Charles Cecil

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Charles Cecil, November 2013

Charles Cecil MBE (* 11. August 1962 in York, England) ist ein britischer Spieleentwickler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kleinkind lebte er mit seiner Familie im Kongo, wo sein Vater David für Unilever arbeitete; nach dem Mobutu-Putsch 1965 ging die Familie zurück nach England. Im Jahre 1980 begann er ein Studium des Maschinenbaus an der Universität Manchester. Nach Beendigung seines Studiums wurde er 1985 Geschäftsführer von Artic Software, für die er zwischen 1981 und 1982 schon drei Textadventures programmiert hatte. Nach der Schließung von Artic gründete er 1986 Paragon Programming, die für U.S. Gold Spiele wie Ace of Aces oder The Goonies für die in Großbritannien populären Heimcomputer Amstrad CPC und ZX Spectrum portierte. 1987 wechselte er als Entwicklungsmanager zu U.S. Gold. 1988 und 1989 arbeitete er als Product Development Manager bei Activision,[1] bevor er 1989 gemeinsam mit drei Bekannten das Unternehmen Revolution Software gründete, dessen Geschäftsführer er noch heute ist und das mit Point-and-Click-Adventures, insbesondere der Spielereihe Baphomets Fluch, bekannt wurde. 2011 wurde er für seine Verdienste um die Videospieleindustrie zum Mitglied des Order of the British Empire ernannt.

Mit seiner Frau und Revolution-Mitbegründerin Noirin Carmody hat er zwei Kinder.

Thesen zu Point-and-Click-Adventures[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größere Aufmerksamkeit erlangte eine These Cecils, die er während der Vorstellung des Adventures Baphomets Fluch: Der schlafende Drache auf der Spielemesse ECTS im Jahr 2002 aufstellte:

“The point-and-click adventure is dead. No two ways about it. It is no more. However, long live the adventure. As a genre the adventure is extremely healthy and probably has as much – if not more – potential than any other genre.”

„Das Point-and-Click-Adventure ist tot. Da gibt es keinen Zweifel. Es existiert nicht mehr. Trotzdem, lang lebe das Adventure. Als Genre ist das Adventure extrem gesund und hat genauso viel - wenn nicht sogar mehr - Potential wie jedes andere Genre.“[2]

Cecil beschrieb damit die schwierige Lage des mit Maniac Mansion etablierten Zweigs des Adventure-Genres, zu dem auch die vorherigen Veröffentlichung von Revolution zählten, und rechtfertigte damit zugleich die Abkehr des dritten Baphomets-Fluch-Teils von der langezeit präferierten Point-and-Click-Steuerungsmethode zugunsten einer direkten Charaktersteuerung mit Hilfe der Tastatur. Sein zumeist auf den ersten Satz reduziertes Zitat wurde kontrovers aufgenommen, insbesondere da auch nach 2003 noch in regelmäßigen Abständen entsprechende Spiele veröffentlicht wurden, und von Cecil selbst später in Teilen relativiert. Demnach sei Point and Click lediglich für statische Spielumgebungen sinnvoll, wovon er sich mit dem dritten Teil haben wegbewegen wollen. Zudem sei seine Aussage unter dem kommerziellen Aspekt weiterhin zutreffend, da sich Adventures zu einem Nischenmarkt entwickelt hätten. Dennoch bot Revolution mit dem vierten Serienableger Baphomets Fluch: Der Engel des Todes wieder eine Point-and-Click-Steuerung als alternative Eingabemethode an.[3] Mit dem Erfolg von Smartphones mit Touchbedienung wie dem Apple iPhone erlebten die ersten Serientitel eine Renaissance. Revolution veröffentlichte sowohl Beneath a Steel Sky, Baphomets Fluch als auch Baphomets Fluch 2 in einer überarbeiteten Fassung, die das alte Bedienprinzip auf Touchinterfaces übertrug. Cecil bezeichnete das neue Bedienkonzept seither als Verbesserung gegenüber dem alten Point-and-Click-System.[4]

Ludografie (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Artic Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981: Inca Curse
  • 1982: Ship of Doom
  • 1982: Espionage Island

Für Revolution Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung von Mirrorsoft aus dem Jahr 1991. Abgerufen am 31. März 2016. Veröffentlicht von Charles Cecil auf seinem Facebook-Account
  2. http://www.adventuregamers.com/articles/view/17544
  3. Adventure-Treff.de: Interview: Charles Cecil. Abgerufen am 19. März 2017.
  4. http://fm4.orf.at/stories/1682389/