entstand wohl aus dem mittellateinischen Varenna als Bezeichnung für unkultiviertes, sumpfiges Land, hatte aber auch die Bedeutung von Wäldchen, das zumeist dem Grundherrn für die Jagd vorbehalten war. Charette scheint seinen Namen von der Tatsache abzuleiten, dass die Bewohner von Quintin ihre Wagen dort abzustellen pflegten.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 10. und 11. Jahrhundert war der Ortsteil Charette von Leprakranken bewohnt, das Dorf entstand hier erst im 15. Jahrhundert. Bis dahin bildete Quintin (heute ein Weiler SSW von Charette) das hauptsächliche Siedlungsgebiet. Quintin und der benachbarte Weiler Longbois waren ein Lehen der Herren von Verdun. Im Weiler Quintin sind noch Reste der ehemaligen Burg zu sehen, die dort im 14. Jahrhundert bestand. Die Bewohner zogen es damals vor, in Quintin zu wohnen, wo das Klima weniger feucht war, pflegten jedoch ihre Karren und Wagen (frz.: la charrette) im heutigen Siedlungsgebiet abzustellen, wodurch später der Ortsname entstand.

Eine Kapelle aus dem 13. Jahrhundert befand sich nahe am Flussufer, beherbergte eine Heilige Jungfrau der Kranken und der Schiffer, überstand mehrere Überschwemmungen, bis sie schließlich 1920 endgültig zerstört wurde. Die heutige Kirche stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, in einem Annex befindet sich die gerettete Heilige Jungfrau. Gemäß dem Rodel von 1481 waren die Bewohner von Charette gehalten, ihr Brot im Ofen des Grundherrn zu backen. Als Backlohn hatten die Leute das 18. Brot abzuliefern. 1518 wurde am Doubs eine Mühle errichtet und aus den Rodeln ist ersichtlich, dass die Herren von Varennes das Recht hatten, Gold aus den Doubs zu fördern. 1740 besaß der Marquis de Broissia, Herr von Neublans, Ehrenritter des Parlements einen Ring, der aus Goldsplittern aus dem Doubs angefertigt war.

1880 bestand noch eine Ziegelei (gegründet durch Emile Jacob[8]). Die Mairie-École wurde 1907 fertiggestellt. Das heutige Altersheim war ursprünglich ein Haus für Schwestern und das heutige Hotel-Restaurant liegt in der Villa Crays.

Die Herrschaft von Varennes war ein Lehen von Longepierre (Gemeinde nördlich des Doubs) und wurde durch die Familie de Vienne am Ende des 13. Jahrhunderts den Grafen von Burgund verkauft. 1729 wurde die Herrschaft durch die Familie de Truchis übernommen, die noch heute Besitzer des neuen Schlosses (erbaut anfangs 19. Jahrhundert) sind.

Ein großes Kreuz im Zentrum des Dorfes wurde 1862 errichtet und erinnert daran, dass die Kirche 1793 zerstört worden war. Seit damals gehören die Leute von Varennes zur Pfarrei Charette. Die Schule, die später Mairie wurde, wurde 1847 erbaut.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [9])
1793 1800 1821 1831 1841 1851 1861 1872 1876 1881 1891 1901 1911 1921 1931 1946 1962 1975 1982 1990 1999 2006 2011
456 640 599 616 684 726 756 761 798 787 719 680 668 553 509 418 406 352 349 316 354 371 437
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Heute ist Charette-Varennes ein landwirtschaftlich geprägter Ort. Er verfügt über die Mairie (Gemeindehaus) und die Kirche (dem Heiligen Remigius geweiht, der Turm mit glasierten Ziegeln bedeckt). Ferner befinden sich im Ort eine Bäckerei, ein Sportartikelgeschäft und eines für Elektrogeräte, ein Altersheim und zwölf landwirtschaftliche Betriebe (1988 bestanden noch 18 in Charette und drei in Varennes) nebst zwei Betrieben der Waldwirtschaft. Ein Hotel-Restaurant nebst verschiedenen Möglichkeiten zum Fischen bilden die touristische Infrastruktur.

Als AOC-Produkte sind in Charette-Varennes Volaille de Bresse[10] und Dinde de Bresse[11] zugelassen.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Charette-Varennes verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5, Chez Causse, Dijon 1780 (Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  •  Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (gallica).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Charette-Varennes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Charette-Varennes. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Charette-Varennes. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Charette-Varennes. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Charette-Varennes. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Charette-Varennes. auf habitants.fr. Abgerufen am 1. April 2015 (französisch).
  2. Le Doubs, Länge 453,1 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 42′ 17,6″ N, 6° 12′ 32,4″ O46.70496.209940 in Mouthe auf ca. 940 m, Mündung bei 46° 54′ 9″ N, 5° 1′ 19,6″ O46.90255.0221175 in Verdun-sur-le-Doubs auf ca. 175 m, Le Doubs auf sandre.eaufrance.fr
  3. Les Mortes, Länge 1,6 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 55′ 2,3″ N, 5° 12′ 45,4″ O46.91735.2126175 in Longepierre auf ca. 175 m, Mündung bei 46° 54′ 50,8″ N, 5° 12′ 11,9″ O46.91415.2033175 in Charette-Varennes auf ca. 175 m, Les Mortes auf sandre.eaufrance.fr
  4. La Charetelle, Länge 9,3 km, Zufluss zu Les Mortes, Quelle bei 46° 50′ 49,9″ N, 5° 16′ 0″ O46.84725.26666199 in La Chapelle-Saint-Sauveur auf ca. 199 m, Mündung bei 46° 54′ 37,1″ N, 5° 12′ 29,2″ O46.91035.2081175 in Charette-Varennes auf ca. 175 m, La Charetelle auf sandre.eaufrance.fr
  5. La Guyotte, Länge 41.1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei 46° 43′ 7″ N, 5° 14′ 26,9″ O46.71865.2408205 in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei 46° 56′ 25,1″ N, 5° 8′ 26,9″ O46.94035.1408175 in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr
  6. Departementsstrasse D73. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 1. April 2015 (französisch).
  7. Charette-Varennes. im Dictionnaire Topographique de Saône-et-Loire. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 1. April 2015 (PDF, Suchbegriff: Ctrl+F Charette und Varennes-sur-le-Doubs).
  8. Tuiles Jacob. Abgerufen am 21. Oktober 2011 (französisch).
  9. Einwohnerstatistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 28. März 2015 (französisch).
  10. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  11. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).